
Wegführung: Kaiserbrunn (9.05) – Brettschachersteig – Brettschacher (1012m, 10.40) – Brandsteig – Schlossalpengraben (11.00) – Krummbachsattel (12.15-12.25) – Krummbachstein (13.10) – Knofeleben (14.00-14.50) – Miesleitensteig – Kaiserbrunn (16.40)
Höhenmeter: 1170 | Strecke: 14.5km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. 30 Minuten
Orchideen: Großes Zweiblatt (Neottia ovata), C. damasonium/longifolia
Die Jagdsteige zwischen Stadelwand und Krummbachstein standen schon lange auf meiner und Günters Liste. Der Pfingstmontag eignete sich dafür ideal, um den Massen in der Umgebung auszuweichen. Wir trafen erst am Krummbachsattel wieder auf Menschen.
Charakteristik: Teilweise schmale, unmarkierte Steige, rutschig mit Laub, mäßig steil. Nur bei gutem Orientierungsvermögen gehen! In dem Gebiet gibt es teilweise keinen Empfang!
Start in Kaiserbrunn am Parkplatz vor dem Wasserwerk.


Vor lauter Plaudern gingen wir zuerst an der Abzweigung vorbei, die mit einem Steinmann gut markiert ist.
Der Brettschachersteig windet sich in angenehmen Kehren den Steilhang hinauf. Unangenehm waren lediglich einzelne schmale Abschnitte mit dem trockenen Laub.





Dann kamen wir zu dem ausgeprägten, abschüssigen Schrofenhang, doch es sah aus dieser Perspektive gefährlicher aus als es dann war. Zwei, drei Schritte etwas exponiert, dann war man drüber.


Danach legte sich der Hang zurück und plötzlich standen wir in einem wunderschönen Mischwald mit hochgewachsenen Buchen.


Die Abzweigung zum Brandsteig hatten wir verpasst – wir befanden uns auf ihm, ohne es zunächst zu bemerken. Von dort war es nurmehr ein (wegloser) Katzensprung zum Brettschacher-Gipfel (1012m):

Zurück zum Steig und auf gut ausgetretener Spur nach Nordosten.







Der Übergang auf das Schotterfeld geht links herum und dann im nachgebenden Steilschutt in engen Kehren hinauf. Das war recht mühsam.

Alternativ könnte gleich in den Graben absteigen und entlang der Grabensohle aufsteigen.


Nach dem Schotterfeld blieben wir in der Grabensohle. Der Steig wäre rechts vom Bach verlaufen, aber da das Bachbett trocken war, folgten wir diesem entlang, bis wir auf den Steig trafen.

Die Runde wäre auch öffentlich möglich gewesen, aber ich wusste nicht, wie hoch das Gemüse im Schlossalpengraben stehen würde. Ende Mai jedenfalls noch nicht so hoch, dass es behindernd sein würde. Die Wegfindung war also kein Problem und entsprechend gut kamen wir vorwärts.




Das Unwetter ereignete sich am 12. Juni 2018 – damals fielen in Puchberg am Schneeberg 116mm innerhalb von wenigen Stunden (Fallstudie von Franz aus dem Triestingtal). Laut INCA-Analyse waren es auf Rax und Schneeberg rund 130-150mm in 3 Stunden.
An dieser Stelle macht der Krummbachsteig einen scharfen Linksknick und verläuft dann oberhalb vom Graben. Die Abzweigung haben wir verpasst und gingen an der Grabensohle weiter.

Bärlauchschutzgebiet:

Dahinter querten wir doch noch zum Steig hinauf, der wesentlich angenehmer zu begehen war und erreichten bald die Stelle, wo von Süden her der Kuhsteig und bald darauf der Wassersteig einmünden. Ab hier war es nicht mehr weit zum Krummbachsattel. Dort rasteten wir kurz und ich kam dank Günter in den Genuss eines Original Ehrenberger Mohnzuzlers (mit Marille). Die Merlin-App registrierte während unserer Pause einen Zaunkönig in der Nähe.
Am Schiblsteig kam uns der erste Wanderer des Tages entgegen. Nun wurde die Vegetation immer bunter:





Der Gipfel war dicht bevölkert mit entsprechender Lautstärke, und nach zwei Mal Grüßen grüßte niemand zurück. Kein gemütlicher Ort an diesem Ort, außerdem war die Fernsicht durch starken Dunst ziemlich eingeschränkt: Beim Göller war Schluss. Wir stiegen schnell wieder ab. Dieses Mal zur Abwechslung von der Alpenfreundehütte direkt zum Kleinen Sattel. Der (die Klettersteilen im oberen Abschnitt umgehende) Umgehungssteig war nach den Septemberschäden 2024 länger gesperrt wegen Windbruch. Ich bin ihn seitdem nicht mehr gegangen.




An der bekannten Stelle wachsen normalerweise Mannsknabenkräuter, aber dafür war es offenbar noch 1-2 Wochen zu früh, oder heuer zu trocken.

Die Terrasse der Knofelebenhütte war gut belegt, aber wir ergatterten noch einen Schattenplatz. Leider ließ sich kurz darauf hinter uns eine größere Gruppe junger Leute nieder, mit entsprechender Lautstärke. Das Hüttenpersonal war leicht überfordert. Sie brachten uns erst eine Topfenschnitte mit Vanillesoße, dann einen Kaffee und noch etwas anderes, dabei gehörte es ganz woanders hin. Wir hatten beide Hirschbratwürstel mit Raxbräu genommen.


Abstieg über den Miesleitensteig – mit der Schotterauflage zeitweilig kein Vergnügen, aber den Abstieg braucht man ohnehin nur, wenn man in Kaiserbrunn sein Auto stehen hat (sonst geh ich ihn lieber bergauf und dann weiter nach Puchberg oder über die Eng zurück).





Tu felix Austria. Da wird mit großem Medienecho die Verlängerung des Wasserleitungswegs (vorher: Hirschwang bis Kaiserbrunn) bis zum Weichtalhaus freigegeben, und dann reißt man auf genau halber Strecke das Gasthaus ab.
In Summe eine schöne Tour, die ich durchaus noch einmal gehen würde. Doch auch die Erkundigung der anderen Seite Richtung Wasserofen bzw. weiter zur Stadelwand steht noch aus. Die Knofelebenhütte ist mir jedenfalls unter der Woche am liebsten, wenn sie nicht überrannt ist.