
Wegführung: Gumpoldskirchen (9.35) – Kalenderweg – Vierjochkogel (651m, 10.45) – Eschenkogel (Jubiläumswarte, 653m, 11.00) – Anninger (Wilhelmswarte, 675m, 11.45) – Buchkogel (639m, 12.05) – Lehnstuhl (589m, 12.35) – Großer Schweinkogel (565m, 12.50) – Pfaffstättner Kogel (Klesheimwarte, 541m, 13.15-13.35) – Großes Kiental – Felsenweg – Baden Josefsplatz (15.00)
Höhenmeter: 650hm | Strecke: 15km | Reine Gehzeit: ca. 4 Std. 50 Minuten
Anders als in den letzten Jahren arbeitete ich die Silvesternacht nicht, dafür an Neujahr und nach etlichen Tagen mit frühem Aufstehen war entsprechend ein Ausschlaftag angesagt. Den zweiten Tag im neuen Jahr wollte ich dafür nutzen, für eine traditionelle Tour zu meinen liebsten Hausbergen. Ich entschied mich dann doch für den Anninger-Stock und gegen den Hohen Lindkogel, und damit für späteres Aufstehen und die kürzere Anfahrt. Es war kalt und windig und außer einer allfälligen Einkehr hätte ich mich nirgends aufwärmen können.
Start wie so oft in Gumpoldskirchen.


Am 2. Jänner 2024 fotografierte ich erstmals diverse Baumpilze, daruntern Austern-Seitlinge. Zwei Jahre später ist der Baum leider Geschichte. Beim Steinbruch ging ich rechts und legte früh meine Spikes an. Etwas zu früh, eine längere Strecke am Kalenderweg hätte ich sie nicht unbedingt gebraucht. Mit dem Vierjochkogel in Sichtweite stapfte ich direkt den Hang hinauf.

Ich folgte dem Trail in bequemen Kehren zum geräumigen Gipfel des Vierjochkogels. Im Abstieg wurde ich von zwei jungen Männern mit kleinem Hund überholt. Uns kam ein Mountainbiker entgegen. Ich hörte sie noch zu sich sagen, es sei eigentlich Wintersperre seit November und sie würden sich schon eher dranhalten, man müsse es nicht ausreizen. Abseits vom Winter würde ich die MTB-Trails gar nicht gehen. Höchstens bergauf wie hier.

Der Forstweg zum Anninger-Schutzhaus war dann schon eisiger und ich froh um die Spikes, als ich die Jubiläumswarte ansteuerte:



Lange blieb ich wegen dem eisigen Wind nicht oben. Bei der Rastbank nahe der Abzweigung zur Wilhelmswarte rastete ich kurz.



Vor etwa 14 Jahren und zehn Monaten war ich das erste Mal am Anninger, am Tag des japanischen Reaktorunglücks Fukushima. Damals stand noch die 1898 errichtete, 15 Meter hohe Aussichtswarte. Ich hab dichten Wald rund herum in Erinnerung, aber die Aussicht nicht mehr. Alte Bilder gibt es auf muemoe.at. Im Dezember 2014 gab es massiven Eisbruch im Wienerwald, neben dem Anninger büßte auch der nahegelegene Kalter Berg (Hoher Lindkogel) ganze Waldhänge ein. Anfang Jänner 2015 wurden die Bäume rund um die Warte weggeschnitten.

Im westlichen Wienerwald schien mehr Schnee zu liegen am Alpenostrand, was sich aber mit den gemeldeten Neuschneemengen der letzten Tage deckte.


Ich stieg über den Trail nach Westen ab, der offenbar schon länger nicht mehr befahren wurde, ein Gemisch aus Laub und Schnee.



Über die Schneise der Gasleitung stieg ich zum Lehnstuhl auf, den ich das zweite Mal nach dem 6.11.24 besuchte. Damals gab es noch kein Gipfelkreuz.


Der Alpenraum befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer kräftigen westlichen Höhenströmung unter Höhenkaltluft. Unterhalb von 2000m Höhe riss der Wind ab und drehte auf Süd zurück.

Bei der Prokschhütte spielte es sich naturgemäß ab. Ich hatte auf eine Einkehr spekuliert, aber es saßen bereits einige Leute draußen. Daher schaute ich nur kurz auf die Klesheimwarte und setzte mich dann auf die Sonnenbank, um meine Jause zu verzehren.

Über das Große Kiental stieg ich ab. Der ErsteHilfeKasten war gut gefüllt, aber heute hatte ich keine Notlage. Weiter an der Einöde und am Richardhof vorbei zum Felsenweg, den ich seit meiner Entdeckung im November 2023 gerne wieder ging.
Beim Panoramaplatz der Karolinenhöhe bzw. etwas daneben:

Die Quellwolken waren auch im hochaufgelösten Satellitenbild über bzw. knapp südlich vom Hochwechsel erkennbar. Wahrscheinlich Staubewölkung durch die zunehmende südliche Anströmung.

Bald darauf war ich beim Kurpark und am Josefsplatz, von wo ich mit der Badener Bahn nach Wien zurückfuhr.