Orchideenrunde über den Krummbachstein (1602m), Schneeberg-Gebiet (24.06.26)

Track auf der OTM „Mascherlrunde“

Wegführung: Kaiserbrunn Hst. (9.40) – Miesleitensteig – Knofeleben (11.50) – Krummbachstein (12.50) – Schiblsteig – Krummbachsattel (13.30) – Wassersteig – Knofelebenhütte (14.45-16.30) – Eng – Payerbach-Reichenau Bf. (18.10)

Strecke: 17,5km | Höhenmeter: 1200 | Vegetation: 7 verschiedene Orchideenarten | Viecher: Zaunkönig, Fitis (akustisch), Forsthausjagdhund und Katz | Gehzeit: ca. 6 Std.

Tag noch genutzt vor der großen Hitze, aber unerträglich war es trotzdem. Wäre ich in Wien geblieben, wäre es mit 8°C Taupunkt gut aushaltbar gewesen, aber ich wollte ja auf den Berg und obwohl es am rund 10 Grad kühler war als in Wien, lag der Taupunkt gut 10 Grad höher. So eine Schwüle hab ich nicht oft erlebt. Entsprechend war diese Tour eine grenzwertige Partie. Mit genug Flüssigkeit ging es zum Glück und botanisch war der Weg so interessant, dass ich ohnehin ständig zum Schauen und Fotografieren stehenblieb.

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Hochwassermarken und Klimaerwärmung

Hochwassermarken am Beginn der Stillensteinklamm in Gießenbach, Strudengau (Donau), fotografiert am 7. April 2018 (siehe Wanderbericht)

Ich titelte das Bild damals mit „Der Klimawandel lässt grüßen„. Warum? Zwei „Jahrhunderthochwasser“ im Abstand von elf Jahren sprachen für sich. Das Hochwasser von 2013 wurde nur durch das Jahrtausendhochwasser im August 1501 übertroffen, das entlang der Donau für nie dagewesene Pegelstände gesorgt hatte, etwa in Passau oder in Ybbs an der Donau. Was 1501 für die Donau war, war 1784 für den Main durch einen Vulkanausbruch auf Island mit nachfolgend strengem Winter in Mitteleuropa. Aber auch hier toppt das Magdalenenhochwasser alle bisherigen Pegelstände.

Hochwassermarken Altes Rathaus (erstmals erwähnt 1379 als Stadtwaage) in Miltenberg am Main, Unterfranken

Nun argumentieren manche Kritiker damit, dass es diese Extremereignisse früher auch schon gegeben habe und damals habe es keinen menschengemachten Klimawandel gegeben, folglich könnten heutige Extremereignisse auch nicht vom Menschen mitverursacht worden sein. Das ist so nicht ganz richtig, denn im Mittelalter waren wesentlich größere Flächen im großen Umfang gerodet als heute, und mit Ackerbau und Bodenversiegelung werden Hochwässer natürlich begünstigt. Bis etwa 1850 dauerte zudem die „Kleine Eiszeit“ mit verregneten Sommern und langen strengen Wintern, sodass Eisstau und Schneeschmelze im großen Umfang noch zu hohen Wasserständen beitrugen.

Aber warum können Naturkatastrophen nicht verschiedene Ursachen haben? Damals der Wechsel von der Warm- auf die Kaltzeit, heute die anthropogene Klimaerwärmung. In der jüngeren Geschichte häufen sich extreme Starkregenereignisse:

Alle genannten Ereignisse wurden durch kleinräumige, intensive Starkregentiefs verursacht, wobei im September 2024 im Einzugsgebiet der Donau so viel Niederschlag fiel, dass es unterhalb von Wien für ein 100-jährliches Hochwasser gereicht hat (Hainburg an der Donau), ganz ohne zusätzliche Schneeschmelze. Die Hochwasser 2002, 2005 und 2013 wurden hingegen durch eine klassische Vb-Lage verursacht – eine Wetterlage, die auch im August 1501 sowie beim Magdalenenhochwasser 1342 vorgeherrscht haben dürfte. Den Einfluss der Klimaerwärmung analysiert die sogenannte Attributionsforschung – sie zeigt klar, dass die aktuelle Erwärmung der Erde (Luft und Wasser) Starkregenereignisse wie in den letzten Jahren ebenso begünstigt wie ausgeprägte Dürreperioden.

Im Jahr 2024 hatten wir beides, wenn ich daran erinnern darf – einen trockenen Sommer zwischen den beiden Starkregenereignissen Ende Mai und Mitte September und danach einen trockenen Winter – in manchen Alpenregionen war der Neuschnee Mitte September 2024 die höchste Schneedecke des Winters 2024/2025. Die Trockenheit setzt sich seit Herbst 2025 fort. Nun eine beispiellose Hitzewelle im Alpenraum. In Frankreich wurden am Montag, 22. Juni 2026 mehr als 150 absolute Hitzerekorde gebrochen (überalle Monate hinweg). Diese Ko-Existenz von Wetterextremen wurde vorhergesagt – also extreme Regenmengen in kurzer Zeit und dann wochen-, oder gar monatelang wieder trocken. Wir brauchen nicht nur ein besseres Dürremanagement, sondern allgemein einen effektiveren Umgang mit der Ressource Wasser (Stichwort: Poolbefüllung).

Ich erinnere mich noch an meine Urlaubswoche in Bad Goisern etwa eine Woche nach dem verheerenden Septemberhochwasser 2024. Der Hotelwirt erläuterte mir stolz, dass die jahrhundertealten Entlastungskanäle in Bad Goisern jedes Hochwasser verhindern würden. Doch dabei hatte er ein wichtiges Detail weggelassen – von den 250-300mm im Einzugsgebiet des Hallstätter Sees fiel der Großteil in Form von Schnee, nämlich über Stunden hinweg sogar bis zum Talboden auf 500m Seehöhe! Dadurch wurde der Großteil des Niederschlags in fester Form gebunden und verzögert in die Bäche und Flüsse abgegeben. Bei diesen Mengen mit gleichzeitig 2000-2500 Metern Schneefallgrenze hätten wir es mit einer ganz anderen Dimension von Abflussmengen zu tun gehabt, da hätten die Kanäle in Bad Goisern auch nicht mehr viel genutzt. Die niedrige Schneefallgrenze bewahrte übrigens auch Teile der niederösterreichischen Voralpen vor einer größeren Katastrophe.

Ich möchte daher darum bitten, sich seinen Erklärungshorizont offen zu halten und nicht von damals auf heute zu schließen. Die menschengemachte Erderwärmung ist klar belegt, ebenso der Zusammenhang zwischen Erwärmung und Zunahme an absoluter Feuchte in der Atmosphäre. Damit ist hinreichend erklärt, weshalb Starkregen- und Hochwasserereignisse immer heftiger werden. Für die Naturkatastrophen in den Jahrhunderten davor gibt es andere Erklärungen, teils Vulkanausbrüche, teils großflächige Rodungen von Wäldern zur Nutzbarmachung als Acker- und Beweidungsflächen. Der Mensch war, seit es Aufzeichnungen gibt, schon immer ein Faktor. Doch noch nie passierte die Erwärmung in erdgeschichtlich so kurzer Zeit wie jetzt – global und zeitgleich. Das ist der Unterscheid zu damals.

Hoher Zetz (1264m) ab Anger, Grazer Bergland (13.06.26)

Anger im Feistritztal (dahinter beginnt das Joglland)

Wegführung: Anger (10.00) – Ruine Waxenegg (10.20) – Waldtoni (11.45) – Gschnaiderkreuz (12.15) – Wittgruberhof (12.30) – Gipfel (13.30-14.00) – Edelschachen (Gasthof Almer, 15.50-17.10) – Anger (18.10)

Höhenmeter: 900 | Strecke: 14,1km | Reine Gehzeit: ca. 5,5 bis 6 Stunden | Orchideen; Heidelerche

Weite Anfahrt für eine Tagestour von Wien aus! Wolfgang hatte die zündende Idee und dem schloss ich mich mit Blick auf die Wetterkarten gerne an:

Die Wetterlage war für Mitte Juni eher ungewöhnlich: Eine straffe Nordwestströmung in allen Höhen am Rande eines Hochdruckgebiets mit hochlabiler Warmluft im Süden und etwas kühleren, aber weiterhin labilen Luftmassen im Norden. Die Wettermodelle zeigten bis zum Vorabend höchst unterschiedliche Ergebnisse: ICON D2 rechnete fast keinen nennenswerten Niederschlag, bzw. maximal bis Mur-Mür-Furche reichend. GFS rechnete etwas mehr, aber nur insgesamt nur sporadische Signale. EZMWF blieb unverrückbar bei weit nach Südosten ausgreifenden Schauern, Zetz und Kulm sollten dabei etwa die Grenze bilden. Im Rückblick stimmte nicht der Durchschnitt aller Modelle, sondern das EZMWF-Modell, wie bereits am Vortag und auch am Folgetag. Die Kombination aus starkem Nordwest und labilen Luftmassen schien allgemein keine Stärke des Lokalmodells D2 zu sein. Kann man sich merken.

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VAVÖ Grundmodul – ein Erfahrungsbericht (II)

„Spitaler Marmor“ beim Pießling Ursprung, daneben eine Bergflockenblume

Zweiter Teil meines Erfahrungsberichts zum Grundmodul Wanderführer beim VAVÖ, welches vom 4. bis 7. Juni 2026 in Spital am Pyhrn stattfand. Nach wie vor bestand die Aufteilung in zwei Kleingruppen.Am Samstag war unsere Gruppe dran mit Naturkunde zwischen Pießling-Ursprung und Gleinkersee, während die andere Gruppe die gleiche Runde am Schweizersberg ging. Am Sonntag folgte der Abschluss mit Theorie und nochmal Gruppenübungen. Meine abschließenden Worte zur Veranstaltung dann am Ende dieses Eintrags.

(Link zum ersten Teil)

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VAVÖ Grundmodul – ein Erfahrungsbericht (Teil I)

Höchste Erhebung vom Schweizersberg (Stummerkogel 817m), 05. Juni 2026 (im Hintergrund tiefbasige Quellwolken aus der Restfeuchte)

Ich gehe seit sechzehn Jahren regelmäßig und ganzjährig in die Berge und habe mir schon einen gewissen Erfahrungsschatz aufgebaut. Wiederholt war (und bin) ich bei geführten Touren dabei und konnte mir zuletzt immer öfter vorstellen, selbst einmal Gruppen zu führen und an meinem breit gefächerten Hintergrundwissen teilhaben zu lassen. Ich habe mich beim VAVÖ privat angemeldet, um erst einmal unverbindlich hineinzuschnuppern, ob das überhaupt etwas für mich ist, ehe ich weitere Schritte setze.

Vorab: Beim Grundmodul gibt es keine Prüfung, sondern eine Kursbesuchsbestätigung, die einen dazu befähigt, unentgeltlich Touren zu führen. Erst mit dem Aufbaumodul darf man entgeltlich, also selbständig oder für Tourismusbetriebe führen – dort gibt es auch eine mündliche und schriftliche Prüfung. Das Aufbaumodul kann je nach finanziellen Ressourcen in vier oder (entspannter in) fünf Tagen abgeschlossen werden. Optional gibt es für den Winter ein Schneeschuhwandermodul, aber erst nach dem Aufbaumodul.

Inhalt:

Wir waren insgesamt fünfzehn Teilnehmer und vier Kursleiter, von denen Klaus und Uwe den Großteil der Organisation und Themengebiete (Orientierung, Naturkunde, Gruppendynamik) übernommen haben. Kathrin brachte uns rechtliche Aspekte näher und Hans das Notfallmanagement am Berg im Schnelldurchgang.

Ablauf:

Der Kurs gliederte sich in einen Theorieblock am Donnerstag, aufgelockert durch Orientierungsübungen vor dem Hotel, danach Wetterkunde und Kennenlernübungen. Am Freitagvormittag kam das Recht, danach ein Spaziergang mit intensivem Orientierung üben am Schweizersberg bei Windischgarsten. Am Samstag ein weiterer Spaziergang von Roßleithen zum Pießlingursprung und zum Gleinkersee mit Schwerpunkt Naturkunde. An beiden Tagen zwei Kleingruppen mit je acht bzw. sieben Teilnehmern, sodass jeder einmal für ein kurzes Teilstück die Gruppe führen und ein „Gestaltungselement“ einbringen durfte. Ich redete natürlich übers Wetter, andere brachten Achtsamkeitsübungen oder Informatives zur Umgebung. Am Abend dann noch Notfallmanagement mit praktischen Übungen. Da war ich schon ziemlich an meinem Kapazitätsende angelangt leider. Wie ich feststellen musste, hatte ich von Erster Hilfe ziemlich am wenigsten Ahnung von allen und werde bald einen Kurs diesbezüglich nachholen. Am letzten Tag kamen noch einmal Orientierung mit praktischen Übungen sowie ein Streifzug durch die Botanik, und ein gruppenpädagogischer Teil, immer sehr kurzweilig. Mit einer Feedbackrunde in Kleingruppen schloss der Kurs und jeder durfte sich stolz die Bestätigung abholen.

Bisherige Erfahrungsberichte: Eli (2019) und Gert 2014

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Josefiberg und Moltersberg (971m) ab Spital am Pyhrn (03.06.26)

Track auf der Open Topo Map

Höhenmeter: 400 | Strecke: 8.3km | Orchideen, Regenwetter

Eine kurzfristig improvisierte Tour, nachdem es zunächst nicht danach aussah, als ob es tagsüber zu regnen aufhören würde. Ich frühstückte ausgiebig und brach dann mit Regenschirm und Regenhose bewaffnet mit Zweckoptimismus auf. Dieses Mal nur Handyfotos. Vom Josefiberg hab ich lustigerweise erst am Vorabend das erste Mal gehört. Man braucht schon hochaufgelöste Karten, um das langgestreckte Bergl zwischen Autobahn und Ort zu erkennen.

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Hofalmhütte – Pyhrgasgatterl – Genusstubn ab Spital am Pyhrn, Haller Mauern (02.06.26)

Ausblick auf das Tote Gebirge und OÖ Voralpen von der Hofalmhütte

Wegführung: Spital am Pyhrn /Haus Freunde der Natur (9.50) – Hofalmhütte (11.35-12.25) – Pyhrgasgatterl (13.25) – Trattenbacher Genusstubn (14.30-15.50) – Spital am Pyhrn (16.30)

Höhenmeter: 850 | Strecke: 14,7km | 6 verschiedene Orchideen: Fliegen-Ragwurz, Fuchs-Knabenkraut, Breitblättriges Knabenkraut, Mannsknabenkraut, Breitblättriges Waldvögelein, Großes Zweiblatt

Wetterlage: Föhnige Südwestströmung mit labiler Warmluft. Einzelne Modelle mit präfrontalen Gewittern.

Ausrüstung: Sony RX 100 VI (1Zoll-Kompaktkamera mit manuellem Fokus)

Auftakt zu einer langen Woche. Ich fuhr um 6.30 in Wien weg und konnte gemütlich im Railjet frühstücken, ehe ich in Linz umstieg. Gut zu wissen – um 8.04 fährt ein Interregio genannter Cityjet (einfache Garnitur) nach Graz, mit größeren Gruppen könnte es eng werden. Der CJ hat eine winzige erste Klasse im Kopfteil und die anderen Sitzplätze können reserviert werden. In Wien wäre es ein gewöhnlicher Nahverkehrszug.

Nach exakt drei Stunden kam ich pünktlich in Spital am Pyhrn an und checkte erstmal im Naturfreundehaus ein. Leider hatten sich die Modelle konsolidiert, dass der Anreisetag vom Wetter her länger stabil sein würde und am Folgetag eine schleifende Kaltfront eher trübes und regnerisches Wetter bringen würde. Umgekehrt wäre mir lieber gewesen. Aber so war es nun mal. Ich beschloss kurzfristig, mir einen gemütlichen Tag zu machen – die Folgetage würden mit dem Wanderführer-Grundmodul beim VAVÖ noch intensiv genug werden. Daher kam nur diese kleine Hüttenrunde mit zwei längeren Stops zustande, die dafür botanisch reichlich zu bieten hatte.

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