
Wegführung: Kaltenleutgeben Gemeindeamt (10.10) – Doktorberg (430m) – Lattermaißberg (452m) – Schneiderkogel (464m) – Norwegerwiese – namenloser 643m – Höllensteinhaus (12.43-13.15) – Josefswarte (582m) – Evelynkogel (406m) -Begrischpark – Perchtoldsdorf (15.15)
Höhenmeter: 600 | Strecke: 16.4km | Reine Gehzeit: ca. 4,5 Stunden
Viecher: 1 Wildschweinrotte, 3 Rehe, 1 Schwarzspecht
Der ewige Nebel ging mir schon gewaltig auf die Nerven, aber es half nichts. Deswegen konnte ich mich nur für eine kurze Etappe motivieren. Mit dem auflebenden Südostwind hoffte ich lange vergebens auf Auflockerungen.
Dieses Mal begann ich beim Gemeindeamt in Kaltenleutgeben (Haltestelle) und ging ein paar Meter zurück. Dort war in der OSM ein Wegerl Richtung Doktorberg eingezeichnet. Ich musste zwei Mal schauen, ob ich richtig war, denn zwischen zwei Wohnanlagen führte eine eiserne Wendeltreppe über einen Geländeabsatz steil hinauf. Im Winter offiziell gesperrt, aber es gab keine Absperrung.

Laut OSM waren Wege vorhanden, die aber offenbar mindestens seit dem Starkregen im September 2024 nicht mehr gepflegt wurden. Teilweise war der Hang abgeruscht, teils lagen Bäume quer über dem Weg. Hier und da schauten Mauerreste von Wegbefestigungen durch.


Laut einer älteren Karte befanden sich am Fuß des „Doctorbergs“ kleinere Steinbrüche mit kurzen Zufahrtswegen. Das Mauerwerk konnte also durchaus über hundert Jahre alt sein.

Unweit vom höchsten Punkt befand sich auf der anderen Seite das 1969 angelegte Siedlungsgebiet Doktorberg. Richtung Kaltenleutgeben sah ich im Respektabstand eine Rotte Wildschweine durch den Wald streifen.
Beim Doktorberg wollte ich dann meine zwei Jahre alten Chainsen Pro anlegen, nachdem mir von den XT auf einer Seite hinten der Gummi gerissen war. Das Pech setzte sich fort. Rechts riss es ebenfalls hinten, hielt aber noch. Links riss es mittig, sodass die Zacken unter dem Schuh abstanden. Mit zunehmender Dauer der Wanderung wurde das Gehen immer mühsamer. Nach Ende der Wanderung entsorgte ich sie in der Mülltonne.




Den hab ich schon ein oder zwei Mal besucht, danach folgte ich Steigspuren …

Der Gipfel des Schneiderkogels war nicht gekennzeichnet, aber seinen Name hatte er schon seit über 140 Jahren. Viel Aussicht gab es nicht, aber damit hatte ich mein Pflichtprogramm mit zwei neuen Gipfeln erfüllt. Ich stieg ab dem Rastplatz „Sieben Eichen“ direkt nach Kaltenleutgeben ab und gegenüber gleich bergauf Richtung Norwegerwiese. Im Sommer verfehlte ich den Weg einmal im Abstieg und musste das Tal aushatschen. Bergauf war die Wegfindung problemlos und gut markiert. Irgendwo musste ich damals mit viel Gebüsch und voller Belaubung eine Abzweigung verpasst haben. Das erste Mal ging ich hier bei meinem ersten Besuch der Föhrenberge 2016.

Ab etwa 450m Höhe lag eine dünne Neuschneedecke. Spikes hätte man jetzt nicht mehr gebraucht, aber ich traute mich nicht, sie auszuziehen. Richtung Perchtoldsdorf sollte es wieder eisiger werden.

2012 stand der Lift noch vollständig (siehe Eintrag im Alpinforum). Bei meinem ersten Besuch im Herbst 2016 stand die „Talstation“ noch:

Heute ist nurmehr das Holzgeländer dahinter zu sehen. Die Waldwiese wurde 1890 nach dem norwegischen Bäckergesellen Wilhelm Bismark Samson benannt, der dort durch seine Skilaufkenntnisse beeindruckte. 1952 wurde ein 198 Meter langer Skischlepplift gebaut, der 2015 abgetragen wurde (siehe auch Bilder aus der Zeit des Skibetriebs).









Bereits am Weg dorthin schien mir der Nebel zeitweise heller zu werden. Es ist ein ganz spezifisches Graublau, was ich schon öfter beobachtet hatte, bevor sich der Nebel auflöste. Beim Höllensteinhaus traf ich niemanden, der Vorraum war aber naturgemäß offen und so verzehrte ich meine belegte Semmel und trank ein Murauer Jubiläumsmärzen dazu. Drinnen brannte Licht und es glühte rot im Ofen. Erst beim Gehen, als ich nochmal durch das Fenster in den Schankraum blickte, weckte ich offenbar die Wolfshündin aus ihrem Mittagsschlaf

Sie bellte zwei Mal und legte sich gleich wieder hin.


Auch am Höhenweg traf ich niemanden. Erst vor dem geöffneten Salzstangerlwirt traf ich Wanderer.





Ab jetzt ging es nurmehr abwärts auf möglichst direktem Weg nach Perchtoldsdorf


Ich rutschte selbst mit den Spikes auf dem dicken Eispanzer und wich daher auf das Steigerl links aus, das die große Forstwegkehre abkürzte.




Dann unterlief mir noch ein kleiner Lapsus. Ich stieg in den kleinen Bus, um zur Bahnhaltestelle Perchtoldsdorf zu fahren. Laut Scotty sollte ich bei der Salitergasse aussteigen. Beim Aussteigen sah ich noch, dass es für die Bahnhaltestelle eine eigene Haltestelle zwei Haltestellen weiter gab. Bis dorthin waren es aber nochmal 1,2km Asphalthatscher. Dadurch verpasste ich die anvisierte Verbindung und fuhr zwanzig Minuten später ab.
Wie zum Hohn kam genau am Bahnsteig erstmals am Tag die Sonne hervor und wärmte für drei Minuten mein Gesicht, ehe der Zug einfuhr.