Sommerliche Anninger-Runde, Wienerwald (05.04.26)

Sommeradonis auf der Gasleitungsschneise beim Großen Schweinkogel

Wegführung: Pfaffstätten Hst. (8.40) – Glaslauterriegel – Heferlberg-Fluxberg – Pfaffstättner Kogel (541m, 10.35-11.30) – Kleiner Schweinkogel (537m) – Großer Schweinkogel (565m) – Wilhelmswarte (675m, 12.37-12.47) – Steinweg – Kalvarienberg (357m) – Gumpoldskirchen Bf. (15.05)

Höhenmeter: ca. 660 | Strecke: 13,7km | ca. 5 Std.

Viecher: 1 Hase, 1 Reh, Smaragdeidechsen, normale Eidechsen, Hornisse, Fasanweibchen

Vegetation: Primeln, Leberblümchen, Zwergschwertlilien, Frühlingsplatterbse, Schwarzwurzel, Kreuzblumen, Traubenhyazinthen, Sommeradonis u.v.m.

Der wärmste Ostersonntag seit Aufzeichnungsbeginn (für Ende März/Anfang April) – in Wien-Zentrum und Bad Vöslau wurden jeweils 26,4°C erreicht. In Mattersburg 26,1°C. Der alte Rekord vom 31.03.2024 (Linz) mit 24,2°C regelrecht pulverisiert. Trotz der sommerlichen Wärme war die Fernsicht ungewöhnlich gut und reichte über 150km weit.

Ungewöhnliche Wetterlagen verlangen ungewöhnliche Maßnahmen.

Morgendämmerung über den Kleinen Karpaten und dem Hundsheimer Berg

Nach dem Nachtdienst fuhr ich direkt nach Pfaffstätten, wo ich entsprechend früh startete. Die Luft erwärmte sich am Vormittag schon kräftig entlang der Weinberge und es wehte nur schwacher Südwind dazu. Zunächst ging ich entlang des Wasserleitungswegs Richtung Gumpoldskirchen weiter.

Bad Vöslau mit dem flachen Hügelland zwischen Triesting- und Piestingtal, im Hintergrund Wechselregion mit Altschnee
Am Wasserleitungsweg in Richtung Gumpoldskirchen

Beim Glaslauterriegel folgte ich den Wegen und stieß bald auf eine stattliche Ansammlung an Zwergschwertilien.

Zahlreiche Zwergschwertilien am Glaslauterriegel (Trockenrasengebiet)
Wahrscheinlich Echte Kugelblume (Globularia punctata)
Rosa und gelbe Zwergschwertlilien und Sommeradonis in Hülle und Fülle
Farbenfroh auch abseits der Trockenrasenstandorte
Heferlberg: Wahrscheinlich Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia)
Österreichische Schwarzwurzel (Scorzonera austriaca), ebenda

Vom Heferlberg stieg ich entlang der Flanke in den steilen Saugraben und arbeitete mich am Gegenhang gleich wieder hinauf zum Fluxberg, dem dritten Trockenrasengebiet. Entlang der Gasleitungsschneise stieg ich bis zum markierten Weg an und dann zum Pfaffstättner Kogel mit der Prokschhütte. Mein Plan, die Runde umzudrehen, ging auf, denn ich war vor dem großen Mittagsansturm am Feiertag oben. Bei angenehmer Wärme rastete ich mit Kaspressknödel und Krautsalat.

Blick von der Klesheimwarte am Pfaffstättner Kogel auf den Schneeberg, mit der höchsten Schneedecke des ganzen Winters

Danach wollte ich eigentlich nur den Großen Schweinkogel mitnehmen, und mir die vom Harvester ramponierte Forststraße drum herum sparen, aber ich bog einen Forstweg zu früh ab und überschritt unfreiwillig den Kleinen Schweinkogel (537m) zum zweiten Mal.

anstelle eines Gipfelkreuzes: Sommeradonis am Kleinen Schweinkogel

Dahinter am ursprünglich anvisierten Forstweg über die Schneise der Gasleitung steil hinauf.

Bitter-Kreuzblume (Polygala amara) auf der Gasleitungsschneise
Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Mein errichteter Steinmann am Großen Schweinkogel stand noch.

Bärlauchschneise hinüber zum Lehnstuhl

Ab der großen Wegkreuzung „Drei Eichen“ wieder über markierte Wege weiter.

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Vom Sattel zwischen Buchkogel (639m) und Anninger:

Jauerling (960m, 74km entfernt)

Bei meiner 28. Besteigung der Wilhelmswarte herrschte ungewöhnlich gute Fernsicht für Anfang April und in der präfrontalen Luftmasse. Einzig der Sonnenstand verhinderte den Blick bis zum Bakonygebirge.

1888 erbaute Steinwarte nach Vorbild des Julienturms am Höllenstein, damals komplett freistehend
Mitterbergschneid (Schneealpe) rechts hinten – dick verschneit
Blick zu den Weißen Karpaten (links: Vel’ka Javorina 970m, 139km), rechts die nördlichen Ausläufer der Kleinen Karpaten
Die höchsten Gipfel der Kleinen Karpaten
Wien Kaisermühlen, am Horizont Steinberg (320m, 70km) bei Zistersdorf im Weinviertel

Den Steinberg muss ich mir für eine Radtour im Weinviertel vormerken. Er ist zwar durch die Windräder nicht sonderlich ästhetisch, dafür bietet sich dort ein beeindruckender Rundumblick von den Weißen über die Kleinen Karpaten bis zu den Alpen – z.B. von Angern an der March über Zistersdorf nach Neusiedl an der Zaya, weiter über Großkrut nach Poysdorf und dann je nach Lust und Laune nach Staatz, Laa an der Thaya oder Mistelbach.

Ausgeputztes Wiener Becken

Dieses Mal stieg ich über meinen üblichen Aufstiegsweg – dem Steinweg – ab. Ich schaute auf die Uhr – ich war in zwanzig Minuten bei der Einmündung in den markierten Weg.

Bärlauch am Steinweg

Ab dem Steinbruch füllten sich leider die Wanderwege mit den ersten Verdauungsspaziergängern. Warum leider? Sie vertrieben mir die Östlichen Smaragdeidechsen an der sonnigen Böschung. Immerhin reichte es für den Kopf:

Östliche Smaragdeidechse (Männchen, Lacerta viridis)
Zauneidechse (Lacerta agilis), Weibchen – gut getarnt

Ich bog Richtung Kalvarienberg ab, der botanisch interessant ist – sozusagen ein Miniaturtrockenrasengebiet.

Fruchtstand von Kuhschellen am Kalvarienberg
Keckes Weibchen
Ängstliches Weibchen
Schloss Gumpoldskirchen mit Kleinen Karpaten im Hintergrund

Dieses Mal erreichte ich den Bahnhof mit komfortablem Puffer auf den nächsten Zug und konnte mir noch ein Getränk aus dem Automaten ziehen. Nach der Heimfahrt reichte es noch für eine Stunde bei angenehmer Wärme auf dem Balkon.

Am Abend zogen dann vorlaufend zur Kaltfront einzelne Gewitter über den Donauraum bis zum Alpenostrand – siehe dazu meine kleine Fallstudie auf meteofranke.com.

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