Überschreitung des Kaiserkogels (716m) vom Pielachtal ins Traisental (17.04.26)

Track auf der OTM

Wegführung: Rabenstein (9.15) – Kaiserkogelhütte (12.15-14.00) – Kreisbach Hst. (16.30)

Höhenmeter: 580 | Strecke: 18,7km | Reine Gehzeit: ca. 4,5 Std. | Viecher: 1 Reh, 4 Katzen

Dieser Wanderung ging eine relativ spontane Entscheidung voraus, nachdem mich Michel auf sein Vorhaben hingewiesen hatte. Weite Teile der Strecke waren für mich neu. Ursprünglich wollten wir über Eschenau nach Traisen absteigen, aber die Alternative nach Wilhelmsburg erschien auch nicht viel länger. Asphaltlastig sind alle Varianten, aber die Landschaft entschädigte.

Das Wetter: Schwache bis mäßige Nordwestströmung, ein schwacher Seitentrog und geringe Schauerneigung. Eigentlich. Dazu später mehr.

Wir starteten pünktlich mit dem Schienenersatzverkehr in Rabenstein. Gut zu wissen: Fahrräder können mitgenommen werden (großer Reisebus mit Radgestell), und im Bus fährt das Zugpersonal mit, das heißt, er hält auch sicher bei den Haltestellen.

Aufgelassener Steinbruch nördlich von Rabenstein.
Riesenschachtelhalme (Equisetum telmateia)
Riesenschachtelhalme (Equisetum telmateia)

Nach einem kurzen Verhauer zu einem Bauernhof (Sackgasse) waren wir rasch wieder unten beim Weitwanderweg (04er) angelangt, der noch länger relativ flach entlang eines Asphaltsträßchens dahinlief.

Rückblick ins Pielachtal vom Bauernhof kommend
Gedüngte Löwenzahnwiese

Danke für die Ehrung für mein Lebenswerk, aber was soll ich jetzt mit dem faden Ehrenpreis? 😉

Diese Ehrenpreisform bildet regelrechte Matten auf den Wiesen und wird von den Landwirten daher nicht gerne gesehen, weil sie das Graswachstum unterdrücken.

Faden-Ehrenpreis (Veronicia filiformis)
„Hör auf mit dem Krach, ich hab noch nicht mal gefrühstückt!“
Frisch renovierte Kapelle mit Sitzbankerl, wo wir die erste Rast einlegten.
Gedüngte Weiden und dazwischen eine alte Obstbaumwiese

Bis dahin war es völlig wolkenlos und ich sollte mir den ersten Sonnenbrand holen, denn an Sonnencreme hatte ich nicht gedacht, sondern mit stärkerer (Quellschicht-) Bewölkung gerechnet.

Richtung Oberes Waldviertel erste größere Quellungen (10.30 Uhr), mittig eine Erhebung am Hiesberg
Frühlingsidylle
Im Aufstieg zu einem ausgeprägten Sattel, gegenüber die Plambecker Höhe (623m)
Am Sattel mit Blick nach Süden

Von Michel wird diese Voralpenlandschaft auch liebevoll „Kleines Tessin“ genannt – mit verwinkelten kleinen Tälern und Gräben mit steilen Flanken. Unweit davon suchten wir ein Platzerl mit vermutetem Orchideenvorkommen auf.

Blasses Knabenkraut (Orchis pallens)
Holunderknabenkraut rot (Dactylorhiza sambucina)
Holunder-Knabenkraut gelb (Dactylorhiza sambucina) mit Biene
Idyllischer Magerwiesenplatz mit Blick bis zum Hohenstein (1195m)
Magerwiese (hellgelbgrün, im Gegensatz zu gedüngten sattgrünen Wiesen)
Cumulus congestus mit relativ niedriger Sperrschicht (Inversion), kein Vereisungsstadium (11.35 Uhr) im Norden
Mischwald
Am Vorgipfel des Kaiserkogels mit einem Dankeskreuz, links Hohenstein
Schattenwurf
Links Ausläufer des Dürrensteins (Großer Hetzkogel), rechts Rainstock, vorne Hochebenkogel

Kurz darauf erreichten wir die überraschend volle Hütte – eine große Wandergruppe hatte sie in Beschlag genommen. Entsprechend lange mussten wir auf die Bestellung warten, aber wir hatten ja Zeit. Die Bärlauchnockn mit Salatblättern waren gut, wenn auch überschaubar von der Portion her.

Ausblick von der Terrasse nach Südosten:

Links Sengenebenberg, Kiensteinöde, Wendlgupf (spitz), Hochstaff, Reisalpe, Muckenkogel, Hinteralm, vorne Tarschberg, Höhenberg, Lorenzipechkogel – unten Eschenau
Cumuli mit klarer Sperrschicht, an der sich die Wolke seitlich ausbreitete

Um kurz vor zwei verfinsterte sich nordwestlich von uns (hinter der Hütte, schlecht einsehbar) der Himmel, aber es würde wohl nur ein leichter Regenschauer sein, dachte ich. Falsch gedacht. Wir brachen auf und es fing mit großen Tropfen zu regnen an. Kurz darauf frischte der Wind auf und es schüttete gut zehn Minuten lang kräftig. Anfangs waren sogar kleine Graupelkörner dabei.

Regenschauer um 14 Uhr im slowakischen Radar über dem nördlichen Weinviertel sowie im Seewinkel, ein einzelner Schauer im Mostviertel
Eine größere „Pletschn“ südlich von St. Pölten (kachelmannwetter.com – Wolkenphase) um 14.10 Uhr MESZ, mit dem zugehörigen Radarecho genau über uns

So viel Pech musst ham – das einzige Regenecho weit und breit hatte uns erwischt. Wolkenobergrenzentemperatur hab ich knapp -20°C ausgemessen (ca. FL170, rund 5km hoch). Nicht sehr intensiv, aber ausreichend um nass zu werden. Grund dafür war der berühmte „Waldviertelexpress“, Nordwestwinde über dem Waldviertel und Westsüdwestwind im Donauraum, die konvergieren und dort für Hebungsantrieb sorgen.

Nach dem Regenschauer

Das war übrigens die gesperrte Straße, die weiter vorne während dem Starkregen im September 2024 abgerutscht ist und seitdem nicht mehr hergestellt wurde. Wir hätten bei der Abzweigung nach links um den Hof herumgehen müssen. So wurde es halt ein wegloser Abstieg über die Wiese und dann über (unter) den Stacheldrahtzaun hinab zur Straße.

Nun weiter am Weitwanderweg (04 und 06) Richtung Plambecker Höhe – dieses Stück kannte ich von einer Wanderung mit Günter im April 2022.

Stürzende Wiesen

Dann aber nicht links hinauf zum höchsten Punkt der Plambecker Höhe, sondern gerade aus weiter an mehreren Höfen vorbei. Und Katzen. Endlich war die Katzendurststrecke vorbei:

Schüchtern, danach flüchtend
Über jegliche Furcht erhaben
Teufelsohren
Wildkatzengesicht
Schöne Ausblicke Richtung Wiesen-Wienerwald (links) und Gutensteiner Alpen (rechts)
Pielachtal mit Hofstetten, im Hintergrund rechts blass Ostrong
Ohne Kommentar
Flüchtendes Reh
Wilhelmsburg mit Rudolfshöhe rechts

Passenderweise stand dort auch eine Bank und mit diesem Anblick rasteten wir noch ein paar Minuten.

Stierweide

Kurz vor dem letzten Hof führt der Weitwanderweg mitten durch eine Stierweide. Sie schauten aber nur neugierig und wir durften passieren. Der Hof selbst wird umgangen – es lag jede Menge Schrott herum. Michels Kommentar: „Hier herrscht eine geradezu malerische Unordnung. Das gefällt mir.“ Der Weg zur Haltestelle Kreisbach ist dann ein wenig unübersichtlich – am besten auf die rotweißroten Markierungen achten. Mit knapp zehn Minuten Spielraum erreichten wir die Haltestelle. Dafür war die Rückfahrt flott. Mit einem verspäteten Westbahnzug fuhren wir zurück nach Hütteldorf.

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