Nach den wiederholten Berichten im Gipfeltreffen-Forum wollten Günter und ich den Süßwandgrat auch einmal kennnenlernen. Dafür schnappten wir uns einen ortskundigen Führer und Norbert sollte uns daher den Aufstieg zeigen. Das Wetter hätte ein wenig freundlicher sein können, aber für die steileren Passagen zu Beginn waren die einstelligen Werte genau richtig.
Der Tag mit dem durchziehenden Kaltlufttropfen (Höhentief) aus Nordost. Die geplante gemeinsame Radtour von Wien nach Hollabrunn fiel den erwartenden Niederschlägen, dem Gegenwind und der Kälte zum Opfer. Als am Vormittag dann in Wien die Sonne durchblinzelte, hielt es mich zuhause nicht mehr und ich visierte die Föhrenberge an.
Das erste Mal den Wienflussradweg, natürlich mit Gegenwind, aber war trotzdem schön, das Rad ein paar Kilometer ohne Hindernisse (Ampeln, Kreuzungen) rollen lassen zu können. Die Peter-Jordan-Straße bis Türkenschanzpark bin ich schon ein paar Mal gefahren, meist weiter Richtung Neustift am Walde, dieses Mal scharf links.
Die Gregor-Mendel-Straße ist eine klassische „Radfahren gegen die Einbahnstraße erlaubt!“ – Augenauswischerei. Links und rechts breite SUV-Parkplätze. Beim Gegenverkehr muss man nahe an den parkenden Autos vorbei. Wenn dann ein Autofahrer noch einen Radfahrer überholt, heißt es Warten. So gibt es dort ein paar „Radfahren erlaubt“-Einbahnstraßen, die viel zu schmal dafür sind. Weiß nicht, was man sich dabei gedacht hat – wahrscheinlich nix.
Ein weiteres Schmankerl sind Baustellen ohne Umleitungen und „Radweg endet!“-Abschnitte. Beim Wilhelminenspital musste ich auf den Gehsteig wechseln, um dann wegen einer Baustelle keinen legalen Weg auf den Flötzersteig vorzufinden. Der Gehweg war dann am Ende abgesperrt und ich zwängte mich zwischen den parkenden Autos durch und dann auf den Radstreifen. Den Flötzersteig fuhr ich erst das zweite Mal, zuletzt am 7. August 2020. Ähnlich wie damals knallte die Sonne auf den Asphalt, aber die anschließende Abfahrt zur Linzer Straße war dann schön. Dieser folgte ich bis zur Schnellbahn-Station Wolf in der Au. Dort vermied ich das Harakiri, in die Abfahrt zum Wienfluss abzubiegen und fuhr bis zum nächsten Zebrastreifen, um zu drehen.
Der Wienflussweg ist dort noch gesperrt wegen Sanierungsarbeiten nach dem Hochwasser 2024, die Umleitung führt entlang eines Schotterfahrwegs bis zum Wienfluss-Radweg. Auf diesem blieb ich bis zur Baustelle bei der U-Bahn-Haltestelle Pilgramgasse. Wieder keine Umleitung ersichtlich, also über die Schönbrunner Straße umfahren. Den Karlsplatz mied ich, indem ich in die Millöckergasse (Radroute Richtung Mahü) abbog. Ich stand dann zwar ewig in der Léhargasse an der Ampel (Getreidemarkt), dafür war ich schneller am Ring ohne weitere Ampeln. Der Rest war dann Formsache.
Ich fahr selten in der Stadt aus genau dem Grund: Lange Ampelphasen, rücksichtlose Autofahrer, v.a. Lieferwägen, die einem auf der Radspur entgegenkommen und keinen Platz machen (einmal musste ich überhaupt zwischen zwei parkenden Autos abtauchen, weil mir ein LKW entgegenkam auf einem tollen „Radfahren gegen die Einbahn erlaubt!“ – Abschnitt. Lieferwägen, die in zweiter Spur direkt vor der Ampel auf dem Radstreifen parken. E-Mopeds, die die Radinfrastruktur mitbenutzen.
Was war schön? Ich habe wieder ein paar Grätzel kennengelernt, die ich zuvor nicht kannte. Bilder gibt es dieses Mal keine. Die Sehenswürdigkeiten hielten sich auch in Grenzen.
Meine erste Ausfahrt einen Tag nach dem stürmischen Südföhn in Wien. Die Praterallee war wegen irgendwas gleich zu Beginn gesperrt, also musste ich über die Lasallestraße ausweichen. Bei nurmehr mäßigem Nordwestwind und zum Glück nurmehr geringer Pollenbelastung ging es traditionell zuerst in die Obere Lobau mit kulinarischer Abwechslung und dann bei leichtem Gegenwind zurück. In Höhe Kraftwerk Donaustadt wurde bereits zahlreich entlang vom Radweg gegrillt.
Nur beim Uferhaus Staudigl: Geröstete Leber mit Pellkartoffeln – die gebackene Form mag ich nicht, als Beuschel (mit Rahmsauce) vertrag ich sie nicht Auf dem Josefsteg Dechantlacke Wie blöd ist zu blöd?
Weder Lichtverhältnisse noch Vegetationsstand lohnten für weitere Aufnahmen. Es tat trotzdem gut, unterwegs zu sein.
Der ursprüngliche Plan war eine Besteigung aller vier (benannten) Wände an einem Tag – angefangen mit der Pfefferwand, die mir noch fehlt, und dann über Weinzettlwand, Spiesswand und Polleroswand weiter, die ich bereits einzeln bestiegen habe. Das ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz aufgegangen, aber es kam dennoch eine stattliche Anzahl an Höhenmetern und vor allem Strecke zusammen, die noch dazu recht abwechslungsreich war.
Am zweiten Tag unseres geführten Alpenvereinswochenendes stand eine kürzere Tour am Programm. Schließlich hatten wir danach noch die Heimfahrt nach Wien. Im Norden zog eine schwache Kaltfront durch. Die Nockberge lagen in der präfrontalen Warmluft mit flacher Quellwolkenbildung. Für Niederschlag reichte es nicht. Es gab sogar durchaus längere sonnige Abschnitte.
Update: Genau eine Woche später ging am Nordhang des Schilchernocks (wir blieben am breiten Kamm und wichen nicht in die steile Nordflanke aus) ein massives Schneebrett ab – siehe Bericht der Bergrettung Salzburg.
Track Open Topo Map (Aufstieg nachträglich eingezeichnet), Gipfelfoto Königstuhl
Wegführung: Dr. Josef-Mehrl-Hütte (1731m, ÜE, 9.25) – Oberes Kremstal – Königstuhlscharte (2185m) – Königstuhl (2336m, ca. 12.20-12.55) – Friesenhalshöhe (2246m, 14.10) – Rosaninseen – Dr. Josef-Mehrl-Hütte (ÜE, 16.15)
Höhenmeter: ca. 700hm | Strecke: ca. 12km | reine Gehzeit: 4,5 Stunden
Schneeschuhwanderwochenende mit dem Alpenverein in den Nockbergen. Für mich das erste Mal auf der Dr. Josef-Mehrl-Hütte. Das Wetter hätte kaum besser sein können, allenfalls ein wenig kühler. Ich hab geschwitzt wie im Hochsommer und leider viel zu wenig getrunken. Die Gruppe hat gut harmonisiert, das Tempo passte. An Gesprächsstoff mangelte es nicht 😉
Ich war gespannt, ob ich die Höhe merken würde, kam aber gut zurecht – eher wars die Hitze bei gleichzeitiger Windstille, die mir beim finalen Gipfelanstieg zu schaffen machte.
Ein Tag, an dem gefühlt alle meine Wandersleut im Bekanntenkreis unterwegs waren. Die einen suchten den Schnee, der ziemlich sulzig und schwer war, ich suchte Wärme und Farben in der Natur nach den langen Wochen eisigen Nebelwetters. Auf meiner üblichen Runde fand ich die Frühlingsvorboten, und kam auch mit dem Sonnenschein auf meine Kosten. Negativer Beigeschmack nur durch die starke Haselpollenbelastung (vor allem Kopfweh), was ich aber durch Antihistaminika rasch in den Griff bekam).
Vor dem Wintereinbruch schafften es Wolfgang und ich noch ins Rosaliengebirge. Für mich der zweite Besuch nach über fünfzehn Jahren. Damals war ich nur am Heuberg. Dieses Mal wollten wir uns den ganzjährig begehbaren Aussichtsturm Wiesen-Lanzenkirchen am Steinkogel (ältere Karten: Steinkopf) anschauen. Es war ein windiger, aber trockener Übergangstag. Am Nachmittag drehte der Wind auf Südost zurück und schlief dabei ein.
Ausnahmsweise ist ein Adriatief-Ereignis so eingetroffen wie es die Wettermodelle Tage vorher schon angedeutet haben. Der Niederschlagsschwerpunkt lag dabei in der Ost- und Südosthälfte von Österreich und brachte verbreitet das größte Neuschnee-Ereignis seit 13 bzw. 21 Jahren. Im Wiener Becken und Burgenland fielen 15-30mm als Schnee, in der südlichen Steiermark 40-60mm. Verbreitet kam es zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume auf Oberleitungen. Der Verkehr brach zusammen. In Wien fielen im Stadtgebiet 15-20cm, am Hermannskogel waren es rund 30cm, mit Verwehungen 50cm.
Der Grund für den späten Schneereigen war dieses formschöne Adriatief mit ausgeprägter Dry Intrusion über Kroatien, Saharastaub-Cirrus über Thüringen, Sachsen, Südpolen und teilweise Ungarn. Der Okklusionspunkt lag über Ostösterreich. Insgesamt intensive Hebung durch Aufgleiten der milden Mittelmeerluft auf einströmende Kaltluft aus Norden, zugleich Staueffekte.
Am Vortag und selbst in der Früh überlegte ich noch, ob ich es wagen sollte, nach Gumpoldskirchen (Anninger) oder ins Helenental (Hoher Lindkogel) zu fahren, entschied mich wegen der vielen Zugausfälle dann aber dagegen. Angesichts der Neuschneemengen konnte ich es wagen, mit kurzer Anfahrt direkt in Döbling zu starten. Damit war diese Tour für mich eine Premiere: Erstmals auf Wiener Boden mit Schneeschuhen unterwegs! Im Verlauf der Wanderung stieg die Lufttemperatur auch in den höheren Wienerwaldlagen knapp ins Plus. Die diffuse Strahlung bewirkte ein Anfeuchten und Setzen der Schneedecke.