Letzter Urlaubstag im Villgratental. Ehrlich gesagt hätte ich da schon heimfahren können, denn nach vier Touren in Serie waren die Beine schwer und die Motivation selbst für diesen Spaziergang schon etwas gering geworden. Den Ruhetag hätte ich ja lieber dazwischen genommen.
Am Vormittag regnete es noch leicht, vorübergehend sogar mäßig, von Nordwesten kommend. Laut den Talbewohnern kommt aus dieser Richtung normal kaum etwas, wenn, dann nur von Süden. Meine Vermutung: Wenn die Luftmasse so hochsommerlich warm ist, ist die vertikale Mächtigkeit der Niederschlagswolken höher und der niederschlagsbildende Teil der Bewölkung wird nicht mehr vom Alpenhauptkamm geblockt.
Der sogenannte Wasserweg beginnt im Arntal und endet bei Innervillgraten. Er wird von den Einheimischen zu Fuß und mit dem Rad genutzt, um der Straße auszuweichen. Ich ging ihn insgesamt sechs Mal, um von der Frühstückspension (Ebene 50b, „Natur Residenz“) ins Dorf zu gelangen, wo sich neben einem Spar-Markt, zwei Dorfläden (Selbstbedienung) auch drei Gasthäuser befinden, die täglich geöffnet sind.
Beim ersten Gang am Ankunftstag hatte es noch geregnet, weshalb ich nur (unscharfe) Handyfotos machen konnte. Das holte ich nach der Wanderung ab Thurntaler Rast noch am Abend nach. Hunger hatte ich zwar keinen mehr, aber die Zahnpasta musste ich im Supermarkt nachkaufen. Bei dieser Gelegenheit nahm ich die Canon Powershot G3X gleich mit.
Pünktlich mit dem Ende der extremen Hitzewelle in Österreich floh ich nach Osttirol, um meinen Wanderurlaub anzutreten. Rechtzeitig fuhr ich mit dem Direktzug nach Lienz, erstmals auf der neuen Koralmstrecke, weiter mit der S-Bahn Richtung Fortezza nach Sillian und zum Schluss mit dem Linienbus 966 nach Innervillgraten. Mit knapp über 29 Grad Wohnungstemperatur verließ ich das unerträgliche Wien, mit wenig Schlaf entsprechend.
Die Zugfahrt verlief unspektakulär, ab Kärnten wurden die Quellwolken langsam mächtiger und als ich in Sillian auf den Bus wartete, gab es schon die ersten großen Regentropfen. Es war so wie ich es schon am Vortag dachte: Ich würde zeitgleich mit dem Gewitter bei der Unterkunft eintreffen. Der Bus hält genau vor der Unterkunft – ich springe heraus und eilig zum Haus, als es zu regnen und winden anfängt. Das Gewitter kam dann später, mit einigen heftigen positiv geladenen Erdblitzen.
Wolkenphase am Mittwoch, 1. Juli 2026, 15 Uhr MESZ (Quelle: kachelmannwetter.com) – Villgratental gelb markiert
Osttirol lag am Rande ausgedehnter Gewittercluster über Südtirol, die sich am Abend nur langsam abschwächten. Entsprechend fuhr ich noch im Niederschlag um 17 Uhr mit dem Bus ins Dorf und ging im Regen nach dem Abendessen gegen 19.20 Uhr MESZ zurück zur Unterkunft – für die 2,2km brauchte ich eine knappe halbe Stunde. Es war herrlich nach zwei Wochen Hitze mit dem Regenschirm entlang eines rauschenden Gebirgsbachs zu gehen, mit viel blühender Botanik am Wegesrand des sogenannten „Wasserwegs“. Zu diesem folgt noch ein eigener kleiner Blogeintrag.
Die freundliche Unterkunftgeberin wies mich gleich daraufhin, dass ich für das „Herzasstaxi“ nicht bis zum Dorf gehen musste, sondern vor der Unterkunft abgeholt wurde, weil sich die Taxigarage in unmittelbarer Nähe befand. Das Unternehmen bedient auch den Linienbus.
Strecke: 17,5km | Höhenmeter: 1200 | Vegetation: 7 verschiedene Orchideenarten | Viecher: Zaunkönig, Fitis (akustisch), Forsthausjagdhund und Katz | Gehzeit: ca. 6 Std.
Tag noch genutzt vor der großen Hitze, aber unerträglich war es trotzdem. Wäre ich in Wien geblieben, wäre es mit 8°C Taupunkt gut aushaltbar gewesen, aber ich wollte ja auf den Berg und obwohl es am rund 10 Grad kühler war als in Wien, lag der Taupunkt gut 10 Grad höher. So eine Schwüle hab ich nicht oft erlebt. Entsprechend war diese Tour eine grenzwertige Partie. Mit genug Flüssigkeit ging es zum Glück und botanisch war der Weg so interessant, dass ich ohnehin ständig zum Schauen und Fotografieren stehenblieb.
„Spitaler Marmor“ beim Pießling Ursprung, daneben eine Bergflockenblume
Zweiter Teil meines Erfahrungsberichts zum Grundmodul Wanderführer beim VAVÖ, welches vom 4. bis 7. Juni 2026 in Spital am Pyhrn stattfand. Nach wie vor bestand die Aufteilung in zwei Kleingruppen.Am Samstag war unsere Gruppe dran mit Naturkunde zwischen Pießling-Ursprung und Gleinkersee, während die andere Gruppe die gleiche Runde am Schweizersberg ging. Am Sonntag folgte der Abschluss mit Theorie und nochmal Gruppenübungen. Meine abschließenden Worte zur Veranstaltung dann am Ende dieses Eintrags.
Bürgstadt am Main, links Spessart, rechts Odenwald – Blick unterhalb vom Schützenhaus
Erster Besuch zuhause seit etlichen Jahren einmal wieder im Mai zur Wachstumszeit der Vegetation. Leider mit sehr durchwachsenem Wetter und täglichen Regenschauern. Dazu wehte ein kalter Nordwestwind bei knapp zweistelligen Höchstwerten. Sonst wäre sich zumindest eine Vormittagstour ausgegangen. Dafür sammelte ich auch so genügend interessante Eindrücke aus der Region, in der ich zumindest zwanzig Jahre meines Lebens verbrachte.
Eigentlich wollte ich nur schaun, ob noch Orchideen am Nasenweg auffindbar waren, nachdem knapp vier Wochen vorher die Wegböschung ausgeschnitten wurde. Dabei wurden wahrscheinlich tatsächlich einige Exemplare weggesenst, aber abseits des Weges wurde ich ebenfalls fündig. Der direkte Anstieg über die Nase über die Felsen war so anregend, dass ich ihn gleich ein zweites Mal ging. Erstmals stieg ich beim Kosakendenkmal den sausteilen Steig hinab zum Waldbach und begegnete ausgerechnet an der steilsten Stelle zwei jungen Franzosen im Aufstieg.
Beim Anstieg zum Ostgrat sah ich eine Frau mit Flip-Flops den zahmeren Ostkamm gehen, trotzdem mit diesen Schuhen wahrscheinlich kein Vergnügen. Vogelsangberg-Besteigung Nr. 54 war dann gewissermaßen Pflichtprogramm, aber mit der Merlin-App horche ich derzeit umso gespannter in den Wald hinein. Da der Kahlenberg-Imbiss leider geschlossen hatte und mir das Wasser ausgegangen war, fuhr ich ab Cobenzl zurück.
Um eine Erkenntnis war ich auch reicher: Ich erreichte einen Maximalpuls von 175, ohne kurzatmig zu werden.
Nach einer Woche in meiner mainfränkischen Heimat (Bilder folgen) zog es mich wieder in die Föhrenberge, an mir bekannten Plätzen nach Orchideen suchen, sowie neue Orte dafür erkunden. Ich wurde fündig und abgesehen davon blühte auch so reichlich. Zum Wetter später mehr.