Ötschergräben von der Erlaufklause bis Vorderötscher, Ybbstaler Alpen (13.08.26)

es war noch genug Wasser da, damit sich Wanderer darin spiegeln konnten

Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen in dieser Woche flüchtete ich gleich wieder aus Wien. In Ostösterreich konnte man wegen der extremen Waldbrandgefahr und diverser Öffi-Baustellen ohnehin wenig unternehmen. So fährt etwa bis Schulbeginn zwischen Ternitz und Payerbach-Reichenau ein Schienenersatzverkehr. Sonst hätte ich wohl im Schneeberg-Gebiet eine Tour unternommen. Beim Ötscherschutzhaus war für mich nicht ersichtlich, ob es Donnerstag und Freitag überhaupt geöffnet war, also buchte ich zwei Mal Lager im Vorderötscherschutzhaus für stolze 102 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts, aber billiger wäre ein Hotel in Wien auch nicht gewesen.

Anreise mit der Mariazellerbahn bis Haltestelle Erlaufklause. Unterwegs sah ich die extremen Hitze- und Dürreschäden im Pielachtal. Ehemals grüne Wiesen vollkommen verbrannt. Viele Wälder geschädigt, viele Laubbäume warfen ihre Blätter ab. Ein dystopischer Anblick. Bilder hierzu später in einem separaten Blogbeitrag auf meteofranke.com. Pünktlich um 13.40 begann ich meine Wanderung – da war es schon recht heiß. Schuld daran die extrem trockene Luft und die ausgetrockneten Böden. 100% der Sonnenenergie fließt dann in den fühlbaren Wärmestrom und muss nicht mehr für die Verdunstung abgezweigt werden. Nach kalten Nächten gab es in der Region also über 25°C Tagesgang. Das hab ich zugegeben etwas unterschätzt und ordentlich geschwitzt, bis ich beim Schutzhaus ankam.

Weiterlesen „Ötschergräben von der Erlaufklause bis Vorderötscher, Ybbstaler Alpen (13.08.26)“

Kalser Höhe (2434m) und Ganotzkogel (2519m) ab Kals, Granatspitzgruppe (07.08.26)

Ganotzkogel mit Blick zur Kendlspitze und Weißem Knopf rechts

Wegführung: Kals (Ort, 8.05) – 2B – Kals-Matreier Törlhaus (10.25-10.55) – Kalser Höhe (2434m, 11.25) – Ganotzkogel (2520m, 11.45) – Ghf. Glocknerblick (13.00) – Gamsalm (Großdorf, 14.15-16.55) – Kals (17.20) | 1280hm, 16.2km | ca. 6 Stunden Gehzeit

Der Vortag brachte zwar eine längere Gehstrecke, aber wenig Höhenmeter und ich hatte den ganzen Nachmittag zum Ausruhen. Entsprechend war wieder Motivation gegeben, eine größere Tagestour zu gehen. Ich wollte aber einmal nicht Bus fahren, sondern länger frühstücken und ungebunden sein von öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Seilbahn aufs Cimaross fuhr leider erst ab 9 Uhr – viel zu spät bei dieser Hitze und Gewitterneigung. Unklar blieb, ob ich bei der Bergstation ein Ticket lösen konnte. Diese Information war im Netz nicht auffindbar. Ich wollte aber spontan bleiben und mich nicht beim Weggehen festlegen müssen. Letztendlich hab ich die ganze Runde dann ohne Seilbahn gemacht.

Weiterlesen „Kalser Höhe (2434m) und Ganotzkogel (2519m) ab Kals, Granatspitzgruppe (07.08.26)“

Dorfer See über Daberklamm, Nationalpark Hohe Tauern (06.08.26)

Kleinod Dorfer See

Wegführung: Taurerwirt (7.40) – Daberklamm – Kalser Tauernhaus (9.20) – Dorfer See (10.20-10.45) – Kalser Tauernhaus (11.45-13.00) – Taurerwirt (14.15) | 500hm, 17.4km

Nach einer extrem warmen Nacht in Ostösterreich sollte an diesem Tag die Gluthitze einen weiteren Höhepunkt erreichen, ehe so etwas wie eine Kaltfront kam. In Osttirol ging es ein wenig schneller und so hatte ich nur einen guten halben Tag für eine Tour. Daberklamm und Dorfer Tal standen für den „Schlechtwettertag“ auf der Liste, der dann doch lange brauchbar war, aber immer mit dem kritischen Blick zum Himmel. Der war dort auch notwendig, denn es gab keinen Netzempfang. Vielen Wandersmenschen würde ich wünschen, wieder öfter in den Himmel statt in die App zu schauen, aber dazu später mehr.

Weiterlesen „Dorfer See über Daberklamm, Nationalpark Hohe Tauern (06.08.26)“

Hochzinödl (2191m) ab Hesshütte, Gesäuse (29.07.26)

Gipfel

Wegführung: Hesshütte (1699m, 8.10) – Gipfel (2191m, 9.30-10.30) – Panoramaweg – Hesshütte (12.30-13.00) – Kölblwirt (864m, 16.20) | 530hm, 11.3km | Reine Gehzeit: ca. 6 Stunden | Rudel Gämse, Hirschlausfliegen (Gipfel), Murmeltier, Bremseninvasion (Johnsbachtal)

Zweiter Tag nach der langen Überschreitung der Planspitze am Vortag. Das Hochzinödl ist technisch einfach ohne Kletterstellen zu erreichen. Der Panoramaweg war schön zu gehen, wenngleich ich am Ende die starke Sonneneinstrahlung spürte. Der Abstieg von der Hesshütte zog sich dafür gewaltig, aber die Blicke in die südlichen Kare des Hochtors waren beeindruckend.

Weiterlesen „Hochzinödl (2191m) ab Hesshütte, Gesäuse (29.07.26)“

Nördlicher Grafensteig, Schneeberg (26.07.26)

Durchquerung der Breiten Ries

Wegführung: Losenheim Sessellift Talstation (Bushaltestelle, 8.50) – Edelweißhütte (9.40) – Nördlicher Grafensteig – Haltestelle Baumgartner (13.10-14.30) – Hengsttal – Puchberg Bf. (16.10) | 870hm, 17.8km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. | Pannonischer Enzian, Roter Apollofalter

Nach dem Südlichen Grafensteig am Mittwoch also gleich der Nördliche Grafensteig fünf Tage später. Aufgrund der unsicheren Wetterlage (Gewittergefahr ab etwa 13 Uhr Lokalzeit) schied ein Gipfel von vorneherein aus. Beim Grafensteig gab es ein paar „Exit“-Strategien, den Unteren Schneidergraben oder Unterer Herminensteig, beide aber kein Vergnügen im Abstieg. Bis zur Haltestelle Baumgartner würde ich es aber wohl schaffen und dann je nach Wetterentwicklung entscheiden.

Weiterlesen „Nördlicher Grafensteig, Schneeberg (26.07.26)“

Dürre und Gewitterflopp in den Föhrenbergen, 19. Juli 2026

Blick von der Hans-Nemecek-Hütte über die verbrannte Kuhheide auf Gießhübl und zum Anninger rechts

Wegführung: Kaltenleutgeben Annagasse (10.42) – Biermeierwiese – Spitzwiese – Höllensteinhaus (11.35-12.30) – Wassergspreng – Gießhübl (13.15-14.00) – Josefswarte/Kammersteinerhütte (14.50-15.45) – Parapluieberg – Rodaun Hst (16.54) | 640hm, 14.7km | 2 Schwarzspechte, 1 Ziesel

Nach dem Semmering-Erlebnis gleich das nächste „Gewitter-Chasing“ zu Fuß und ebenfalls bewusst und gut kalkuliert. Es war von vorne herein klar, dass eine längere Tagestour nicht zur Debatte stand: Kaltfrontdurchgang mit Gewittern und stürmischem Nordwestwind. Die Modelle waren am Abend umgesprungen auf potentielle Flopp-Gefahr in Wien – damit hätte ich im besten Fall ein paar Stunden länger ausreichende Bedingungen, um mich zu bewegen. Mein Plan ging auf und so gab es genügend Gelegenheiten, die besorgniserregende Trockenheit in den Föhrenbergen zu dokumentieren.

Kleine Fallstudie zum „Wiener Lurcheffekt“ auf meinem Wetterblog.

Weiterlesen „Dürre und Gewitterflopp in den Föhrenbergen, 19. Juli 2026“

Sonnwendstein (1523m), Erzkogel (1504m) und Hirschenkogel (1340m), Semmering (14.07.26)

Track der Coros Pace 4 auf GPX Studio

Wegführung: Maria Schutz Feuerwehr Hst. (9.30) – Gebirgsjägersteig – Sonnwendstein /Pollereshütte (11-12) – Erzkogel – Hirschenkogel (Milleniumswarte, 13.10) – Enzianhütte (Einkehr, 13.40-14.30) – Semmering Bf. (15.00)

Höhenmeter: 900 | Strecke: 11km | Reine Gehzeit: ca. 3,5 Stunden

Ein Wandertag mit gewitterbedingt wenig Spielraum für längere Touren. Insofern musste etwas her mit kurzer Strecke, schnellen Höhenmetern und Abbruch- bzw. Unterstellmöglichkeiten. Da fiel meine Wahl auf den Semmering. Es war am Ende relativ knapp, aber ich kam trocken am Bahnhof an und hatte trotzdem mein Naturerlebnis an diesem Tag.

Richtig erholsam war der Ausflug allerdings nicht und das war maßgeblich den ÖBB zu verdanken, wegen denen ich auf der Rückfahrt über 40 Minuten Verspätung aufriss.

Weiterlesen „Sonnwendstein (1523m), Erzkogel (1504m) und Hirschenkogel (1340m), Semmering (14.07.26)“

Naturdenkmal Sinkersee, Peststeig und Schmugglersteig, Villgratental (06.07.26)

Naturdenkmal Sinkersee im Arntal

Wegführung: Natur Residenz – Arntal – Naturdenkmal Sinkersee – Peststeig – Kalkstein – Schmugglersteig – Natur Residenz | Höhenmeter: 330 | Strecke: 12km

Letzter Urlaubstag im Villgratental. Ehrlich gesagt hätte ich da schon heimfahren können, denn nach vier Touren in Serie waren die Beine schwer und die Motivation selbst für diesen Spaziergang schon etwas gering geworden. Den Ruhetag hätte ich ja lieber dazwischen genommen.

Am Vormittag regnete es noch leicht, vorübergehend sogar mäßig, von Nordwesten kommend. Laut den Talbewohnern kommt aus dieser Richtung normal kaum etwas, wenn, dann nur von Süden. Meine Vermutung: Wenn die Luftmasse so hochsommerlich warm ist, ist die vertikale Mächtigkeit der Niederschlagswolken höher und der niederschlagsbildende Teil der Bewölkung wird nicht mehr vom Alpenhauptkamm geblockt.

Weiterlesen „Naturdenkmal Sinkersee, Peststeig und Schmugglersteig, Villgratental (06.07.26)“

Riepenspitze (2774m) ab Unterstalleralm, Villgratner Berge (04.07.26)

Schwarzsee unterhalb der Riepenspitze

Wegführung: Unterstalleralm (8.47) – Oberstalleralm (9.15) – Schwarzsee (11.10-11.25) – Riepenspitze (12.27-12.50) – Scharte (13.20) – Riepenalm – Parkplatz Oberstalleralm (14.50)

Höhenmeter: 1230 | Strecke: 13.6km | Reine Gehzeit: ca. 5 Stunden | Viecher: Steinschmätzer

Dritter Tag der Wanderwoche in Innervillgraten. Der Tag mit der besten Wetterprognose. Nordföhn mit trockenen Luftmassen, Taupunkte um den Gefrierpunkt. Richtig angenehm zum Wandern und dazu eine Fernsicht bis zum Anschlag. Herz -was wolltest Du mehr?

Die Tour war eine Co-Produktion mit Carsten, den ich in der Unterkunft kennenlernte. Wir gingen ab dem See und den Abstieg gemeinsam. Für den Gipfel motivierten wir uns gegenseitig, das letzte Stück zog sich etwas in dem kupierten Gelände. Insgesamt eine tolle Tour, würde ich nochmal gehen mit etwas mehr Schauen.

Weiterlesen „Riepenspitze (2774m) ab Unterstalleralm, Villgratner Berge (04.07.26)“

Toblacher Pfannhorn (2663m) ab Innervillgraten-Ebene (03.07.26)

Drei-Zinnen-Blick vom Gipfel des Toblacher Pfannhorns

Wegführung: Natur Residenz (1413m, 8.50) – Schmugglersteig – Kalkstein (9.45) – Ruschletalm – Pfanntörl (2508m, 12.05) – Toblacher Pfannhorn (2663m, 12.45-13.00) – Kalkstein (Badl-Alm, 15.05)

Höhenmeter: 1280 | Strecke: 14.3km | Reine Gehzeit: ca. 5 Std. 30 Minuten | Viecher: Steinschmätzer

Der erste hohe Gipfel meiner Innervillgratenwoche. Akribisch geplant und bis zuletzt war ich doch unsicher, wie ich die Route anlegen soll. Entfernungen und Wegbeschaffenheit richtig einschätzen war die ersten Tage eine Herausforderung. Wie schon am Vortag war ich viel zu früh wieder unten, hatte dadurch aber genug Zeit und Muße für eine Einkehr auf der Badl-Alm. Der 3-Zinnen-Blick alleine hat den prächtigen Aussichtsgipfel bereits gelohnt, aber wie üblich war auch die Botanik reizvoll.

Weiterlesen „Toblacher Pfannhorn (2663m) ab Innervillgraten-Ebene (03.07.26)“