Stadtwanderweg und Habsburgwarte bei guter Fernsicht (07.12.25)

Blick von der Habsburgwarte über Wien zum Hundsheimer Berg (links)

Route: Hadersdorf Hst. (10.10) – Kolbeterberg (426m, 11.00) – Hochbruckenberg (497m, 11.35) – Franz-Karl-Aussicht – Exelberg (516m, 12.25) – Moschingerberg (490m, 12.35) – Hameau – Hermannskogel (544m, 14.00) – Vogelsangberg (516m) – Cobenzl (15.00)

Höhenmeter | Strecke | Reine Gehzeit: 700hm | 17.5km | ca. 4 Std. 50 Minuten

Track auf der Open Topo Map

Nach dem Nachtdienst wollte ich mir noch etwas die Beine vertreten und fuhr bis Hadersdorf, womit zumindest die ersten Kilometer für mich neu sein würden.

Mächtige Plantane in Hadersdorf

Über einen lichten Buchenwald mit einzelnen verschämten Eichen stieg ich weiter an, gesäumt von zahlreichen Gassigehern und aufgeregten Buntspechten. Das war angesichts der ausgebrochenen Frühlingswärme nicht verwunderlich. In Hütteldorf am Bahnsteig war es noch empfindlich kälter, während es hier schon über zehn Grad hatte.

Direktanstieg zum Kolbeterberg

Dieses Mal nahm ich die Falllinie zum Gipfel, erleichtert durch ein schmales Steiglein. So bin ich bei meiner ersten Lockdown-Wanderung im März 2020 ebenfalls gegangen, hatte es aber naturgemäß vollkommen verdrängt. Kurz vor dem Gipfel kamen mir drei Wanderer entgegen und der ältere Mann, der vorausging, fragte mich unvermittelt, ob ich wüsste, welches Tier hier den Boden durchwühlte. Ich dachte angestrengt nach „Fuchs, Dachs…?“ – „Ah, ein Dachs wird es sein. Vielen Dank!“ Erst kurz darauf sah ich die eindeutigen Wildschweinspuren.

Mein vierter Besuch in zehn Jahren – beim ersten Mal 2016 hing das Gipfelkreuz noch an einer mächtigen Buche
Einzelne Lärche im Abstieg
Auch beim Hochbruckenberg lockte mich dieses Mal der direkte Anstieg

Wie schon die letzten Male suchte ich den KT-Stein am Hochbruckenberg vergeblich – im dichten Laub unauffindbar bzw. zugewachsen.

Franz-Karl-Aussicht zwischen Mostalm und Sofienalpe

Beim höchsten Punkt war ich auch kurz, wo zahlreiche Betonfundamente im Laub vergraben sind. Woher sie stammen, ist unklar, von der Bauart wahrscheinlich vom Zweiten Weltkrieg.

Bei der Wiese dann die erste Aussicht auf Wien und bis zu den Kleinen Karpaten. Klare Luft mit durchgreifendem Westwind, im Osten hielt sich noch die kalte Nebelluft.

Im Vordergrund Schafberg (390m), über dem DC-Tower rechts Devinska Kobyla (514m, 57km), links steht der Donauturm über dem Milleniumstower.
Flache Dunstschicht über dem Weinviertel, im Hintergrund Malý Javorník (584m, 68km)
Betriebsversammlung der Sonntagsstieglitze, die sich auf den hohen Grashalmspitzen niederließen.

Unterhalb vom Rosskopf öffnete sich die Sicht nach Süden zum Ödenburger Gebirge und zur Rosalia.

Nebelwand südlich vom Eichkogel bei Mödling

Bei dem Bild muss man mehrmals schauen: Der nördliche Teil der Nebeldecke liegt im Schatten unter der hochbasigen Stratocumulusbewölkung. Der südliche Teil nahe Wiener Neustadt wird von der Sonne angestrahlt.

Einzelne flache Hügel zwischen Leithagebirge und Ödenburger Gebirge schauten knapp über den Nebel.
Zurück in den Herbst
KT-Stein am Exelberg unweit vom Sender – den Sichtpflock hab ich wieder aufgerichtet
Goldene Lärchen
Zerflossene Krisensitzung des heurigen Winters am Moschinger Berg
Simonsberg (423m) gegenüber
Ausblick von der Terrasse beim Häuserl am Roan zum Eichkogel bei Mödling, direkt dahinter Heuberg (748m), höchste Erhebung der Rosalia mit Sender
Wohnpark Alterlaa mit Rosaliengebirge

Dann die Überraschung im Anstieg zum Hermannskogel. Natürlich musste ich die Gelegenheit auf bessere Sicht gleich beim Schopfe packen. Dieses Mal sollte sich der Priel nicht ausgehen, dafür sah man in andere Richtungen mehr.

Vorne rechts Troppberg (542m) mit Aussichtswarte, links davon Hegerberg (655m) mit Sender, mittig Geißbühel (849m,65km) im Pielachtal.

Ausblick in die Türnitzer Alpen

Links schaut die Reisalpe (1399m) über den Schöpfl-Höhenzug. Hinteralm (1311m) hinter dem Sender in Wolken, Muckenkogel (1248m) frei. Davor Gföhlberg (885m).

Exelberg im Vordergrund, Gutensteiner Alpen im Hintergrund
Winterlicher Göller (1763m), davor Hegerberg (1179m)
Hochschwab mit Hauptgipfel (2277m) in 112km Entfernung, mit Bannerwolke, und Hochwart (2210m) rechts, vorne rechts Paulmauer (1248m)
Alberner Hafen mit den Getreidespeichern, dahinter Flughafen Wien-Schwechat mit dem Flugsicherungstower, dahinter das Arbesthaler Hügelland
Schneeberg, Rax und Schneealpe

Blick nach Nordosten übers Weinviertel hinweg zur Mikulovská vrchovina (Nikolsburger Bergland) nach Tschechien.

Im Hintergrund links mit dem Sender Děvín (549 m) und links davon Oborá (483m) – 71km entfernt.

Nach ein paar Minuten ausgiebigen Schauens ging ich weiter.

Esel bei der Jägerwiese

Das Gasthaus zum Agnesbründl hatte noch bis 9. Dezember geschlossen, aber im Haus konnte man sich Glühwein und kleine Speisen kaufen. Das reizte mich nicht, ich ging daher weiter und nahm den Vogelsangberg noch mit, ehe ich über die Agneswiese zum Cobenzl abstieg.

Im Osten lauerte schon das Dunstgespenst.

Bei der Panoramaplattform vom Cobenzl gingen sich noch ein paar Fotos aus, ehe ich mit dem Bus zurück fuhr.

Fallstreifen über dem Kahlenberg
Klare Sicht zu den Kleinen Karpaten (links), scharf abgegrenzte Wolkenbasis zentral Richtung Hundsheimer Berg

Den nicht messbaren Niederschlag hatte das ICON D2 -Lokalmodell in der Früh zutreffend gerechnet. Ein paar Tropfen konnten durchaus den Boden erreichen, am ehesten im Osten an der Grenze zur Slowakei. Die Wolkenobergrenzentemperatur betrug laut Infrarot-Satellitenbild rund -10°C. Das passt perfekt zum Mittagsaufstieg (13 Uhr) der Hohen Warte:

Radiosondenaufstieg vom 07.12.2025, 12 UTC (Quelle: kachelmannwetter.com)

Dort ist die Luftschichtung zwischen 800hPa (2km Höhe) und 700hPa (3km Höhe) ganz leicht labil geschichtet (schwarze punktierte Hebungskurve liegt knapp rechts der Temperaturkurve), der blaue Pfeil markiert die gemessenen -10°C, was gut zur Obergrenze der labilen Schicht passt. Darüber das keilbedingte Absinken mit der trockenen Luft. Bodennah ebenfalls trocken durch das Herabmischen des Höhenwinds. Die feuchte Schicht ist mit 1km Dicke mächtig genug, um Niederschlag zu erzeugen, der in der trockenen Bodenschicht aber nicht den Boden erreichte.

Hinterlasse einen Kommentar