
Wegführung: Hainburg a.d. Donau Personenbahnhof (9.25) – Ruine Röthelstein – Keltenweg – Rundwanderweg – Keltenweg – Braunsberg (10.45) – Schlossberg (11.50) – Hundsheimer Berg (13.10) – Carnuntumstraße (14.05)
Höhenmeter: 680 | Strecke: 14,0km | Reine Gehzeit: ca. 4 Std.
Viecher: 1 Äskulapnatter, 2 Smaragdeidechsen, 1 Maulwurf
Vegetation: Blaurote Steinsame, Echte Kugelblumen (Braunsberg); Kugelblumen (Schlossberg), Zwergschwertlilien, Kugelblumen, Schwarzwurzel, Tonnen an Bärlauch (Hundsheimer Berg)
Ich wollte die Stunden vor dem markanten Kaltfrontdurchgang noch ausnutzen und daher verschlug es mich wieder einmal in die Hundsheimer Berge. Mein erster Besuch dort war Anfang November 2010 und seitdem hat mich die Hügellandschaft nicht mehr losgelassen. Insgeheim hoffte ich darauf, eine Orchidee auf einen von den Trockenrasen-Standorten zu finden, doch dafür war ich noch zu früh dran.
Zunächst von der Haltestelle am Treppelweg entlang Richtung Ruine Röthelstein, die ich bei früheren Besuchen schon besichtigt hatte.


Ich folgte der Beschilderung des Keltenwegs und später dem Rundwanderweg, der die Ostseite des Braunsbergs umrundet. Dort steil hinauf auf den Braunsberg.






Im Abstieg folgte ich Steigspuren und gelangte so auf einen von zwei größeren Trockenrasengebieten am Braunsberg. Von Orchideen allerdings keine Spur, jedenfalls noch nicht blühend.





Abermals steil hinauf den Schlossberg und dann ein Schnappschuss der Extraklasse unmittelbar vor dem Eingang in das Innere der Burg.


Knapp daneben raschelte etwas im Laub und ich wartete, was da wohl zum Vorschein kommen würde. Eine weitere Smaragdeidechse? Weit gefehlt. Kurz durchstieß ein Maulwurf den Laubhaufen und verschwand gleich wieder darunter.
Tierisch ging es aber auch oberirdisch weiter, denn am Fuß des Schlossbergs fotografierte ich eine „Veränderliche Krabbenspinne“ (Misumena vatia) in einem Thymian-Gewächs. Die Spinne entdeckte ich erst zuhause am Foto. Die auffallende gelbe Farbe deutet auf ein Weibchen hin, die in der Lage sind, ihre Körperfarbe der Blütenfarbe anzupassen, was diesem Weibchen offensichtlich leidlich gelungen ist.

Letzter Programmpunkt: Hundsheimer Berg. Über regelrechte Bärlauchmatten stieg ich auf. Dabei waren die Wege ungewohnt hart und fast staubig trocken. Oft ist die Ostseite eher feucht und rutschig. Nahe dem „Hainburger Blick“ mit den ausgeprägten Felsen fand ich zwar keine Orchideen, aber ….



Beim Gipfel wollte ich nun eigentlich länger gemütlich rasten, doch die Hütte war geöffnet und eine große Gruppe plauderte sehr angeregt und laut. Das ältere Paar auf der Bank links kommentierte das lakonisch. Der Mann sinngemäß: „Das ist kein Ort zum länger Verweilen.“ und die Frau: „Man hat das Gefühl, es sind nur Wiener hier.“ Ich schmunzelte auf der anderen Seite des Gebüschs.

Mit Blick auf das aktuelle Satellitenbild mit eingeblendeten Blitzen (13.40 Uhr MESZ) und der ICOND2-Prognose, die den Frontdurchgang zwischen 15 und 16 Uhr MESZ sah, überlegte ich, wo ich mich vor Niederschlag und Wind unterstellen konnte. Erst einmal absteigen. Dieses Mal ging ich den breiteren Weg, wo man nicht mehrere Baumstämme überklettern musste.


Im halben Weg zum Abstieg bekam mein Arbeitskollege aus Hainburg mit, dass ich in seiner Nähe unterwegs war und lud mich spontan auf einen Durstlöscher ein. Auf der Höhe der Carnuntumstraße beendete ich also meine Wanderung und gemeinsam sahen wir von seiner Terrasse aus die Gewitterlinie heranrauschen:

Ca. 15.30 Uhr MESZ war es so weit:


Einmal sah ich es noch kurz blitzen, in Hainburg selbst war es dann nurmehr stark auffrischender Westwind und starker Regen, der aber viel länger als geplant anhielt. Die Linie verstärkte sich von den Kleinen Karpaten bis zum Seewinkel nochmals.

Um kurz vor fünf hörte es dann auf zu regnen.

Die ausgemessenen Wolkenobergrenzentemperaturen um -55°C zeigten, dass die Gewitterwolken bis zur Tropopause reichten, also über 10km hoch (ca. FL330). Das war bereits beachtlich für Mitte April. Die Schichtung zeigte einen typischen „skinny CAPE“-Aufstieg mit schmaler, aber hochreichender Labilitätszone. Die Grundschicht war gut durchmischt bis etwa 2km Höhe, was förderlich für Verdunstungskälte und dadurch beschleunigte Abwinde war. Bodennah rückdrehende Südostwinde und darüber moderate Westwinde ermöglichten organisierte Gewitter, durch den frontalen Hebungantrieb linienförmige Konvektion begünstigend.
Wieder ein abwechslungsreicher, in Gastfreundschaft ausklingender Tag.