
Wegführung: Spitz an der Donau Fähre Hst. (9.55) – Buchberg (702m, 11.05) – Eichberg (774m, 12.00) – Bärenwand (732m, 12.25-12.50) – Weinbergweg – Tausendeimerberg/Burgberg (314m, 15.30) – Spitz an der Donau Fähre (16.20)
Höhenmeter: ca. 1070 | Strecke: 20,3 km | Reine Gehzeit: ca. 5,5 Stunden
Viecher: Waldviertler Feldhase
Frustbewältigung. An dem Tag wurde mein seit einem halben Jahr geplanter Teneriffa-Urlaub im April wegen der Unwetterschäden vom März abgesagt (geführte Wanderung mit Alpenverein-Reiseveranstalter), der zweite abgesagte Urlaub innerhalb eines halben Jahres (zuvor Azoren mangels Teilnehmer). Beides wären meine ersten derartigen Auslandsurlaube geworden. Vielleicht sollte ich mich auf Österreich beschränken …
Die hier beschriebene Variante mit dem Eichberg und der Bärenwand ist mir erst letzte Woche beim Kartenstudium eingefallen – speziell den Aussichtspunkt Bärenwand kannte ich noch nicht. Wie man im Titelbild sieht, ist der Ausblick lohnenswert. An klaren Herbsttagen kann man sogar bis ins Tote Gebirge sehen.
Wetter: Kalte Nordströmung mit Quellschichtbewölkung und Staubewölkung an den Nordalpen. Niederschlagsfrei, aber nur knapp zweistellige Höchstwerte. In den NÖ Voralpen bis 700m herab Neuschnee.

Die Anfahrt verlief erstaunlich störungsfrei und ich konnte um kurz vor zehn in Spitz an der Donau weggehen. Zuerst mäßig ansteigend durch den Ortskern mit der gotischen Pfarrkirche und dann dem Wegweiser „Buchberg Runde“ folgend.

Bei einem Bankerl am Waldrand blickte ich das erste Mal zurück: Im Tal blühten schon Marillen und Kirschen, im Wald war die Vegetation noch im ausklingenden Spätwinter zugegen, mit Leberblümchen, Pestwurz und zahlreichen Himmelsschlüsseln (Primula veris). Insbesondere Pestwurz blüht gerne kurz nach einer abtauenden Schneedecke.


Mein dritter Besuch am Buchberg insgesamt! Irgendwann schaff ich das mal im Frühsommer, wenn die Vegetation fortgeschrittener ist. Immerhin ist der Trockenrasenstandort für seinen Arten- und Orchideenreichtum bekannt!
Vom Aussichtsplatzerl unterhalb des Gipfels schaut man in die zentrale Wachau, im Hintergrund setzt sich deutlich der Klausberg (571m) im Dunkelsteinerwald ab. Im Hintergrund dunstig mit verschneiten Voralpen.



Ich kürzte das Eck durch einen Forstweg ab, geriet dabei in Unmengen an Wildschweinspuren und sah mutmaßlich auch ein Wildschwein von rechts nach links flüchten.


Beim weglosen Durchqueren zweier Gräben scheuchte ich den Osterhasen auf, der verängstigt davonhoppelte. Sorry!
In meiner veralteten Kartenversion ist der Weg noch nicht markiert eingezeichnet, tatsächlich führt er aber rot markiert über den Eichberg nahe am höchsten Punkt (Dornensträucher) vorbei nach Süden.

Durch die großen Wiesen ein durchaus weitläufiger, schöner Platz, sehr idyllisch gelegen. Aussicht gab es vom Gipfelpunkt direkt keine, aber etwas unterhalb.


Den selben Weg zurück und dann über zwei markante Forstwegkehren hinauf zur Bärenwand (ca. 732m), einem ausgeprägten Granitfelsen mit einer winzigen Jagdhütte, vor der ein Holzbankerl steht.


Über einen Forstweg stieg ich eher unspektakulär steil in den Graben vom Spitzerbach ab.



Der erste Teil des Weinbergwegs zwischen Mühldorf und Spitz verläuft radtauglich auf Forstwegen und asphaltierten Straßen, ab dem mittleren Teil folgen kurze scharfe Gegenanstiege und teils schmale Steige.

Bei dem Standort gab es eine nette Unterstandshütte mit Bänken im Freien und leider noch leerem Tiefkühlkasten.




Unabsichtlich folgte ich bei der zweiten Kehre am Zornberg dem oberen Steig, der sich bei einem Rücken mit Trockenrasenansatz etwas verlor, bzw. waren die gelben Schilder teilweise abgebrochen. Ich brauchte zwei Anläufe und den Detailblick in die OTM, um festzustellen, dass meine Karte hier veraltet war. Es ging tatsächlich steil hinab in einen Graben, hier definitiv nicht mehr radtauglich.



Zugegeben hatte ich diese Trockenrasenstandorte bisher nicht auf meiner Rechnung, was allgemeine Orchideensuche betrifft – gut zu wissen für die Zukunft.




Aufstieg über den „Südwestgrat“, den wir an Ostern 2022 abgestiegen sind.


Beim Unterstand neben dem Gipfelkreuz war der Weinkühlschrank gut gefüllt, aber eine Flasche war mir dann doch zu viel.


Dieses Mal machte ich auch den Abstecher zum Burgbergturm:

Die Funktion ist bis heute unklar, aber man kann vermuten, dass man vom Wachtturm eine bessere Sicht in beide Flussrichtungen hatte als von der etwas rückwärtig hinter dem Berg gelegenen Kirche.

Die Kirche lohnt einen (weiteren) Besuch, denn diesen Infos zufolge stammen große Teile des gotischen Turms und der Südwand des romanischen Langhauses aus der Spätantike.



Bereits bei den letzten Besuchen war mir dieser Bau aufgefallen, mit polygonalem Abschluss und damit an eine ehemalige Kirche erinnernd. Damals hatte ich Zeitdruck zum nächsten Bus, dieses Mal hatte ich diesen nicht.



Von Süden ist der Gesamtbau ebenfalls interessant – mit turmartigem Bau mit dreizinnigem Erker und steinernen gotischen Fensterstock. Rechts die ehemalige Kapelle zu den Vierzehn Nothelfern. Das genaue Alter des Gebäudes ist nach wie vor unklar, geht aber wahrscheinlich bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1419 wurde es erstmals urkundlich als Bürgerspital erwähnt. Der polygonale Abschluss erinnert nicht zu Unrecht an einen kirchlichen Chor, die Kapelle existierte bis zum Jahr 1789 – weitere Infos in dieser Diplomarbeit der TU Wien (Bernarda Ehrenhöfer 2024).

Der Bau der Wachaubahn zerstörte dann den idyllischen Innenhof zwischen Bürgerspital und Rathaus.
Der teils romanische Westturm, auf römischen Mauern erbaut, in Hofarnsdorf erstrahlte im Sonnenlicht. Daneben das Schloss Hofarnsdorf.

Beim Donauufer neben der Fähre ließ ich den Tag ausklingen. Die knappe dreiviertel Stunde Wartezeit auf den nächsten Bus störte mich überhaupt nicht. Bei wärmeren Bedingungen hätte sich eines der zahlreichen Lokale angeboten zum Draußen sitzen – speziell vor Beginn der Sommersaison, weil danach sinken die Chancen, einen Platz zu bekommen.