
Wegführung: Kaltenleutgeben – Hochwiese – Norwegerwiese – Höllensteinhaus (Einkehr) – Josefswarte – Rodaun
Höhenmeter: 530 | Strecke: 15.8km
Vogelstimmen: Rotkehlchen, Buchfink, Kohlmeise, Mäusebussard, Tannenmeise, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Zilpzalp, Singdrossel, Schwarzspecht, Grünspecht (Merlin-App); Viecher: Eichkatzl
Nach einer Woche in meiner mainfränkischen Heimat (Bilder folgen) zog es mich wieder in die Föhrenberge, an mir bekannten Plätzen nach Orchideen suchen, sowie neue Orte dafür erkunden. Ich wurde fündig und abgesehen davon blühte auch so reichlich. Zum Wetter später mehr.
Ich startete in Kaltenleutgeben Annagasse und ging ein paar Meter zurück, um über die Martinsklause aufzusteigen. Dieser Anstieg, ein Hohlweg, ist schon seit über 140 Jahren in den Landkarten verzeichnet.





Insgesamt sah ich deutlich weniger als im Vorjahr an den mir bekannten Standorten. Dafür wies die ausgedehnte Futterweide Zeichen von (Über-) Düngung auf, sofern ich das als Botaniklaie beurteilen kann. Im letzten Jahr wollte ich das Gebiet noch nicht namentlich erwähnen, aber die Gefahr geht offenbar nicht von ausgrabungsfreudigen Spaziergängern aus, sondern von düngewütigen Bauern, die die seltenen Orchideenstandorte gefährden.

Die lockeren Quellwolken bildeten sich aufgrund der aufsteigenden Feuchtigkeit der Niederschläge vom Vortag und waren entsprechend tiefbasig in der thermisch aktiven Kaltluft. Die Schleierwolken stammten von einem östlich vorbeistreifenden Frontensystem.
Dieses Mal ging ich nicht zum markierten Weg nahe der Helenenquelle weiter, sondern über einen schönen Steig direkt nach Süden, der bei der Sachsengasse einmündete.


Gleich gegenüber wieder hinauf Richtung Norwegerwiese. Diesen Weg stieg ich bisher rund zwei Mal auf, und mehrere Male ab. Mindestens zwei Mal fand ich aber die Fortsetzung nicht und ging unten bei den Pferdekoppeln vorbei.


Hier startete ich meine Merlin-App, die ich mir erst am Vortag installiert hatte, und horchte in den Wald hinein. Der auffallende Buchfink wurde von der noch auffallenderen Singdrossel überlagert, später gesellten sich Rotkehlchen, Kohl- und Tannenmeise, Zilpzalp und Mäusebussard hinzu. Auch eine Goldammer hörte ich zwei Mal trällern.


Das Himmelsbild hatte sich in der vergangenen Stunde ziemlich verändert. Für den Meteorologen sind das lehrbuchhafte „Ausbreitungsschichten“ (Stratocumulus stratiformis cumulogenitus) – die Quellwolken wurden durch die Inversion in der Höhe am weiteren Aufsteigen gehindert:

Die Grenzschicht gut durchmischt, darüber schwach labil bis 3km Höhe. Dann ein Temperaturanstieg mit der Höhe (Inversion) und darüber außerdem feuchtadiabatische Temperaturabnahme. Das war keine klassische Absinkinversion wie mit zunehmenden Hochdruckeinfluss, sondern zeigte eine Okklusionsfront in der Höhe – von der die vorbeistreifenden Cirren am Vormittag stammten. Dazu passt auch der Wind, der in den untersten 3km aus Nordwest wehte (Kaltluftzufuhr), darüber aber stark aus Süd wehte. Mit so einem „Deckel“ auf der feuchtlabilen Grundschicht waren die stark abschattenden Ausbreitungsschichten die logische Folge.
Das hat „der Wetterbericht“ (Zitat Gäste und Hüttenwirt am Höllensteinhaus) wohl schlecht kommuniziert, denn die Hörer/Leser gingen von zunehmendem Sonnenschein am Nachmittag aus, nicht von dichter Bewölkung. Draußen war es gerade so auszuhalten. Ich blieb vegetarisch: Frischer Schafskäse mit Brot – ein Gedicht!










Auch diese Wiese wurde nachgedüngt – in einem auffallend dunklen Düngestreifen wuchs ein Büschel Ehrenpreis:







Richtung Großer Flösslberg ging ich weiter, bog dann aber rechts auf den Forstweg ab. Dort kam ich erstmals am 21. Jänner 2026 vorbei und schrieb noch:

Und so war es auch: Kein echter Trockenstandort, aber zumindest halbtrocken.



Im hohen Gras waren die vier Exemplare, die ich fand, kaum auszumachen. Hier hätte ich nicht mit gerechnet, aber meine Intuition von der Winterbegehung hatte sich als korrekt erwiesen, das freute mich.


Schönen Gruß an Gerhard, den ich auf der Warte stehend gerade in die Hütte gehen sah. Von dort stieg ich dann auf direktem Weg am Franz-Ferdinand-Haus vorbei zur Perchtoldsdorfer Heide ab. Orchideen sah ich bei oberflächigem Schauen keine mehr und damit gings weiter zur Endhaltestelle des 60ers.