
Wegführung: Oberlandhütte – Klooalm – Stadlbergalm – Kamm – Kesselbodenalm – Klooalm (Einkehr) – Oberlandhütte | 800hm, 16.2km
Zweiter Tag der geführten Alpenvereinstouren ab Oberlandhütte, der im Zeichen eines durchziehenden Orkantiefs stand. Wir waren dabei auf die Butterseite gefallen, auch wenn es zuerst nicht danach aussah. Die Globalmodelle schmierten den Niederschlag der Warmfront und im Warmsektor über die Kitzbüheler Alpen – das hätte einen regnerischen Tag bedeutet.
Nach den Lokalmodellen hingegen nur unergiebige Niederschläge tagsüber, höchstens ein Liter pro Quadratmeter – sie sind aufgrund der höheren Auflösung der Topographie besser in der Lage, föhnige Effekte einzurechnen. Im Hochgebirge herrschte zwar stürmischer Westwind mit Orkanböen, über den Alpenhauptkamm wehte hingegen seichter Südföhn. Die Druckdifferenz von Südtirol bis Oberbayern betrug rund 10hPa – durch den starken Druckfall an der Alpennordseite ergab sich die Südströmung unterhalb Kammniveau und dadurch Föhn, der den Hauptniederschlag lange vom Spertental fernhielt. Daher hatten wir tagsüber brauchbare Tourenbedingungen mit eigentlich guter Fernsicht.
Einziger Wermutstropfen war das starke Tauwetter: Am Hahnenkamm (1794m) stieg die Temperatur von -3°C am Samstagabend auf +9°C am Sonntagmittag. Entsprechend nass war der tauende Schnee und mein rechter Wanderschuh, dessen Imprägnierung versagte.
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