Wilhelmswarte, Jubiläumswarte und Klesheimwarte am Anninger, Wienerwald (21.08.26)

Wilhelmswarte am Anninger (675m)

Wegführung: Gumpoldskirchen – Steinweg – Wilhelmswarte – Jubiläumswarte – Tieftal – Pfaffstättner Kogel – Pfaffstätten Hst. | 800hm, 15.4km | 2 Ringeltauben, 1 Schwarzspecht, viele Bläulinge

Nach den höhenmeterintensiven Wochen in Osttirol und am Ötscher brauchte ich ein paar Ruhetage, ehe ich wieder unterwegs sein sollte. Am Vortag war es schwülheiß mit Gewittern, am Folgetag nurmehr extrem schwül durch die starken Niederschläge. Meine Wahl fiel auf den Anninger, um die Dürreschäden zu dokumentieren und den ersten Tag auszunutzen, den die Prokschhütte nach dem Urlaub wieder offen hatte.

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Überschreitung der Gemeindealpe (1626m), Ybbstaler Alpen (15.08.26)

Track COROS PACE 4 auf der Open Topo Map

Wegführung: Schutzhaus Vorderötscher (8.30) – Halterhütte „In der Brach“ (10.10-11.00) – Gemeindealpe (11.40-11.50) – Mulisteig – Mitterbach am Erlaufsee Hst. (13.40) | 810hm, 11km | Schwarzspecht

Es fiel mir schon ein wenig schwer den idyllischen Ort zu verlassen, speziell mit dem Wissen, am Abend im 35 Grad warmen Wien aufschlagen zu müssen, aber es half nichts, ich hatte am nächsten Tag Dienst. Was ich definitiv nicht in meine Pläne eingerechnet hatte, war der Feiertag (Mariä Himmelfahrt). Damit war für einen Samstag noch mehr los als üblich. Zudem hoffte ich, in der Mariazellerbahn noch einen Platz zu bekommen. Es ging alles gut, auch weil ich früh dran war und die meisten sowieso bei Wienerbruck wieder ausstiegen.

Link zu Teil 1 – Erlaufklause – Ötschergräben – Vorderötscher-Schutzhaus

Link zu Teil 2 – Überschreitung Ötscher über Rauer Kamm und Riffelsattel

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Lange Ötscher (1893m) – Überschreitung ab Vorderötscherschutzhaus, Ybbstaler Alpen (14.08.26)

Ötscher (1893m) – Gipfel

Wegführung: Vorderötscherschutzhaus (8.20) – Schleierfall (8.40) – Jägerherz (9.30) – Rauer Kamm (11.05) – Gipfel (12.40-13.00) – Ötscherschutzhaus (13.50) – Riffelsattel (14.05) – Spielbichler (14.45) – Vorderötscherschutzhaus (16.10)

Höhenmeter: 1270 | Strecke: 19.7km | Reine Gehzeit: ca. 7 Stunden

Bisher bin ich den Rauen Kamm zwei Mal gegangen: Im Herbst 2014 mit Günter und Übernachtung am Ötscherschutzhaus, damals von Wienerbruck weg. Dann im Herbst 2023 mit Werner von Lackenhof weg als Tagestour. Dieses Mal fühlte ich mich trittsicher und erfahren genug, um den Rauen Kamm alleine zu gehen. Vom Wetter her gab es keinen Zeitdruck, nur das Wasser würde knapp werden. Rückblickend betrachtet hätte ich mindestens vier Liter mitnehmen sollen oder doch versuchen sollen, mit kleinerem Rucksack zu gehen. Aber es ist alles gut gegangen.

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Ötschergräben von der Erlaufklause bis Vorderötscher, Ybbstaler Alpen (13.08.26)

es war noch genug Wasser da, damit sich Wanderer darin spiegeln konnten

Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen in dieser Woche flüchtete ich gleich wieder aus Wien. In Ostösterreich konnte man wegen der extremen Waldbrandgefahr und diverser Öffi-Baustellen ohnehin wenig unternehmen. So fährt etwa bis Schulbeginn zwischen Ternitz und Payerbach-Reichenau ein Schienenersatzverkehr. Sonst hätte ich wohl im Schneeberg-Gebiet eine Tour unternommen. Beim Ötscherschutzhaus war für mich nicht ersichtlich, ob es Donnerstag und Freitag überhaupt geöffnet war, also buchte ich zwei Mal Lager im Vorderötscherschutzhaus für stolze 102 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts, aber billiger wäre ein Hotel in Wien auch nicht gewesen.

Anreise mit der Mariazellerbahn bis Haltestelle Erlaufklause. Unterwegs sah ich die extremen Hitze- und Dürreschäden im Pielachtal. Ehemals grüne Wiesen vollkommen verbrannt. Viele Wälder geschädigt, viele Laubbäume warfen ihre Blätter ab. Ein dystopischer Anblick. Bilder hierzu später in einem separaten Blogbeitrag auf meteofranke.com. Pünktlich um 13.40 begann ich meine Wanderung – da war es schon recht heiß. Schuld daran die extrem trockene Luft und die ausgetrockneten Böden. 100% der Sonnenenergie fließt dann in den fühlbaren Wärmestrom und muss nicht mehr für die Verdunstung abgezweigt werden. Nach kalten Nächten gab es in der Region also über 25°C Tagesgang. Das hab ich zugegeben etwas unterschätzt und ordentlich geschwitzt, bis ich beim Schutzhaus ankam.

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Weißer Knoten (2890m) ab Lucknerhaus, Glocknergruppe (08.08.26)

Gipfelkreuz

Wegführung: Lucknerhaus (8.05) – Glorer Hütte (9.50) – Gipfel (10.40) – Glorer Hütte (11.30-14.00) – Lucknerhaus (15.45) | 980hm, 12km | Tiersichtungen: Fuchs, Gänsegeier, Murmeltiere, Gimpel, Turmfalke

Von der Routenführung die einfachste Tour und die Höhenmeter ersparte ich mir durch die Auffahrt bis zum Lucknerhaus. Nach vier Touren in Folge spürte ich schon langsam ein wenig die Knie und Füße und wollte es daher ruhiger angehen lassen. Mit dem Weißen Knoten wurde es zumindest mein höchster Gipfel seit dem 29. August 2018 (Kolbenspitze in den Ötztaler Alpen).

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Kalser Höhe (2434m) und Ganotzkogel (2519m) ab Kals, Granatspitzgruppe (07.08.26)

Ganotzkogel mit Blick zur Kendlspitze und Weißem Knopf rechts

Wegführung: Kals (Ort, 8.05) – 2B – Kals-Matreier Törlhaus (10.25-10.55) – Kalser Höhe (2434m, 11.25) – Ganotzkogel (2520m, 11.45) – Ghf. Glocknerblick (13.00) – Gamsalm (Großdorf, 14.15-16.55) – Kals (17.20) | 1280hm, 16.2km | ca. 6 Stunden Gehzeit

Der Vortag brachte zwar eine längere Gehstrecke, aber wenig Höhenmeter und ich hatte den ganzen Nachmittag zum Ausruhen. Entsprechend war wieder Motivation gegeben, eine größere Tagestour zu gehen. Ich wollte aber einmal nicht Bus fahren, sondern länger frühstücken und ungebunden sein von öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Seilbahn aufs Cimaross fuhr leider erst ab 9 Uhr – viel zu spät bei dieser Hitze und Gewitterneigung. Unklar blieb, ob ich bei der Bergstation ein Ticket lösen konnte. Diese Information war im Netz nicht auffindbar. Ich wollte aber spontan bleiben und mich nicht beim Weggehen festlegen müssen. Letztendlich hab ich die ganze Runde dann ohne Seilbahn gemacht.

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Dorfer See über Daberklamm, Nationalpark Hohe Tauern (06.08.26)

Kleinod Dorfer See

Wegführung: Taurerwirt (7.40) – Daberklamm – Kalser Tauernhaus (9.20) – Dorfer See (10.20-10.45) – Kalser Tauernhaus (11.45-13.00) – Taurerwirt (14.15) | 500hm, 17.4km

Nach einer extrem warmen Nacht in Ostösterreich sollte an diesem Tag die Gluthitze einen weiteren Höhepunkt erreichen, ehe so etwas wie eine Kaltfront kam. In Osttirol ging es ein wenig schneller und so hatte ich nur einen guten halben Tag für eine Tour. Daberklamm und Dorfer Tal standen für den „Schlechtwettertag“ auf der Liste, der dann doch lange brauchbar war, aber immer mit dem kritischen Blick zum Himmel. Der war dort auch notwendig, denn es gab keinen Netzempfang. Vielen Wandersmenschen würde ich wünschen, wieder öfter in den Himmel statt in die App zu schauen, aber dazu später mehr.

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Stüdlhütte (2802m) über Teischnitztal, Glocknergruppe (05.08.26)

Teischnitztal mit Großglockner

Wegführung: Taurerwirt (7.45) – Teischnitztal – Stüdlhütte (11.15) – Lucknerhütte (12.30-14.00) – Lucknerhaus | (14.50) | 1320hm, 13.3km | Murmeltiere

Für den zweiten Tag hatte mich der Ehrgeiz gepackt und nach dem schnellen Aufstieg aufs Figerhorn fühlte ich mich fit genug, um nochmal eine 1300hm-Tour nachzulegen. Noch dazu hatte ich drei Hütten im Abstieg und musste den Rucksack nicht unnötig beschweren. Die Gewittergefahr war ähnlich wie am Vortag: Ortsfeste Gewitterzellen gegen 15, 16 Uhr Lokalzeit. Mit dem zeitigen Start vom Taurerwirt hatte ich mehr als genug Spielraum.

Für diese Tour galt eindeutig: Der Weg ist das Ziel. Der Aufstieg übers Teischnitztal war einfach traumhaft. Die längeren Forstwegabschnitte zu Beginn störten nicht. Sie verliefen außerdem durchwegs im Schatten.

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Überschreitung des Figerhorn (2743m), Glocknergruppe (04.08.26)

Freiwandspitze und Glocknermassiv

Wegführung: Kals (Ort, 8.00) – Burg – Felsenkapelle (8.37) – Gipfel (11.20-11.35) – Greibühel (2247m, 12.35-12.45) – Lucknerhaus (13.20)

Höhenmeter: 1450hm | Strecke: 13km | ca. 4 Std. 45 Minuten reine Gehzeit | Murmeltiere, Turmfalke; Tauernblümchen, Edelweiss

Erstmals ein Wanderurlaub, der dezidiert als „Stadtflucht“ konzipiert wurde. Am Tag, wo in Wien erneut 40°C erreicht wurden, fuhr ich mit Bahn und Bus vollkommen problemlos nach Kals am Großglockner, was für die lange Anreise von rund sechseinhalb Stunden Fahrtzeit nicht unfaszinierend ist. Ich quartierte mich im „Haus Charlotte“ unweit vom Gemeindeamt ein. Die sehr freundliche Unterkunftgeberin richtete sich mit dem reichhaltigen Frühstück nach meinen Aufstehzeiten. Für etwas mehr Komfort nutzte ich ein Doppelzimmer für eine Person, dafür mit Balkon und Blick nach Westen. Im Gegensatz zu Innervillgraten (Slogan: „Kommen Sie zu uns! Wir haben nichts!“) war Kals schon recht überlaufen vom Massentourismus, vor allem Deutsche und Holländer. Für mich galt, die weniger frequentierten Wege zu finden, was mir großteils auch gelang.

Das Figerhorn, mein erster (und einziger richtiger) Gipfel der Region, leitet sich von romanisch vicus = Dorf ab. Fig hieß früher der heutige Ort Großdorf. Der Hofname Figer wurde urkundlich bereits 1307 als Zefig (sub vico, unter dem Dorf) erwähnt.

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Hochzinödl (2191m) ab Hesshütte, Gesäuse (29.07.26)

Gipfel

Wegführung: Hesshütte (1699m, 8.10) – Gipfel (2191m, 9.30-10.30) – Panoramaweg – Hesshütte (12.30-13.00) – Kölblwirt (864m, 16.20) | 530hm, 11.3km | Reine Gehzeit: ca. 6 Stunden | Rudel Gämse, Hirschlausfliegen (Gipfel), Murmeltier, Bremseninvasion (Johnsbachtal)

Zweiter Tag nach der langen Überschreitung der Planspitze am Vortag. Das Hochzinödl ist technisch einfach ohne Kletterstellen zu erreichen. Der Panoramaweg war schön zu gehen, wenngleich ich am Ende die starke Sonneneinstrahlung spürte. Der Abstieg von der Hesshütte zog sich dafür gewaltig, aber die Blicke in die südlichen Kare des Hochtors waren beeindruckend.

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