
Wegführung: Pfaffstätten Hst. – Heferlberg – Glaslauterriegel – Tieftal – Pfaffstättner Kogel – Wilhelmswarte – Kalvarienberg – Gumpoldskirchen Bf. (15.18)
Höhenmeter: 650 | Strecke: 13.7km
Viecher: Blindschleiche, Ringeltauben, Buntspecht, Kleiner Asseljäger
Vegetation: Hummel-Ragwurz, Helm-Knabenkraut, Vogel-Nestwurz, Schmalblättriges und Breitblättriges Waldvögelein; Gras-Schwertlilie, Orobranchen;
Aus Zeitgründen eine kürzere Tour (für meine Verhältnisse), aber diese sollte ausgiebig genutzt werden zur Orchideensuche (und anderes). Wetter: Lockere Quellwolken, stabil geschichtet und recht mild. Ungewöhnlich gute Fernsicht nach Norden und Osten.
Los ging es nahezu pünktlich in Pfaffstätten. Dieses Mal über Güterwege auf direktem Weg zum Heferlberg.


Am Heferlberg wurde ich bald fündig und sah früh drei Hummel-Ragwurz an einem Standort:







Orchideen fand ich am Heferlberg sonst keine mehr. Erst wieder am Fuß vom Glaslauterriegel am üblichen Platz, aber auch dort sah ich nichts blühen und fand nur dieses Exemplar:

Über das Tieftal stieg ich auf – dort wachsen zahlreiche Waldvögelein (Cephalanthera), genauer gesagt …

Um mir das etwas mühsame Waldstück abzukürzen, stieg ich direkt die Verlängerung vom Fluxberg auf, die Gasleitungsschneise.


Bei der Querung zum Pfaffstättner Kogel

Bei der Proksch-Hütte war zu Mittag wenig los. Ich nahm wieder Kaspressknödel und Krautsalat. Dabei beobachtete ich an der Steinmauer eine dicke Spinne, die ich aus sicherem Abstand mit meinem Zoomobjektiv heranholte:

Beim Weiterweg sparte ich mir die Mitnahme weiterer Gipfel und steuerte direkt die Wilhelmswarte an. Relativ unverhofft, weil direkt neben dem markierten Weg stehend, fand ich zwei Exemplare, davon eines blühend der …

Auf dem „Trail“ zur Wilhelmswarte zwängte sich diese Schlüsselblume neben einem umgefallenen Baum durch.


Von der Wilhelmswarte aus war die Fernsicht ungewöhnlich gut, sowohl von der Uhrzeit (ca. 14 Uhr) als auch von der Jahreszeit.



Genau zu diesem Zeitpunkt entstehen über den südlichen Gutensteiner Alpen erste Regenschauer. Eine kräftige Zelle entwickelte sich gegen 15 Uhr über dem östlichen Gahns und erfasste bis 16 Uhr das südliche Steinfeld – dort, wo am Vortag räumlich eng begrenzt rund 50mm gefallen waren. Mein ursprüngliches Vorhaben, den Krummbachstein zu besteigen, hatte ich am Vortag schon in weiser Voraussicht fallen gelassen.
Die Maximal-Sicht reichte an diesem Tag bis zum Bakonygebirge! Am Horizont blass, aber mit bloßem Auge erahnbar Köris-hegy (709m) in 140km Entfernung.








Beim Abstieg vom Kalvarienweg nahm ich erstmals den Verbindungsweg vom Grimlinggraben zum Kreuzweg – dessen Sehenswürdigkeiten sind mir bisher entgegangen:

Links: Einer von ehemals fünf „Wetterschutzschirmen“ nach einem Patent von Friedrich Krickl (1934) – 1937 vom lokalen Weinbauverein aufgestellt. Das sogenannte „Wetterdachl“ sollte den aufsteigenden Gewitterwolken so viel Elektrizität entziehen, dass sich Hagel und Wolkenbruch gar nicht erst ausbilden könnten. Das Gestell war mit Spitzen aus Kupferblech versehen und durch eine Erdleitung mit dem Boden verbunden. Das letzte Wetterdachl stand in der Ried Steinfeld östlich der Südbahn.
Rechts: Wetterschießhütte (Rekonstruktion) – um 1900 wurden zwölf dieser Hütten aufgestellt, samt Schießvorrichtung für Schießpulver. Der dadurch entstehende Explosionsdruck entwich durch einen mächtigen Schalltrichter. Man glaubte, das bewirke die vorzeitige Entladung von Gewitter- und Hagelwolken.
Was damals Wetterschutzschirme und Wetterschießhütten waren, sind heute die Hagelflieger.
Kritisch steht der Verwendung von Hagelfliegern auch Michael Kunz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegenüber. Als Meteorologe kennt er sich gut mit Gewitterwolken und deren Beschaffenheit aus. Wie er auf Anfrage schildert, fehle schlicht ein „wissenschaftlicher Nachweis“: Niemand weiß, wie sich eine Wolke verhalten hätte, wenn sie nicht geimpft worden wäre.
Die Mehrheit der Experten zweifelt an der Wirksamkeit der Hagelflieger, um großen Hagel zu verhindern.