„Spitaler Marmor“ beim Pießling Ursprung, daneben eine Bergflockenblume
Zweiter Teil meines Erfahrungsberichts zum Grundmodul Wanderführer beim VAVÖ, welches vom 4. bis 7. Juni 2026 in Spital am Pyhrn stattfand. Nach wie vor bestand die Aufteilung in zwei Kleingruppen.Am Samstag war unsere Gruppe dran mit Naturkunde zwischen Pießling-Ursprung und Gleinkersee, während die andere Gruppe die gleiche Runde am Schweizersberg ging. Am Sonntag folgte der Abschluss mit Theorie und nochmal Gruppenübungen. Meine abschließenden Worte zur Veranstaltung dann am Ende dieses Eintrags.
Höchste Erhebung vom Schweizersberg (Stummerkogel 817m), 05. Juni 2026 (im Hintergrund tiefbasige Quellwolken aus der Restfeuchte)
Ich gehe seit sechzehn Jahren regelmäßig und ganzjährig in die Berge und habe mir schon einen gewissen Erfahrungsschatz aufgebaut. Wiederholt war (und bin) ich bei geführten Touren dabei und konnte mir zuletzt immer öfter vorstellen, selbst einmal Gruppen zu führen und an meinem breit gefächerten Hintergrundwissen teilhaben zu lassen. Ich habe mich beim VAVÖ privat angemeldet, um erst einmal unverbindlich hineinzuschnuppern, ob das überhaupt etwas für mich ist, ehe ich weitere Schritte setze.
Vorab: Beim Grundmodul gibt es keine Prüfung, sondern eine Kursbesuchsbestätigung, die einen dazu befähigt, unentgeltlich Touren zu führen. Erst mit dem Aufbaumodul darf man entgeltlich, also selbständig oder für Tourismusbetriebe führen – dort gibt es auch eine mündliche und schriftliche Prüfung. Das Aufbaumodul kann je nach finanziellen Ressourcen in vier oder (entspannter in) fünf Tagen abgeschlossen werden. Optional gibt es für den Winter ein Schneeschuhwandermodul, aber erst nach dem Aufbaumodul.
Inhalt:
Wir waren insgesamt fünfzehn Teilnehmer und vier Kursleiter, von denen Klaus und Uwe den Großteil der Organisation und Themengebiete (Orientierung, Naturkunde, Gruppendynamik) übernommen haben. Kathrin brachte uns rechtliche Aspekte näher und Hans das Notfallmanagement am Berg im Schnelldurchgang.
Ablauf:
Der Kurs gliederte sich in einen Theorieblock am Donnerstag, aufgelockert durch Orientierungsübungen vor dem Hotel, danach Wetterkunde und Kennenlernübungen. Am Freitagvormittag kam das Recht, danach ein Spaziergang mit intensivem Orientierung üben am Schweizersberg bei Windischgarsten. Am Samstag ein weiterer Spaziergang von Roßleithen zum Pießlingursprung und zum Gleinkersee mit Schwerpunkt Naturkunde. An beiden Tagen zwei Kleingruppen mit je acht bzw. sieben Teilnehmern, sodass jeder einmal für ein kurzes Teilstück die Gruppe führen und ein „Gestaltungselement“ einbringen durfte. Ich redete natürlich übers Wetter, andere brachten Achtsamkeitsübungen oder Informatives zur Umgebung. Am Abend dann noch Notfallmanagement mit praktischen Übungen. Da war ich schon ziemlich an meinem Kapazitätsende angelangt leider. Wie ich feststellen musste, hatte ich von Erster Hilfe ziemlich am wenigsten Ahnung von allen und werde bald einen Kurs diesbezüglich nachholen. Am letzten Tag kamen noch einmal Orientierung mit praktischen Übungen sowie ein Streifzug durch die Botanik, und ein gruppenpädagogischer Teil, immer sehr kurzweilig. Mit einer Feedbackrunde in Kleingruppen schloss der Kurs und jeder durfte sich stolz die Bestätigung abholen.
Eine kurzfristig improvisierte Tour, nachdem es zunächst nicht danach aussah, als ob es tagsüber zu regnen aufhören würde. Ich frühstückte ausgiebig und brach dann mit Regenschirm und Regenhose bewaffnet mit Zweckoptimismus auf. Dieses Mal nur Handyfotos. Vom Josefiberg hab ich lustigerweise erst am Vorabend das erste Mal gehört. Man braucht schon hochaufgelöste Karten, um das langgestreckte Bergl zwischen Autobahn und Ort zu erkennen.
Wetterlage: Föhnige Südwestströmung mit labiler Warmluft. Einzelne Modelle mit präfrontalen Gewittern.
Ausrüstung: Sony RX 100 VI (1Zoll-Kompaktkamera mit manuellem Fokus)
Auftakt zu einer langen Woche. Ich fuhr um 6.30 in Wien weg und konnte gemütlich im Railjet frühstücken, ehe ich in Linz umstieg. Gut zu wissen – um 8.04 fährt ein Interregio genannter Cityjet (einfache Garnitur) nach Graz, mit größeren Gruppen könnte es eng werden. Der CJ hat eine winzige erste Klasse im Kopfteil und die anderen Sitzplätze können reserviert werden. In Wien wäre es ein gewöhnlicher Nahverkehrszug.
Nach exakt drei Stunden kam ich pünktlich in Spital am Pyhrn an und checkte erstmal im Naturfreundehaus ein. Leider hatten sich die Modelle konsolidiert, dass der Anreisetag vom Wetter her länger stabil sein würde und am Folgetag eine schleifende Kaltfront eher trübes und regnerisches Wetter bringen würde. Umgekehrt wäre mir lieber gewesen. Aber so war es nun mal. Ich beschloss kurzfristig, mir einen gemütlichen Tag zu machen – die Folgetage würden mit dem Wanderführer-Grundmodul beim VAVÖ noch intensiv genug werden. Daher kam nur diese kleine Hüttenrunde mit zwei längeren Stops zustande, die dafür botanisch reichlich zu bieten hatte.