
Auftakt zum jährlichen Moderatorentreffen – dieses Mal in Innervillgraten. Für mich das zweite Mal in diesem Sommer, nachdem es mir so gut gefallen hat. Die lange Anfahrt (rund sechs Stunden mit dem Auto) lohnte sich nur, weil wir kurzfristig um eine Nacht verlängerten und damit den Sonntag noch voll ausnutzten.
Wie so oft in den letzten Monaten zog am Anreisetag eine Kaltfront durch. Wir nutzten den freundlichen Vormittag für einen Zwischenstop in Hartberg, mit Besteigung des Ringkogels und der 30 Meter hohen Aussichtswarte, Einkehr bei der dortigen Jausenstation und anschließender Besichtigung des romanischen Karners in Hartberg. Alles zusammen hat sich sehr gelohnt. In Summe waren es 8km Strecke und rund 460 Höhenmeter. Gehzeit hab ich nicht notiert, aber nicht allzu lang.
Wir parkten am Schrammparkplatz in der Klostergasse. Von dort zur Ringstraße und dann dem Rundwanderweg folgend. Anfangs verläuft der Weg in einem schattigen Graben. Trotz der Trockenheit hatte der Brühlbach noch ein wenig Wasser.






Kurz darauf standen wir auch schon am geräumigen Gipfelplateau mit der dreißig Meter hohen Ringwarte, erbaut 1906.

Zu diesem Zeitpunkt zog gerade ein vorlaufendes Wolkenband mit einzelnen Gewittern über die Obersteiermark. In der labilen Warmluft befand sich ein großer Gewittercluster südlich der Karnischen Alpen. Die Oststeiermark war noch komplett wolkenlos.





Nahaufnahme von der lehrbuchhaften (hochbasigen) Konvektion im Westen mit Eisschirm rechts.

Der Wächter der Ringwarte, ein schwarzer, sehr verspielter Labrador, begrüßte jeden Neuankömmling, trug ein Spielzeugball im Maul mit sich und forderte zum Wurf auf, rannte dann im gestreckten Galopp hinterher und legte sich schließlich neben den Tisch, heftig hechelnd. Dafür ließ er sich auch von allen streicheln.

Es war so idyllisch und im Schatten auszuhalten, dass wir über eine Stunde bei der Jausenstation verweilten. Ich holte mein Frühstück nach mit einer fleischlastigen Brettljause. Wolfgang nahm das Gulasch. Gestärkt brachen wir am frühen Nachmittag auf.



Bei der Pfarrkirche war der Abstecher zum spätromanischen Karner Pflicht:

Der Karner wurde ab 1167 errichtet und 1215 fertiggebaut. Von 1889 bis 1894 wurde der Karner renoviert und dabei auch der originale Farbcharakter weitgehend zerstört. Zudem wurden Elemente hinzugefügt, die im Original nicht existierten.


Die Pfarrkirche nebenan wurde 1157 erstmals erwähnt. Sie steht auf den Resten eines römischen Bauwerks aus der Zeit um 200 n. Chr.

In der Bildmitte handelt es sich um das Grabrelief des Tiberius Iulius Avitus und der Caixu, entstanden um 100 bis 125 n. Chr. Der Text darunter bedeutet:
„Tiberius Iulius Avitus und Caixu, die Tochter des Rantillus, haben (dieses Grabmal) zu Lebzeiten für sich selbst und für ihren Sohn Tiberius Iulius Annamus, verstorben im Alter von 9 Jahren, errichtet.“
Die weitere Fahrt nach Innervillgraten verlief unkompliziert. Etwas lästigt der offenbar tägliche Stau in Lienz bis zur Abzweigung ins Pustertal. Mit Ankunft in Innervillgraten zogen Regenschauer durch, die Kaltfront mit der Abkühlung kam erst in der Nacht.
Glück im Unglück: Als wir in Hartberg ausstiegen, fiel mir plötzlich ein, das Ladegerät für die Canon zuhause vergessen zu haben. Die Kamera ist bereits acht Jahre alt, Original-Ladegeräte gibt es nicht mehr. Günter besorgte für mich auf seiner Anfahrt in Lienz beim Hartlauer ein Universal-Ladegerät mit Adapter für den NB-10L-Lithium-Akku. So konnte ich die Folgetage wieder aus dem Vollem schöpfen, während ich mich in Hartberg ein wenig zurückhalten musste. Danke Günter!