
Route: Hadersdorf Hst. (10.10) – Kolbeterberg (426m, 11.00) – Hochbruckenberg (497m, 11.35) – Franz-Karl-Aussicht – Exelberg (516m, 12.25) – Moschingerberg (490m, 12.35) – Hameau – Hermannskogel (544m, 14.00) – Vogelsangberg (516m) – Cobenzl (15.00)
Höhenmeter | Strecke | Reine Gehzeit: 700hm | 17.5km | ca. 4 Std. 50 Minuten

Nach dem Nachtdienst wollte ich mir noch etwas die Beine vertreten und fuhr bis Hadersdorf, womit zumindest die ersten Kilometer für mich neu sein würden.

Über einen lichten Buchenwald mit einzelnen verschämten Eichen stieg ich weiter an, gesäumt von zahlreichen Gassigehern und aufgeregten Buntspechten. Das war angesichts der ausgebrochenen Frühlingswärme nicht verwunderlich. In Hütteldorf am Bahnsteig war es noch empfindlich kälter, während es hier schon über zehn Grad hatte.

Dieses Mal nahm ich die Falllinie zum Gipfel, erleichtert durch ein schmales Steiglein. So bin ich bei meiner ersten Lockdown-Wanderung im März 2020 ebenfalls gegangen, hatte es aber naturgemäß vollkommen verdrängt. Kurz vor dem Gipfel kamen mir drei Wanderer entgegen und der ältere Mann, der vorausging, fragte mich unvermittelt, ob ich wüsste, welches Tier hier den Boden durchwühlte. Ich dachte angestrengt nach „Fuchs, Dachs…?“ – „Ah, ein Dachs wird es sein. Vielen Dank!“ Erst kurz darauf sah ich die eindeutigen Wildschweinspuren.



Wie schon die letzten Male suchte ich den KT-Stein am Hochbruckenberg vergeblich – im dichten Laub unauffindbar bzw. zugewachsen.

Beim höchsten Punkt war ich auch kurz, wo zahlreiche Betonfundamente im Laub vergraben sind. Woher sie stammen, ist unklar, von der Bauart wahrscheinlich vom Zweiten Weltkrieg.
Bei der Wiese dann die erste Aussicht auf Wien und bis zu den Kleinen Karpaten. Klare Luft mit durchgreifendem Westwind, im Osten hielt sich noch die kalte Nebelluft.



Unterhalb vom Rosskopf öffnete sich die Sicht nach Süden zum Ödenburger Gebirge und zur Rosalia.

Bei dem Bild muss man mehrmals schauen: Der nördliche Teil der Nebeldecke liegt im Schatten unter der hochbasigen Stratocumulusbewölkung. Der südliche Teil nahe Wiener Neustadt wird von der Sonne angestrahlt.








Dann die Überraschung im Anstieg zum Hermannskogel. Natürlich musste ich die Gelegenheit auf bessere Sicht gleich beim Schopfe packen. Dieses Mal sollte sich der Priel nicht ausgehen, dafür sah man in andere Richtungen mehr.
Vorne rechts Troppberg (542m) mit Aussichtswarte, links davon Hegerberg (655m) mit Sender, mittig Geißbühel (849m,65km) im Pielachtal.

Links schaut die Reisalpe (1399m) über den Schöpfl-Höhenzug. Hinteralm (1311m) hinter dem Sender in Wolken, Muckenkogel (1248m) frei. Davor Gföhlberg (885m).





Blick nach Nordosten übers Weinviertel hinweg zur Mikulovská vrchovina (Nikolsburger Bergland) nach Tschechien.

Nach ein paar Minuten ausgiebigen Schauens ging ich weiter.

Das Gasthaus zum Agnesbründl hatte noch bis 9. Dezember geschlossen, aber im Haus konnte man sich Glühwein und kleine Speisen kaufen. Das reizte mich nicht, ich ging daher weiter und nahm den Vogelsangberg noch mit, ehe ich über die Agneswiese zum Cobenzl abstieg.

Bei der Panoramaplattform vom Cobenzl gingen sich noch ein paar Fotos aus, ehe ich mit dem Bus zurück fuhr.


Den nicht messbaren Niederschlag hatte das ICON D2 -Lokalmodell in der Früh zutreffend gerechnet. Ein paar Tropfen konnten durchaus den Boden erreichen, am ehesten im Osten an der Grenze zur Slowakei. Die Wolkenobergrenzentemperatur betrug laut Infrarot-Satellitenbild rund -10°C. Das passt perfekt zum Mittagsaufstieg (13 Uhr) der Hohen Warte:

Dort ist die Luftschichtung zwischen 800hPa (2km Höhe) und 700hPa (3km Höhe) ganz leicht labil geschichtet (schwarze punktierte Hebungskurve liegt knapp rechts der Temperaturkurve), der blaue Pfeil markiert die gemessenen -10°C, was gut zur Obergrenze der labilen Schicht passt. Darüber das keilbedingte Absinken mit der trockenen Luft. Bodennah ebenfalls trocken durch das Herabmischen des Höhenwinds. Die feuchte Schicht ist mit 1km Dicke mächtig genug, um Niederschlag zu erzeugen, der in der trockenen Bodenschicht aber nicht den Boden erreichte.