Eine kurzfristig improvisierte Tour, nachdem es zunächst nicht danach aussah, als ob es tagsüber zu regnen aufhören würde. Ich frühstückte ausgiebig und brach dann mit Regenschirm und Regenhose bewaffnet mit Zweckoptimismus auf. Dieses Mal nur Handyfotos. Vom Josefiberg hab ich lustigerweise erst am Vorabend das erste Mal gehört. Man braucht schon hochaufgelöste Karten, um das langgestreckte Bergl zwischen Autobahn und Ort zu erkennen.
Wetterlage: Föhnige Südwestströmung mit labiler Warmluft. Einzelne Modelle mit präfrontalen Gewittern.
Ausrüstung: Sony RX 100 VI (1Zoll-Kompaktkamera mit manuellem Fokus)
Auftakt zu einer langen Woche. Ich fuhr um 6.30 in Wien weg und konnte gemütlich im Railjet frühstücken, ehe ich in Linz umstieg. Gut zu wissen – um 8.04 fährt ein Interregio genannter Cityjet (einfache Garnitur) nach Graz, mit größeren Gruppen könnte es eng werden. Der CJ hat eine winzige erste Klasse im Kopfteil und die anderen Sitzplätze können reserviert werden. In Wien wäre es ein gewöhnlicher Nahverkehrszug.
Nach exakt drei Stunden kam ich pünktlich in Spital am Pyhrn an und checkte erstmal im Naturfreundehaus ein. Leider hatten sich die Modelle konsolidiert, dass der Anreisetag vom Wetter her länger stabil sein würde und am Folgetag eine schleifende Kaltfront eher trübes und regnerisches Wetter bringen würde. Umgekehrt wäre mir lieber gewesen. Aber so war es nun mal. Ich beschloss kurzfristig, mir einen gemütlichen Tag zu machen – die Folgetage würden mit dem Wanderführer-Grundmodul beim VAVÖ noch intensiv genug werden. Daher kam nur diese kleine Hüttenrunde mit zwei längeren Stops zustande, die dafür botanisch reichlich zu bieten hatte.
Höhenmeter: 680 | Strecke: 10km | Reine Gehzeit: 3h 50min | Flora und Fauna: Cephalanthera longifolia, Alpen-Clematis | 2 Eichkatzln, viele Schmetterlinge und Ameisen
Charakteristik:
Schanzsteig: offiziell gesperrt, völlig zu Recht, vom September 2024 ausgewaschene Rinnen-Querungen, teils abschüssig mit Steilschutt – bei Nässe und Eis nicht zu empfehlen
Kleiner Otter: Überwiegend gut gestufter, mit roten Punkten markierter Felsgrat, meistens (I), Schlüsselstelle am Schluss mit zu überkletterndem Block in einem sehr exponierten schrägen Riss (II-), mit abgeschmierten kleinen Tritten
Wetterlage: Hochdruckrandlage mit labiler Warmluft an der Keilvorderseite in straffer nordwestlicher Höhenströmung, dadurch hochreichend geschert und hagel/sturmträchtig. Modellunsicherheiten am Vortag groß, daher auf eine Halbtagestour gekürzt. Zwei Stunden nach unserer Ankunft beim Auto zogen dort kräftige Schauer und Gewitter durch.
Orchideen: Großes Zweiblatt (Neottia ovata), C. damasonium/longifolia
Die Jagdsteige zwischen Stadelwand und Krummbachstein standen schon lange auf meiner und Günters Liste. Der Pfingstmontag eignete sich dafür ideal, um den Massen in der Umgebung auszuweichen. Wir trafen erst am Krummbachsattel wieder auf Menschen.
Charakteristik: Teilweise schmale, unmarkierte Steige, rutschig mit Laub, mäßig steil. Nur bei gutem Orientierungsvermögen gehen! In dem Gebiet gibt es teilweise keinen Empfang!
Wegführung: Bernhardsthal Bf. (9.44) – Hohenau an der March Aussichtswarte (10.30) – Sierning an der March (11.15) – Angern an der March (12.20-13.20) – Marchegg (14.30) – Schloss Hof (15.10) – Engelhartsstetten – Stopfenreuth (16.00) – Bad Deutsch-Altenburg Bf. (16.20)
Vögel: u.a. Nachtigall, Drosselrohrsänger (Aufnahme), Grünfink, Star
Tour der Superlative! Für mich die längste Radtour überhaupt – mindestens aber seit 23 Jahren (damals von Gößweinstein nach Hause in mehreren Tagen, da könnten es über 100km pro Tag gewesen sein). Ursprünglich nur bis Marchegg Bahnhof angedacht, aber von dort waren es nurmehr 5km bis Schloss Hof, wo ich noch nie war und von dort war der Weg bis Bad Deutsch-Altenburg nicht mehr weit. Am letzten Stück ging mir dennoch beinahe die Kraft aus, dazu teilweise Gegenwind und der letzte kurze Anstieg von der Donaubrücke zur Marienkirche hatte es in sich.
Erstmals verwendete ich meine Sony RX 100 VI Kompaktkamera mit dem breiten extra bequemen Halsgurt, sodass ich auch während der Fahrt fotografieren konnte, ohne stehenbleiben zu müssen. Das klappte wunderbar. Für Botanik/Tieraufnahmen kam ich aber meist nicht nahe genug heran. Auch neu an Bord: Garmin Edge Explorer 2, ein abgespecktes Navi, aber das kam erst am Vortag mit der Post und ich hatte nicht genügend Zeit, mich mit allen Funktionen vertraut zu machen. Alternativ benutzte ich mein Smartphone mit der Handyhalterung und der Open Cycle Map (siehe Karte) – das Tracken saugte viel weniger Akku als befürchtet.
Bürgstadt am Main, links Spessart, rechts Odenwald – Blick unterhalb vom Schützenhaus
Erster Besuch zuhause seit etlichen Jahren einmal wieder im Mai zur Wachstumszeit der Vegetation. Leider mit sehr durchwachsenem Wetter und täglichen Regenschauern. Dazu wehte ein kalter Nordwestwind bei knapp zweistelligen Höchstwerten. Sonst wäre sich zumindest eine Vormittagstour ausgegangen. Dafür sammelte ich auch so genügend interessante Eindrücke aus der Region, in der ich zumindest zwanzig Jahre meines Lebens verbrachte.
Eigentlich wollte ich nur schaun, ob noch Orchideen am Nasenweg auffindbar waren, nachdem knapp vier Wochen vorher die Wegböschung ausgeschnitten wurde. Dabei wurden wahrscheinlich tatsächlich einige Exemplare weggesenst, aber abseits des Weges wurde ich ebenfalls fündig. Der direkte Anstieg über die Nase über die Felsen war so anregend, dass ich ihn gleich ein zweites Mal ging. Erstmals stieg ich beim Kosakendenkmal den sausteilen Steig hinab zum Waldbach und begegnete ausgerechnet an der steilsten Stelle zwei jungen Franzosen im Aufstieg.
Beim Anstieg zum Ostgrat sah ich eine Frau mit Flip-Flops den zahmeren Ostkamm gehen, trotzdem mit diesen Schuhen wahrscheinlich kein Vergnügen. Vogelsangberg-Besteigung Nr. 54 war dann gewissermaßen Pflichtprogramm, aber mit der Merlin-App horche ich derzeit umso gespannter in den Wald hinein. Da der Kahlenberg-Imbiss leider geschlossen hatte und mir das Wasser ausgegangen war, fuhr ich ab Cobenzl zurück.
Um eine Erkenntnis war ich auch reicher: Ich erreichte einen Maximalpuls von 175, ohne kurzatmig zu werden.
Nach einer Woche in meiner mainfränkischen Heimat (Bilder folgen) zog es mich wieder in die Föhrenberge, an mir bekannten Plätzen nach Orchideen suchen, sowie neue Orte dafür erkunden. Ich wurde fündig und abgesehen davon blühte auch so reichlich. Zum Wetter später mehr.
Vegetation: Hummel-Ragwurz, Helm-Knabenkraut, Vogel-Nestwurz, Schmalblättriges und Breitblättriges Waldvögelein; Gras-Schwertlilie, Orobranchen;
Aus Zeitgründen eine kürzere Tour (für meine Verhältnisse), aber diese sollte ausgiebig genutzt werden zur Orchideensuche (und anderes). Wetter: Lockere Quellwolken, stabil geschichtet und recht mild. Ungewöhnlich gute Fernsicht nach Norden und Osten.
Am Maifeiertag ging ich erstmals bei einer botanischen Exkursion des Alpenvereins (Reini Böhm-Raffay) mit, um mein zunehmendes Interesse an der Botanik etwas professioneller in die Praxis umzusetzen. Aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen werde ich von unserer Runde nahe Alland keinen Track einstellen. Leider gibt es immer noch Menschen, die geschützte oder seltene Pflanzen ausgraben. Manche Standorte werden sich möglicherweise aus der Perspektive heraus ergeben, aber ich verwende keine Ortsangaben, um sie leichter erraten zu können.
Strecke: 6,5km | Höhenmeter: 330 | Dauer der Exkursion: ca. 8 Stunden
Wir trafen uns um 09 Uhr s.t. beim Ausgangsort, der mit der Linie 265 von Mödling Richtung Rehazentrum Alland erreichbar war. Nach erneut leichtem Nachtfrost sollte es ein milder, überwiegend sonniger Tag werden. Im Schatten und mit Wind war es allerdings recht frisch. Die Bewölkung wurde später noch interessant.