Zweiter Tag nach der langen Überschreitung der Planspitze am Vortag. Das Hochzinödl ist technisch einfach ohne Kletterstellen zu erreichen. Der Panoramaweg war schön zu gehen, wenngleich ich am Ende die starke Sonneneinstrahlung spürte. Der Abstieg von der Hesshütte zog sich dafür gewaltig, aber die Blicke in die südlichen Kare des Hochtors waren beeindruckend.
Nachdem die geplante Priel-Überschreitung aufgrund des unbeständigen Montags nichts wurde, disponierte ich mit meinen Wanderfreunden auf Gesäusegipfel um, mit Übernachtung auf der Hesshütte. Im ersten Teil dieser Tagestour zeige ich den Aufstieg vom Parkplatz Kummerbrücke über den Wasserfallweg (Klettersteig) auf die Ebersangeralm.
Charakteristik: Zunächst lange den Hang querend mit viel Wurzeln durch Windwurfgelände, dann moderat ansteigend bis zum Wasserfall. Danach steil entlang der Felswand hinauf bis zu einem Eck und über enge erdig-schrofige Kehren zum Beginn der Versicherungen. Kletterstellen meistens A, beim abdrängenden Riss und der steilen Leiter mit B einzustufen. Dort ziemlich ausgesetzt, aber entweder eine Rippe, die Grasböschung oder kleine Bäume dazwischen, sodass es sich nicht so luftig anfühlte (außer man schaute bewusst hinab).
Zweiter Teil: Aufstieg über Kölblplan zur Planspitze und Abstieg zur Hesshütte.
Charakteristik: Anspruchsvolle Überschreitung der Planspitze, zuerst steil bis zum Grat, dann eine Querung mit unangenehmer Abkletterstelle (I), danach hinauf (I) auf ein exponiertes Band und sofort steil hinauf, seilgesichert mit einem Eck nach links (B). Ausgesetzte Querung und rechts hinauf (I), zum Schluss nochmals seilgesichert und sehr steil (B). Über einfaches Schrofengelände abflachend zum Gipfel.
Im Abstieg zunächst steil in engen Kehren die Plan hinab, dann eine lange Querung, zunächst unschwierig, dann steil mit zwei seilgesicherten Passagen (A/B) und zahlreichen Felsstufen von Band zu Band (ungesichert), deren Tritte von oben meist schwer sichtbar waren. Ab der Vereinigung mit dem Steig, der von der Peternscharte hinunterzieht, wurde es deutlich einfacher, aber der Weg bis zur Hütte zog sich mit einigen kleineren Auf- und Abstiegen, bis zum Schluss Konzentrationsgelände.
Unser Fazit: Hinauf durchaus anspruchsvoll und kraftraubend, hinab eine Stufe weniger steil, aber ebenfalls kein Ausrutschgelände, die vielen Abkletterstellen verlangten Geschick und kosteten Zeit. Der Ausblick von der Planspitze war dafür traumhaft.