Nockstein (1043m), Gaisberg (1287m) und Rundflug Salzkammergut (07.10.26)

Wegführung: Ludwig-Schmederer-Platz (Salzburg-Parsch, 10.48) – Hiesberg – Nockstein (12.28-12.35) – Gaisberg-Gipfel + Einkehr (1287m, 13.40-14.45) – Ludwig-Schmederer-Platz (15.55) | 1000hm, 12.5km; ca. 3 Std. 45 Minuten reine Gehzeit | Flugzeit: 17.05 bis 18.30 Uhr

Unverhofft kommt oft. Die Gaisbergtour war schon länger geplant, da ich einmal im Jahr zumindest heroben stehen möchte. Der VFR-Flug mit der Cessna war ebenfalls schon länger geplant, aber einen gemeinsamen Termin zu finden mit passendem Flugwetter war eine Herausforderung. So ergab es sich, dass mein Pilot und ich im Aufstieg zum Nockstein hin und her schrieben und der Flugplan am Abend einmal aufgegeben wurde. Dank meiner ausgezeichneten physischen Fitness derzeit war ich sehr flott im Abstieg und wir hatten genügend Zeit für einen schönen Rundflug durchs Salzkammergut.

Anfahrt mit dem Railjet nach Salzburg, bereits rund fünfzehn Minuten verspätet abgefahren in Wien Hbf und nicht mehr aufgeholt. Dann mit der Linie 6 nach Parsch zur Endhaltestelle. Dort beginnt der steilste und kürzeste Anstieg auf den Gaisberg.

Beim ersten Hof sah ich dieses Mal keine Katzen mehr. Im Abstieg freilaufende Hühner. Ob die Wildkatzendynastie ausgestorben ist? Das wäre schade. Beim zweiten Hof lief eine schwarze Katze vor mir über den Güterweg. Ich erwischte sie noch, bevor sie hinter dem Strauch verschwand:

Nach der diesmal mageren Katzenausbeute konzentrierte ich mich wieder auf die Landschaft.

teils vertrocknet, teils echtes Laub

Bei der umzäunten Weide unterhalb der Gersbergalm bedienten sich gerade zwei Esel an einem Fresskorb. Die Ziegen im Hintergrund waren so intelligent, dass sie unter dem gespannten Zaun durchgingen – Sie hatten offenbar erkannt, dass dieser nicht mit Strom geladen war – und nebenan grasten, wo die Wiese noch saftig grün war.

Mittagsjause

Nun hatte ich die Wahl zwischen direktem Anstieg zum Gipfel über den Jägersteig (ehemalige Skiabfahrt) oder zuerst einen Abstecher zum Nockstein. Ich wählte Letzteres, auch wenn ich zu dem Zeitpunkt schon das Rundflugangebot hatte. Aber es sollte sich zeitlich alles gut ausgehen.

Bei meiner letzten Gaisbergtour im Feber 2025 bin ich nur über den markierten direkten Weg auf- und abgestiegen, und davor war ich im Februar 2024 unterwegs. Ich kannte diese Seite also nur aus der Zeit vor dem großen Starkregen im September 2024, als in Salzburg-Stadt rund 200mm in wenigen Tagen fielen, am Gaisberg mit Nordweststau wohl noch etwas mehr. Daher fielen mir jetzt erstmals die heute noch gut sichtbaren Schäden insbesondere am Nordhang des Gaisbergs auf. Viele Gräben waren noch stärker ausgewaschen als früher, viele entwurzelte Bäume, erodierte Kalkfelsen, wo es die dünne Bodenschicht vollständig abgetragen hatte.

Meiner Erinnerung nach gab es bei der ersten Grabenquerung Richtung Nockstein früher auch keine Holzstufen, sondern man musste über die Felsen links aufsteigen. Aber da kann ich mich auch täuschen ….

Weiter oben waren die Markierungen nicht allzu üppig und ich drehte eine Ehrenrunde um einen Felsmugel herum. Es gab viele schmale Pfade. Die etwas abschüssige und ebenfalls stark erodierte Querung oberhalb des Forstwegs hatte ich noch richtig in Erinnerung, nicht aber die etwa zentimeterdicke Auflage an feinem braunen Sand.

Motiviert wählte ich die steilere Variante mit kurzen Kletterpassagen am linken Rand der Felsen. In wenigen Minuten war ich am Gipfel. Oben grüßte ich zwei deutsche Studentinnen mit „Grias eich!“ und eine grüßte zurück: „Grias euch!“ Na, na, der majestätische Plural war jetzt nicht nötig…

Nach Norden und Nordwesten war es ziemlich dunstig, aber die Alpensicht zum Toten Gebirge war einwandfrei:

Ich blieb nicht lange oben, kletterte aber kurz die zwei Meter zum Gipfelkreuz hinauf (mich dort aufrecht danebenzustellen, war mir dann aber zu ausgesetzt, mir reichte, es zu berühren). Für den Abstieg nahm ich den Normalweg mit den Holzstufen.

Auch beim Weiterweg zum Anstieg Richtung Rundwanderweg ergaben sich freie Blicke ins Salzkammergut:

Rückblick im Anstieg zum Rundwanderweg – die Windräder stehen bereits im Hausruck, der gemeinsam mit dem Kobernaußer Wald zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Europas zählt.

Auch im Anstieg zum Rundwanderweg zeigten sich die Spuren vom Starkregen 2024 – zahlreiche umgestürzte Bäume wurden nie beseitigt. Der Wegverlauf war nicht beeinträchtigt, aber offenbar nachmarkiert worden.

Sturmschäden vom September 2024

Am Rundwanderweg angekommen fielen mir bergseitig die Stahlnetze auf, welche den Hang davor schützen sollten, weiter abzurutschen. Auch hier war die Erosion durch den Starkregen offenbar beschleunigt worden.

Ich suchte linksseitig und wurde dann fündig. Die Abkürzung zum oberen markierten Weg war noch vorhanden und einwandfrei begehbar. So war ich in rund zwanzig Minuten ab Rundwanderweg am Gipfel – Nr. 69 laut meinen Aufzeichnungen, und damit mit großem Abstand weiterhin mein meistbestiegener Berg. Die obligatorische Rundumsicht mit ein paar Bildern:

Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass ich knapp vier Stunden später den Dachstein überfliegen würde.

Blick zu den östlichen Ausläufern des Mangfallgebirges (Bayrische Voralpen):

Einkehr mit Hindernissen. Einer der letzten warmen Tage des langen Sommers. Ein Wochentag (Mittwoch). Ich hatte mich extra rückversichert, dass beide Gasthäuser am Gipfel (gleicher Betreiber seit ca. 2019) offen waren. Als ich vorbeiging, war die Alm geschlossen und nur das Gasthaus offen. Der Gastgarten bis auf den letzten Platz besetzt. Gefühlt mindestens zwei deutsche Reisegruppen. Die Serie an unangekündigten Schließungen (Enzianhütte, Unterberghaus, Goaßbergalm) setzte sich also fort. Ich wich in den Innenraum aus. Die Aussicht kannte ich ja eh schon am Gipfelplateau und außerdem war es viel ruhiger. Das Essen war trotzdem schnell da und gut: Hühnerfilet in Kürbiskernpanier auf gemischtem Salat.

Nach der Einkehr ging ich nochmal zum Gipfelkreuz und stieg dann über den markierten Normalweg ab, der früher mein „Standardanstieg“ war. Mir kam vor, dass manche Passagen jetzt leichter gingen als früher, teils minimal geänderte Routenführung. Im unteren Teil kurz vor der Gersbergalm war überhaupt nach dem Starkregen neu markiert worden. Statt im gerölligen Graben wich der Steig nach links auf den Waldboden aus.

neu markiert im Abstieg

In nur einer Stunde und zehn Minuten war ich zurück beim Schmedererplatz und erwischte bequem den Bus um 16.09 zurück in die Stadt.

Szenenwechsel:

Vom Flughafen Salzburg direkt in die Cessna und ohne langes Warten auf die Freigabe starteten wir nach Süden:

Abflug mit Tennengebirge im Hintergrund, rechts Untersberg

Die Flugbedingungen waren noch günstig, wenngleich sich der auflebende föhnige Südwind bald bemerkbar machte in Form leichter Föhnturbulenzen im Lee vom Tennengebirge sowie später im Lee vom Dachstein. Ich checkte die aktuellen Wetterdaten – knapp 30kt Südwestwind am Sonnblick und rund 15kt Südwind am Hunerkogel (Dachstein). Der Alpenhauptkamm war erkennbar von Süden angestaut und allgemein war es nach Süden sehr dunstig.

Erstmals sah ich das Tennengebirge aus unmittelbarer Nähe, nachdem ich es zu Fuß mangels öffentlicher Anbindung nie hineingeschafft hatte.

Die Gletscher am Dachstein haben unter dem trockenen Winter und heißen Sommer noch mehr gelitten als die zentralalpinen Gletscher. Dass sich unterhalb von 3000m Höhe so viel Eis bis heute halten konnte, liegt maßgeblich an den ergiebigen Nordstaulagen im Winterhalbjahr. Diese fehlten in den letzten Wintern fast vollständig. Der letzte ergiebige Neuschnee war der Starkregen im September 2024, doch schmolz davon ein Teil wieder weg, bevor der eigentliche, wieder zu schneearme Winter kam. Kaum Schnee also auf den Gletschern, bevor die brütende Hitzewelle im Juni einsetzte.

V.l.n.r.: Dirndln, Niederer Dachstein, Hoher Dachstein, Mitterspitz

Rundflug um den Gipfel des Hohen Dachsteins mit stark geschrumpftem Oberrand des Gletschers, was den Übertritt auf den Felsen beim Randkluftsteig immer weiter erschwert.

Was wird wohl passieren, wenn der Hallstätter Gletscher vollständig abgeschmolzen ist? Die aufgeschichteten Bänder schauen extrem brüchig aus unterhalb vom Hauptgipfel:

Mein bester Schnappschuss: Die Spitzmauer-Westseite in der Abendsonne – erkennbar auch der Normalweg auf den Gipfel.

Letztes Jahr im Juni hab ich es nur bis zum Beginn des ausgesetzten Grats zum Priel geschafft, musste dann wegen Schwindel und Kurzatmigkeit umdrehen. Aus der Vogelperspektive schaute er nicht unbedingt viel breiter aus.

Hier beeindruckte mich der „Fußabdruck“ des ehemaligen Gletschers im steilen Kühkar. Unter dem Schutt befindet sich weiterhin ein Firnrest.

Überflug des Brunnkogels, dessen Gipfelbereich abgebrannt ist, daher die Benennung (von brennen). Das aktuelle Gipfelkreuz ist vierzehn Meter hoch und wurde 2013 aufgestellt.

Brunnkogel (1708m) im Höllengebirge

Die Kulmspitze ab Mondsee war vor der Errichtung des Aussichtsturms zwar auf meiner Liste, als ich noch in Salzburg gewohnt habe, hat dadurch aber nun deutlich an Attraktivität gewonnen. Von Riedschwandt im Norden ließe sich eine schöne Rundwanderung machen, die leider nur mit Auto erreichbar ist. Alternativ noch ab Oberwang, wo ein Anschlussbus ab Mondsee zeitnah abfährt.

Im Landeanflug auf Salzburg hatten wir Glück und durften über die Stadt von Süden her landen

Das Fluggerät: Cessna 172 Skyhawk

Ein rundum gelungener Tagesausflug. Ich sage meinem Piloten Georg danke für die Spontanität. Mit dem Railjet um 19.07 (leider halbe Stunde verspätet) fuhr ich zurück nach Wien.

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