Hochzinödl (2191m) ab Hesshütte, Gesäuse (29.07.26)

Gipfel

Wegführung: Hesshütte (1699m, 8.10) – Gipfel (2191m, 9.30-10.30) – Panoramaweg – Hesshütte (12.30-13.00) – Kölblwirt (864m, 16.20) | 530hm, 11.3km | Reine Gehzeit: ca. 6 Stunden | Rudel Gämse, Hirschlausfliegen (Gipfel), Murmeltier, Bremseninvasion (Johnsbachtal)

Zweiter Tag nach der langen Überschreitung der Planspitze am Vortag. Das Hochzinödl ist technisch einfach ohne Kletterstellen zu erreichen. Der Panoramaweg war schön zu gehen, wenngleich ich am Ende die starke Sonneneinstrahlung spürte. Der Abstieg von der Hesshütte zog sich dafür gewaltig, aber die Blicke in die südlichen Kare des Hochtors waren beeindruckend.

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Planspitze (2117m) über Wasserfallweg – Teil 1 , Gesäuse (28.07.26)

Track auf der Coros Pace 4

Wegführung: Kummerbrücke Parkplatz (9.35) – Wasserfall (10.45) – Ausstieg (12.25) – Ebersanger (12.55) – Kölblplan Ausstieg (14.45) – Gipfel (15.50-16.00) – Hesshütte (18.10)

Höhenmeter: 1560 | Strecke: 8.2km (nur….) | Reine Gehzeit: ca. 7 Std. 30 Minuten | Viecher: Gams; Breitblättrige Stendelwurz, Fuchs-Knabenkraut (unten)

Nachdem die geplante Priel-Überschreitung aufgrund des unbeständigen Montags nichts wurde, disponierte ich mit meinen Wanderfreunden auf Gesäusegipfel um, mit Übernachtung auf der Hesshütte. Im ersten Teil dieser Tagestour zeige ich den Aufstieg vom Parkplatz Kummerbrücke über den Wasserfallweg (Klettersteig) auf die Ebersangeralm.

Charakteristik: Zunächst lange den Hang querend mit viel Wurzeln durch Windwurfgelände, dann moderat ansteigend bis zum Wasserfall. Danach steil entlang der Felswand hinauf bis zu einem Eck und über enge erdig-schrofige Kehren zum Beginn der Versicherungen. Kletterstellen meistens A, beim abdrängenden Riss und der steilen Leiter mit B einzustufen. Dort ziemlich ausgesetzt, aber entweder eine Rippe, die Grasböschung oder kleine Bäume dazwischen, sodass es sich nicht so luftig anfühlte (außer man schaute bewusst hinab).

Link auf Teil 2: Überschreitung der Planspitze ab Ebersanger über Kölblplan zur Hesshütte

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Planspitze (2117m) über Kölblplan – Teil 2 , Gesäuse (28.07.26)

teilweise versicherter Aufstieg zum Gipfel von der Kölblplan kommend (rechts), rot markierte Kletterstellen

Wegführung: Kummerbrücke Parkplatz (9.35) – Wasserfall (10.45) – Ausstieg (12.25) – Ebersanger (12.55) – Kölblplan Ausstieg (14.45) – Gipfel (15.50-16.00) – Hesshütte (18.10)

Höhenmeter: 1560 | Strecke: 8.2km (nur….) | Reine Gehzeit: ca. 7 Std. 30 Minuten | Viecher: Gams; Breitblättrige Stendelwurz, Fuchs-Knabenkraut (unten)

Zweiter Teil: Aufstieg über Kölblplan zur Planspitze und Abstieg zur Hesshütte.

Charakteristik: Anspruchsvolle Überschreitung der Planspitze, zuerst steil bis zum Grat, dann eine Querung mit unangenehmer Abkletterstelle (I), danach hinauf (I) auf ein exponiertes Band und sofort steil hinauf, seilgesichert mit einem Eck nach links (B). Ausgesetzte Querung und rechts hinauf (I), zum Schluss nochmals seilgesichert und sehr steil (B). Über einfaches Schrofengelände abflachend zum Gipfel.

Im Abstieg zunächst steil in engen Kehren die Plan hinab, dann eine lange Querung, zunächst unschwierig, dann steil mit zwei seilgesicherten Passagen (A/B) und zahlreichen Felsstufen von Band zu Band (ungesichert), deren Tritte von oben meist schwer sichtbar waren. Ab der Vereinigung mit dem Steig, der von der Peternscharte hinunterzieht, wurde es deutlich einfacher, aber der Weg bis zur Hütte zog sich mit einigen kleineren Auf- und Abstiegen, bis zum Schluss Konzentrationsgelände.

Unser Fazit: Hinauf durchaus anspruchsvoll und kraftraubend, hinab eine Stufe weniger steil, aber ebenfalls kein Ausrutschgelände, die vielen Abkletterstellen verlangten Geschick und kosteten Zeit. Der Ausblick von der Planspitze war dafür traumhaft.

Link zu Teil 1: Aufstieg über Wasserfallweg bis Ebersanger

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Nördlicher Grafensteig, Schneeberg (26.07.26)

Durchquerung der Breiten Ries

Wegführung: Losenheim Sessellift Talstation (Bushaltestelle, 8.50) – Edelweißhütte (9.40) – Nördlicher Grafensteig – Haltestelle Baumgartner (13.10-14.30) – Hengsttal – Puchberg Bf. (16.10) | 870hm, 17.8km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. | Pannonischer Enzian, Roter Apollofalter

Nach dem Südlichen Grafensteig am Mittwoch also gleich der Nördliche Grafensteig fünf Tage später. Aufgrund der unsicheren Wetterlage (Gewittergefahr ab etwa 13 Uhr Lokalzeit) schied ein Gipfel von vorneherein aus. Beim Grafensteig gab es ein paar „Exit“-Strategien, den Unteren Schneidergraben oder Unterer Herminensteig, beide aber kein Vergnügen im Abstieg. Bis zur Haltestelle Baumgartner würde ich es aber wohl schaffen und dann je nach Wetterentwicklung entscheiden.

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Südlicher Grafensteig über Stadelwandgraben, Schneeberg-Gebiet (22.07.26)

Track auf der Open Topo Map

Kaiserbrunn (9.35) – Flusswanderweg – Stadelwandgraben (10.00) – Stadelwandhöhe (1407m, 11.50-12.00) – Südlicher Grafensteig (12.20) – Haltestelle Baumgartner (15.05-16.10) – Mieseltal – Puchberg Bf. (18.10) | 1260hm, 19,5km | ca. 7h 15 Minuten reine Gehzeit | 7 Gemsen, 1 Höllenotter, 1 Reh, Apollofalter, Braunrote Stendelwurz, Mücken-Händelwurz, diverse Steinbrech

Lückenschluss! Bei meiner erstmaligen Begehung des Stadelwandgrabens im August 2013 ließ ich den Hochschneeberg aus und ging stattdessen den Südlichen Grafensteig zur Kienthaler Hütte weiter. Dieses Mal sollte der östliche Teil bis Baumgartner folgen. Ursprünglich dachte ich daran, die Weichtalklamm mitzunehmen und den vollständigen Steig zu gehen, aber das wäre wohl etwas zu lang geworden. Außerdem hätte ich den Helm mitnehmen müssen und der Rucksack war auch so schon schwer genug. Mein Résumée: Schöne lange Hangquerung, die beiden exponierten Querungen der Königsschusswand und in den Großen Saugraben sind ausreichend versichert. Unangenehmer sind die erodierten Hänge im Saugraben mit Schuttlawinen. Bei Nässe, Schnee und Eis möchte ich das nicht gehen.

Jetzt fehlen mir noch der Nördliche Grafensteig und der Untere Herminensteig, dann hab ich die wichtigsten Steige ohne größeren Schwierigkeitsgrad am Schneeberg absolviert.

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Entschleunigung: Ich kann nicht nicht stehenbleiben

Schwarze Kohlröserl in den Villgratner Bergen, 05. Juli 2026

Bei meinem letzten Wanderurlaub in Innervillgraten (siehe Tourenberichte vom Juli bzw. unter „Hohe und Niedere Tauern“) ist mir wieder bewusst geworden, welchen Sonderweg ich als Bergwanderer mit Anfang 40 beschreite. Wie bei der Besteigung der Riepenspitze geschildert, war ich an einem Tag mit einem ehemaligen Ultrabergläufer unterwegs. Wie es ein Wanderfreund treffend ausdrückte: „einen Trailrunner mit einem Naturfotografen zusammenspannen zu wollen, tuad ka guad ned.“

Außer meinen beiden engsten Wanderfreunden kenne ich sonst kaum noch jemanden, der mit einer Nicht-Handy-Kamera am Berg fotografiert. Oder überhaupt mehr fotografiert als nur Schnappschüsse für die Whatsappgruppe. Gerade bei Tiefenschärfe, Details und allgemein Zoomaufnahmen haben Handykameras ein Nachsehen. Gelegentlich hat sie Vorteile bei schlechten oder schwierigen Lichtverhältnissen und bei Makroaufnahmen, aber ein Tier in einiger Entfernung heranzoomen oder einen Gipfel in weiter Ferne gelingt mit der Handykamera nicht. Da bevorzuge ich meine schwere Kompaktkamera, die Canon Powershot G3X, oder die leichte Kompaktkamera, die Sony RX100 VI, beide mit 1Zoll-Sensor. Nur bei erwartbar ganz schlechten Wetterverhältnissen, etwa Dauerregen, reicht mir die Handykamera.

Was aber bedeutet das für meine Touren? Mein Motto lautet: „Neue Gipfel nur bei schönem Wetter. Bekannte Gipfel bei jedem Wetter.“ Wenn ich auf einen mir neuen Gipfel gehe, dann genieße ich die Umgebung, sauge sie auf wie ein Schwamm. Dazu zählt, sofern es Zeitdruck nicht verhindert, häufiges Stehenbleiben mit Fotografieren. Ich gehe meistens flott, aber stoppe kurz für Fotos. Wenn kein Grund besteht, den Gipfel in Rekordzeit zu besteigen bzw. wieder abzusteigen, warum dann die Eile? Die Mehrheit der Bergwanderer heute scheint das anders zu sehen – sie rennen vorbei an den Murmeltieren, am seltenen Steinschmätzer (Vogel), an seltenen Pflanzen, oder übersehen den Steinbock zwischen den Felsen. Sie übersehen aber auch die warnenden Wolkenvorboten am Himmel, die eine Wetterverschlechterung ankündigen. Ob man nun unbedingt fotografieren muss oder einfach bewusster die Natur wahrnimmt, sei jedem selbst überlassen. Ich jedenfalls erfreue mich noch lange an den Bildern, die ich auf jeder Tour mache, und der Recherche mit Liebe zum Detail, die in jedem Tourenbericht steckt.

Ich suche niemanden, der auf die Berge rennt, als gäb’s kein Morgen. Flotte Touren mache ich nur auf meinen Hausbergen, wo mir inzwischen öfter die kleine Kamera reicht, aber selbst da gilt: Wenn man so häufig seine Strecken geht, fallen einem Details irgendwann auf: Ein Stück abgerutschter Weg, ausgeprägte Dürre, frisch aufgefüllte Sandstraße, Pächterwechsel, die Hütte wurde abgetragen, die Orchideen stehen immer am selben Platz, etc. Auch diese Veränderungen fallen mir auf und werden gelegentlich dokumentiert.

Meine Hoffnung ist, dass ich nicht der Einzige meiner Generation (+/-10 Jahre) bin, der Wert auf Entschleunigung legt – der sich bewusst die Zeit zum Stehenbleiben nimmt. Der sich seine Spannung vor Ort erhält, und nicht gleich nachschaut, welche Gipfel in der Ferne zu sehen sind, oder welche Pflanze er fotografiert hat, sondern wartet, bis er zuhause ist, und dann erst nachschaut oder jemanden fragt, der sich auskennt, nicht alles der KI und Ähnlichkeitsalgorithmen überlässt.

Mit der inzwischen absolvierten Grundausbildung als Wanderführer tendiere ich dazu, künftig Touren anzubieten für Menschen, die genau dieses Naturerlebnis suchen – die auch etwas hören wollen zur Geschichte der Region, in der sie unterwegs sind, oder zu meteorologischen Besonderheiten. Mit welchen Rahmenbedingungen ich diese Touren führen will, darüber muss ich noch ein wenig nachdenken. Für mich gilt jedenfalls: „Der Weg ist das Ziel.“

Dürre und Gewitterflopp in den Föhrenbergen, 19. Juli 2026

Blick von der Hans-Nemecek-Hütte über die verbrannte Kuhheide auf Gießhübl und zum Anninger rechts

Wegführung: Kaltenleutgeben Annagasse (10.42) – Biermeierwiese – Spitzwiese – Höllensteinhaus (11.35-12.30) – Wassergspreng – Gießhübl (13.15-14.00) – Josefswarte/Kammersteinerhütte (14.50-15.45) – Parapluieberg – Rodaun Hst (16.54) | 640hm, 14.7km | 2 Schwarzspechte, 1 Ziesel

Nach dem Semmering-Erlebnis gleich das nächste „Gewitter-Chasing“ zu Fuß und ebenfalls bewusst und gut kalkuliert. Es war von vorne herein klar, dass eine längere Tagestour nicht zur Debatte stand: Kaltfrontdurchgang mit Gewittern und stürmischem Nordwestwind. Die Modelle waren am Abend umgesprungen auf potentielle Flopp-Gefahr in Wien – damit hätte ich im besten Fall ein paar Stunden länger ausreichende Bedingungen, um mich zu bewegen. Mein Plan ging auf und so gab es genügend Gelegenheiten, die besorgniserregende Trockenheit in den Föhrenbergen zu dokumentieren.

Kleine Fallstudie zum „Wiener Lurcheffekt“ auf meinem Wetterblog.

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Sonnwendstein (1523m), Erzkogel (1504m) und Hirschenkogel (1340m), Semmering (14.07.26)

Track der Coros Pace 4 auf GPX Studio

Wegführung: Maria Schutz Feuerwehr Hst. (9.30) – Gebirgsjägersteig – Sonnwendstein /Pollereshütte (11-12) – Erzkogel – Hirschenkogel (Milleniumswarte, 13.10) – Enzianhütte (Einkehr, 13.40-14.30) – Semmering Bf. (15.00)

Höhenmeter: 900 | Strecke: 11km | Reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden

Ein Wandertag mit gewitterbedingt wenig Spielraum für längere Touren. Insofern musste etwas her mit kurzer Strecke, schnellen Höhenmetern und Abbruch- bzw. Unterstellmöglichkeiten. Da fiel meine Wahl auf den Semmering. Es war am Ende relativ knapp, aber ich kam trocken am Bahnhof an und hatte trotzdem mein Naturerlebnis an diesem Tag.

Richtig erholsam war der Ausflug allerdings nicht und das war maßgeblich den ÖBB zu verdanken, wegen denen ich auf der Rückfahrt über 40 Minuten Verspätung aufriss.

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Naturdenkmal Sinkersee, Peststeig und Schmugglersteig, Villgratental (06.07.26)

Naturdenkmal Sinkersee im Arntal

Wegführung: Natur Residenz – Arntal – Naturdenkmal Sinkersee – Peststeig – Kalkstein – Schmugglersteig – Natur Residenz | Höhenmeter: 330 | Strecke: 12km

Letzter Urlaubstag im Villgratental. Ehrlich gesagt hätte ich da schon heimfahren können, denn nach vier Touren in Serie waren die Beine schwer und die Motivation selbst für diesen Spaziergang schon etwas gering geworden. Den Ruhetag hätte ich ja lieber dazwischen genommen.

Am Vormittag regnete es noch leicht, vorübergehend sogar mäßig, von Nordwesten kommend. Laut den Talbewohnern kommt aus dieser Richtung normal kaum etwas, wenn, dann nur von Süden. Meine Vermutung: Wenn die Luftmasse so hochsommerlich warm ist, ist die vertikale Mächtigkeit der Niederschlagswolken höher und der niederschlagsbildende Teil der Bewölkung wird nicht mehr vom Alpenhauptkamm geblockt.

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Überschreitung des Roten Ginggeles (2763m), Villgratner Berge (05.07.26)

Dolomitenblick vom Gipfel, gegenüber Grumauer Berg (2675m)

Wegführung: Unterstalleralm (8.40) – Kamelisenalm (9.40-9.55) – Rotes Ginggele (2763m, 11.45-12.05) – Remasseen (12.30-12.45) – Einattal (13.45) – Innervillgraten Dorf (15.15) – Wasserweg – Ebene (15.45)

Höhenmeter: 1130 | Strecke: 16,7 km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. | Viecher: Murmeltier, Steinschmätzer

Nach der flotten Tour vom Vortag auf die Riepenspitze wollte ich noch einen 2700er nachlegen. Beinahe machte mir die Wetterprognose einen Strich durch die Rechnung: Von Norden her schwenkte im Tagesverlauf ein schwacher Trog durch. Nach dem Lokalmodell D2 wäre alles östlich vorbeigezogen, nach EZWMF und teilweise GFS schon ab Mittag Schauer in ganz Osttirol möglich. Meine „Exit“-Strategie wäre im Anstieg von der Kamelisenalm die Öwelenke gewesen, also Scharte statt Gipfel, oder überhaupt den Höhenweg ums Kamplasegg herum. Ich fürchtete weniger, nass zu werden, als im sehr steilen Abstiegsgelände dann ungute Wegbeschaffenheit zu haben. Doch es ging alles gut aus und ich erreichte den Gipfel.

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