Josefiberg und Moltersberg (971m) ab Spital am Pyhrn (03.06.26)

Track auf der Open Topo Map

Höhenmeter: 400 | Strecke: 8.3km | Orchideen, Regenwetter

Eine kurzfristig improvisierte Tour, nachdem es zunächst nicht danach aussah, als ob es tagsüber zu regnen aufhören würde. Ich frühstückte ausgiebig und brach dann mit Regenschirm und Regenhose bewaffnet mit Zweckoptimismus auf. Dieses Mal nur Handyfotos. Vom Josefiberg hab ich lustigerweise erst am Vorabend das erste Mal gehört. Man braucht schon hochaufgelöste Karten, um das langgestreckte Bergl zwischen Autobahn und Ort zu erkennen.

Immerhin, wenigstens zwei neue Gipfel für mich auf dieser Strecke:

Gipfel auf ca. 695m, aber keine Kapelle, wie zuerst gedacht, sondern ein Wasserhäuschen
Wurberg (847m) links vom Ort

Die Autobahn rauschte rechts vom Bergl vorbei. Trotzdem war es irgendwie nett, da so unscheinbar. Ich traf auch niemanden unterwegs.

Im Kurs erfuhr ich, dass Feuersalamander sehr alt werden können, in freier Wildbahn im Schnitt 15 Jahre, in Gefangenschaft wurden schon 42 Jahre erreicht. Die Paarung findet im Juni oder Juli statt. Der Balztanz dauert Stunden. Das Weibchen folgt dabei dem Männchen, das Spermapakete am Boden absetzt, welches das Weibchen aufsammelt. Es legt seine Eier in Gewässer, wo sie sofort aufplatzen. Die Larven sind bereits an den charakteristischen gelben Flecken erkennbar.

Der markierte Weg erreicht einen Sattel, wo ich links einen Forstweg bis zum Ende ging. Von dort ein kurzes Stück weglos zum Gipfelkreuz, der aber nicht der höchste Punkt war.

einfaches Gipfelkreuz am Moltersberg (971m)

Sicherheitshalber ging ich noch ein Stück nach Nordnordwesten, um das mitzunehmen, was ich für den höheren Punkt hielt. Der KT-Stein befand sich interessanterweise etwas unterhalb davon. Danach zurück zum Sattel und am markierten Weg Richtung Klamm-Eingang.

steiler Abstieg zur Zufahrt zur Klamm

Im Abstieg hörte es dann auch zu regnen auf und ich kam am Nachmittag trocken beim Hotel an. Dort die Überraschung: „Wir haben ab 17 Uhr geschlossen“? Ich dachte noch, das könnte sich nur auf die Bar beziehen, Abendessen würde es ja wohl geben für Hotelgäste. Außerdem hatte der VAVÖ explizit empfohlen, am Vorabend anzureisen, weil wir am Folgetag früh starten würden. Ich ging erstmal zum Kirchenwirt, um meinen Hunger zu stillen.

Käseteller beim Kirchenwirt

Der Kirchenwirt wurde nach der Pandemie von einem bulgarischen Ehepaar übernommen, das seit über zehn Jahren in Österreich lebt. Der Pächter hat früher auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet, die vom Rhein bis zum Donaudelta fuhren. Später hat er auch im JUFA in Spital gearbeitet. Die Speisekarte ist klein, aber gut, der Käseteller war ein Gedicht. Große Empfehlung. Bei den Öffnungszeiten ist er zudem flexibel, und wenn man sich persönlich oder per Mail bei ihm verbindlich was ausmacht, kann er auch länger aufhalten. Nur Telefon mag er nicht so gern. Ich war phasenweise an diesem trüben Tag vor dem Feiertag zwar der einzige Gast, habe mich aber fast drei Stunden prächtig mit ihm unterhalten. Ich hätte dort auch besser zu Abend gegessen, denn am Rückweg beschlich mich eine düstere Vorahnung – das Hotelpersonal war ausgeflogen und alles finster, auch der Speisesaal, auf den ich von meinem Zimmerbalkon blicken konnte. In Spital am Pyhrn hatte außer dem Kirchenwirt nichts mehr offen, die Fahrtzeiten mit Bus oder Zug nach Windischgarsten waren ungünstig. Also blieb es bei einer Käsesemmel vom ADEG gegenüber und einem Dosenbier. Vorabinfo wäre nett gewesen. Ich hatte mich schon ein wenig darauf gefreut, die ersten Voranreisenden an der Bar kennenzulernen.

Zum Trost gab es ein wunderbares Alpenglühen bei Sonnenuntergang – die Sonne schaffte es gerade so unter die tiefhängende abziehende Frontbewölkung.

Alpenglühen am Kleinen und Großen Pyhrgas am Abend

Hinterlasse einen Kommentar