Hochrast (2436m) und Thurntaler Spitze (2408m) ab Thurntaler Rast, Villgratner Berge (02.07.26)

Track OTM mit Coros Pace 4

Wegführung: Thurntaler Rast – Astattsattel – Hochrast – Thurntaler See – Thurntaler Spitze – Drei Seen – Thurntaler Rast

Höhenmeter: 620 | Strecke: 12,2km | Gehzeit: ca. 4 Stunden | Viecher: Steinschmätzer, Murmeltier

Pünktlich mit dem Ende der extremen Hitzewelle in Österreich floh ich nach Osttirol, um meinen Wanderurlaub anzutreten. Rechtzeitig fuhr ich mit dem Direktzug nach Lienz, erstmals auf der neuen Koralmstrecke, weiter mit der S-Bahn Richtung Fortezza nach Sillian und zum Schluss mit dem Linienbus 966 nach Innervillgraten. Mit knapp über 29 Grad Wohnungstemperatur verließ ich das unerträgliche Wien, mit wenig Schlaf entsprechend.

Die Zugfahrt verlief unspektakulär, ab Kärnten wurden die Quellwolken langsam mächtiger und als ich in Sillian auf den Bus wartete, gab es schon die ersten großen Regentropfen. Es war so wie ich es schon am Vortag dachte: Ich würde zeitgleich mit dem Gewitter bei der Unterkunft eintreffen. Der Bus hält genau vor der Unterkunft – ich springe heraus und eilig zum Haus, als es zu regnen und winden anfängt. Das Gewitter kam dann später, mit einigen heftigen positiv geladenen Erdblitzen.

Wolkenphase am Mittwoch, 1. Juli 2026, 15 Uhr MESZ (Quelle: kachelmannwetter.com) – Villgratental gelb markiert

Osttirol lag am Rande ausgedehnter Gewittercluster über Südtirol, die sich am Abend nur langsam abschwächten. Entsprechend fuhr ich noch im Niederschlag um 17 Uhr mit dem Bus ins Dorf und ging im Regen nach dem Abendessen gegen 19.20 Uhr MESZ zurück zur Unterkunft – für die 2,2km brauchte ich eine knappe halbe Stunde. Es war herrlich nach zwei Wochen Hitze mit dem Regenschirm entlang eines rauschenden Gebirgsbachs zu gehen, mit viel blühender Botanik am Wegesrand des sogenannten „Wasserwegs“. Zu diesem folgt noch ein eigener kleiner Blogeintrag.

Die freundliche Unterkunftgeberin wies mich gleich daraufhin, dass ich für das „Herzasstaxi“ nicht bis zum Dorf gehen musste, sondern vor der Unterkunft abgeholt wurde, weil sich die Taxigarage in unmittelbarer Nähe befand. Das Unternehmen bedient auch den Linienbus.

Weiterlesen „Hochrast (2436m) und Thurntaler Spitze (2408m) ab Thurntaler Rast, Villgratner Berge (02.07.26)“

Orchideenrunde über den Krummbachstein (1602m), Schneeberg-Gebiet (24.06.26)

Track auf der OTM „Mascherlrunde“

Wegführung: Kaiserbrunn Hst. (9.40) – Miesleitensteig – Knofeleben (11.50) – Krummbachstein (12.50) – Schiblsteig – Krummbachsattel (13.30) – Wassersteig – Knofelebenhütte (14.45-16.30) – Eng – Payerbach-Reichenau Bf. (18.10)

Strecke: 17,5km | Höhenmeter: 1200 | Vegetation: 7 verschiedene Orchideenarten | Viecher: Zaunkönig, Fitis (akustisch), Forsthausjagdhund und Katz | Gehzeit: ca. 6 Std.

Tag noch genutzt vor der großen Hitze, aber unerträglich war es trotzdem. Wäre ich in Wien geblieben, wäre es mit 8°C Taupunkt gut aushaltbar gewesen, aber ich wollte ja auf den Berg und obwohl es am rund 10 Grad kühler war als in Wien, lag der Taupunkt gut 10 Grad höher. So eine Schwüle hab ich nicht oft erlebt. Entsprechend war diese Tour eine grenzwertige Partie. Mit genug Flüssigkeit ging es zum Glück und botanisch war der Weg so interessant, dass ich ohnehin ständig zum Schauen und Fotografieren stehenblieb.

Weiterlesen „Orchideenrunde über den Krummbachstein (1602m), Schneeberg-Gebiet (24.06.26)“

Hoher Zetz (1264m) ab Anger, Grazer Bergland (13.06.26)

Anger im Feistritztal (dahinter beginnt das Joglland)

Wegführung: Anger (10.00) – Ruine Waxenegg (10.20) – Waldtoni (11.45) – Gschnaiderkreuz (12.15) – Wittgruberhof (12.30) – Gipfel (13.30-14.00) – Edelschachen (Gasthof Almer, 15.50-17.10) – Anger (18.10)

Höhenmeter: 900 | Strecke: 14,1km | Reine Gehzeit: ca. 5,5 bis 6 Stunden | Orchideen; Heidelerche

Weite Anfahrt für eine Tagestour von Wien aus! Wolfgang hatte die zündende Idee und dem schloss ich mich mit Blick auf die Wetterkarten gerne an:

Die Wetterlage war für Mitte Juni eher ungewöhnlich: Eine straffe Nordwestströmung in allen Höhen am Rande eines Hochdruckgebiets mit hochlabiler Warmluft im Süden und etwas kühleren, aber weiterhin labilen Luftmassen im Norden. Die Wettermodelle zeigten bis zum Vorabend höchst unterschiedliche Ergebnisse: ICON D2 rechnete fast keinen nennenswerten Niederschlag, bzw. maximal bis Mur-Mür-Furche reichend. GFS rechnete etwas mehr, aber nur insgesamt nur sporadische Signale. EZMWF blieb unverrückbar bei weit nach Südosten ausgreifenden Schauern, Zetz und Kulm sollten dabei etwa die Grenze bilden. Im Rückblick stimmte nicht der Durchschnitt aller Modelle, sondern das EZMWF-Modell, wie bereits am Vortag und auch am Folgetag. Die Kombination aus starkem Nordwest und labilen Luftmassen schien allgemein keine Stärke des Lokalmodells D2 zu sein. Kann man sich merken.

Weiterlesen „Hoher Zetz (1264m) ab Anger, Grazer Bergland (13.06.26)“

Hofalmhütte – Pyhrgasgatterl – Genusstubn ab Spital am Pyhrn, Haller Mauern (02.06.26)

Ausblick auf das Tote Gebirge und OÖ Voralpen von der Hofalmhütte

Wegführung: Spital am Pyhrn /Haus Freunde der Natur (9.50) – Hofalmhütte (11.35-12.25) – Pyhrgasgatterl (13.25) – Trattenbacher Genusstubn (14.30-15.50) – Spital am Pyhrn (16.30)

Höhenmeter: 850 | Strecke: 14,7km | 6 verschiedene Orchideen: Fliegen-Ragwurz, Fuchs-Knabenkraut, Breitblättriges Knabenkraut, Mannsknabenkraut, Breitblättriges Waldvögelein, Großes Zweiblatt

Wetterlage: Föhnige Südwestströmung mit labiler Warmluft. Einzelne Modelle mit präfrontalen Gewittern.

Ausrüstung: Sony RX 100 VI (1Zoll-Kompaktkamera mit manuellem Fokus)

Auftakt zu einer langen Woche. Ich fuhr um 6.30 in Wien weg und konnte gemütlich im Railjet frühstücken, ehe ich in Linz umstieg. Gut zu wissen – um 8.04 fährt ein Interregio genannter Cityjet (einfache Garnitur) nach Graz, mit größeren Gruppen könnte es eng werden. Der CJ hat eine winzige erste Klasse im Kopfteil und die anderen Sitzplätze können reserviert werden. In Wien wäre es ein gewöhnlicher Nahverkehrszug.

Nach exakt drei Stunden kam ich pünktlich in Spital am Pyhrn an und checkte erstmal im Naturfreundehaus ein. Leider hatten sich die Modelle konsolidiert, dass der Anreisetag vom Wetter her länger stabil sein würde und am Folgetag eine schleifende Kaltfront eher trübes und regnerisches Wetter bringen würde. Umgekehrt wäre mir lieber gewesen. Aber so war es nun mal. Ich beschloss kurzfristig, mir einen gemütlichen Tag zu machen – die Folgetage würden mit dem Wanderführer-Grundmodul beim VAVÖ noch intensiv genug werden. Daher kam nur diese kleine Hüttenrunde mit zwei längeren Stops zustande, die dafür botanisch reichlich zu bieten hatte.

Weiterlesen „Hofalmhütte – Pyhrgasgatterl – Genusstubn ab Spital am Pyhrn, Haller Mauern (02.06.26)“

Otter-Runde über Westgrat, Semmering (30.05.26)

Wegführung: Schlagl (8.30) – Schanzsteig (8.50) – Westgrat (I-II, 9.30) – Kleiner Otter (1327m, 10.17) – Mitterotter (1297m, 10.37) – Großer Otter (1356m, 11.10-11.40) – Schlagl (12.55)

Höhenmeter: 680 | Strecke: 10km | Reine Gehzeit: 3h 50min | Flora und Fauna: Cephalanthera longifolia, Alpen-Clematis | 2 Eichkatzln, viele Schmetterlinge und Ameisen

Charakteristik:

  • Schanzsteig: offiziell gesperrt, völlig zu Recht, vom September 2024 ausgewaschene Rinnen-Querungen, teils abschüssig mit Steilschutt – bei Nässe und Eis nicht zu empfehlen
  • Kleiner Otter: Überwiegend gut gestufter, mit roten Punkten markierter Felsgrat, meistens (I), Schlüsselstelle am Schluss mit zu überkletterndem Block in einem sehr exponierten schrägen Riss (II-), mit abgeschmierten kleinen Tritten

Wetterlage: Hochdruckrandlage mit labiler Warmluft an der Keilvorderseite in straffer nordwestlicher Höhenströmung, dadurch hochreichend geschert und hagel/sturmträchtig. Modellunsicherheiten am Vortag groß, daher auf eine Halbtagestour gekürzt. Zwei Stunden nach unserer Ankunft beim Auto zogen dort kräftige Schauer und Gewitter durch.

Weiterlesen „Otter-Runde über Westgrat, Semmering (30.05.26)“

Über Brettschachersteig und Brandsteig auf den Krummbachstein (1602m), Schneeberg-Gebiet (25.05.26)

Track auf der OTM

Wegführung: Kaiserbrunn (9.05) – Brettschachersteig – Brettschacher (1012m, 10.40) – Brandsteig – Schlossalpengraben (11.00) – Krummbachsattel (12.15-12.25) – Krummbachstein (13.10) – Knofeleben (14.00-14.50) – Miesleitensteig – Kaiserbrunn (16.40)

Höhenmeter: 1170 | Strecke: 14.5km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. 30 Minuten

Orchideen: Großes Zweiblatt (Neottia ovata), C. damasonium/longifolia

Die Jagdsteige zwischen Stadelwand und Krummbachstein standen schon lange auf meiner und Günters Liste. Der Pfingstmontag eignete sich dafür ideal, um den Massen in der Umgebung auszuweichen. Wir trafen erst am Krummbachsattel wieder auf Menschen.

Charakteristik: Teilweise schmale, unmarkierte Steige, rutschig mit Laub, mäßig steil. Nur bei gutem Orientierungsvermögen gehen! In dem Gebiet gibt es teilweise keinen Empfang!

Weiterlesen „Über Brettschachersteig und Brandsteig auf den Krummbachstein (1602m), Schneeberg-Gebiet (25.05.26)“

Leopoldsberg und Kahlenberg-Ostgrat alpin (20.05.26)

Track auf der OTM (Coros Pace 4)

Wegführung: Kahlenbergerdorf (10.30) – Nase direttissima – Leopoldsberg – Nasenweg – Nase direttissima – Leopoldsberg – Waldbachgraben – Kahlenberg-Ostgrat (I) – Kahlenberg – Vogelsangberg – Cobenzl (14.30)

Höhenmeter: 770 | Strecke: 9.4km | Gehzeit: 4 Std.

Eigentlich wollte ich nur schaun, ob noch Orchideen am Nasenweg auffindbar waren, nachdem knapp vier Wochen vorher die Wegböschung ausgeschnitten wurde. Dabei wurden wahrscheinlich tatsächlich einige Exemplare weggesenst, aber abseits des Weges wurde ich ebenfalls fündig. Der direkte Anstieg über die Nase über die Felsen war so anregend, dass ich ihn gleich ein zweites Mal ging. Erstmals stieg ich beim Kosakendenkmal den sausteilen Steig hinab zum Waldbach und begegnete ausgerechnet an der steilsten Stelle zwei jungen Franzosen im Aufstieg.

Beim Anstieg zum Ostgrat sah ich eine Frau mit Flip-Flops den zahmeren Ostkamm gehen, trotzdem mit diesen Schuhen wahrscheinlich kein Vergnügen. Vogelsangberg-Besteigung Nr. 54 war dann gewissermaßen Pflichtprogramm, aber mit der Merlin-App horche ich derzeit umso gespannter in den Wald hinein. Da der Kahlenberg-Imbiss leider geschlossen hatte und mir das Wasser ausgegangen war, fuhr ich ab Cobenzl zurück.

Um eine Erkenntnis war ich auch reicher: Ich erreichte einen Maximalpuls von 175, ohne kurzatmig zu werden.

Weiterlesen „Leopoldsberg und Kahlenberg-Ostgrat alpin (20.05.26)“

Orchideen-Runde in den Föhrenbergen (17.05.26)

Kleines Knabenkraut (Anacamptis morio)

Wegführung: Kaltenleutgeben – Hochwiese – Norwegerwiese – Höllensteinhaus (Einkehr) – Josefswarte – Rodaun

Höhenmeter: 530 | Strecke: 15.8km

Vogelstimmen: Rotkehlchen, Buchfink, Kohlmeise, Mäusebussard, Tannenmeise, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Zilpzalp, Singdrossel, Schwarzspecht, Grünspecht (Merlin-App); Viecher: Eichkatzl

Nach einer Woche in meiner mainfränkischen Heimat (Bilder folgen) zog es mich wieder in die Föhrenberge, an mir bekannten Plätzen nach Orchideen suchen, sowie neue Orte dafür erkunden. Ich wurde fündig und abgesehen davon blühte auch so reichlich. Zum Wetter später mehr.

Weiterlesen „Orchideen-Runde in den Föhrenbergen (17.05.26)“

Orchideenrunde am Anninger, 08.05.26

Ausblick von der Wilhelmswarte zur Jubiläumswarte und bis zum Waldviertel am Horizont

Wegführung: Pfaffstätten Hst. – Heferlberg – Glaslauterriegel – Tieftal – Pfaffstättner Kogel – Wilhelmswarte – Kalvarienberg – Gumpoldskirchen Bf. (15.18)

Höhenmeter: 650 | Strecke: 13.7km

Viecher: Blindschleiche, Ringeltauben, Buntspecht, Kleiner Asseljäger

Vegetation: Hummel-Ragwurz, Helm-Knabenkraut, Vogel-Nestwurz, Schmalblättriges und Breitblättriges Waldvögelein; Gras-Schwertlilie, Orobranchen;

Aus Zeitgründen eine kürzere Tour (für meine Verhältnisse), aber diese sollte ausgiebig genutzt werden zur Orchideensuche (und anderes). Wetter: Lockere Quellwolken, stabil geschichtet und recht mild. Ungewöhnlich gute Fernsicht nach Norden und Osten.

Weiterlesen „Orchideenrunde am Anninger, 08.05.26“

Unterwegs am Stadtwanderweg (27.04.26)

Spinnen-Ragwurz am Leopoldsberg

Wegführung: Kahlenbergerdorf – Nasenweg – Leopoldsberg – Vogelsangberg (516m) – Hermannskogel (544m) – Hameau – Gränberg (462m) – Heuberg (464m) – Jubiläumswarte (449m) – Satzberg (435m) – Dehnepark – Hütteldorf

Strecke: 20,3km | Höhenmeter: 830hm | Viecher: 5 Smaragdeidechsen, 2 Eichkatzln

Eigentlich wollte ich nach Frohnleiten an der Mur fahren, auf den Haneggkogel gehen, ein paar Kirchen besichtigen und gut essen gehen. Doch am Vorabend dämmerte mir, dass der aktuelle Waldbrand „nördlich von Graz“ genau am Nachbarberg meines geplanten Gipfels wütete – weniger als zehn Kilometer Luftlinie entfernt. Die Höhenströmung war zwar indifferent, aber durch die tageszeitliche Erwärmung war thermisch auflebender Südostwind zu erwarten, also im ungünstigen Fall stärkere Rauch- und Brandgeruchentwicklung. Das verschob ich lieber auf einen Zeitpunkt nach dem irgendwann hoffentlich eintreffenden Regen.

Weiterlesen „Unterwegs am Stadtwanderweg (27.04.26)“