Buchberg (702m), Eichberg (774m), Bärenwand (732m) und Burgberg (314m), Wachau (01.04.26)

Ausblick von der Bärenwand auf Trenning (628m) und Jauerling (960m), Urstromtal der Donau

Wegführung: Spitz an der Donau Fähre Hst. (9.55) – Buchberg (702m, 11.05) – Eichberg (774m, 12.00) – Bärenwand (732m, 12.25-12.50) – Weinbergweg – Tausendeimerberg/Burgberg (314m, 15.30) – Spitz an der Donau Fähre (16.20)

Höhenmeter: ca. 1070 | Strecke: 20,3 km | Reine Gehzeit: ca. 5,5 Stunden

Viecher: Waldviertler Feldhase

Frustbewältigung. An dem Tag wurde mein seit einem halben Jahr geplanter Teneriffa-Urlaub im April wegen der Unwetterschäden vom März abgesagt (geführte Wanderung mit Alpenverein-Reiseveranstalter), der zweite abgesagte Urlaub innerhalb eines halben Jahres (zuvor Azoren mangels Teilnehmer). Beides wären meine ersten derartigen Auslandsurlaube geworden. Vielleicht sollte ich mich auf Österreich beschränken …

Die hier beschriebene Variante mit dem Eichberg und der Bärenwand ist mir erst letzte Woche beim Kartenstudium eingefallen – speziell den Aussichtspunkt Bärenwand kannte ich noch nicht. Wie man im Titelbild sieht, ist der Ausblick lohnenswert. An klaren Herbsttagen kann man sogar bis ins Tote Gebirge sehen.

Wetter: Kalte Nordströmung mit Quellschichtbewölkung und Staubewölkung an den Nordalpen. Niederschlagsfrei, aber nur knapp zweistellige Höchstwerte. In den NÖ Voralpen bis 700m herab Neuschnee.

Track Coros Pace 4 auf GPX Studio / Open Topo Map

Die Anfahrt verlief erstaunlich störungsfrei und ich konnte um kurz vor zehn in Spitz an der Donau weggehen. Zuerst mäßig ansteigend durch den Ortskern mit der gotischen Pfarrkirche und dann dem Wegweiser „Buchberg Runde“ folgend.

Ausblick auf Spitz und Hofarnsdorf gegenüber

Bei einem Bankerl am Waldrand blickte ich das erste Mal zurück: Im Tal blühten schon Marillen und Kirschen, im Wald war die Vegetation noch im ausklingenden Spätwinter zugegen, mit Leberblümchen, Pestwurz und zahlreichen Himmelsschlüsseln (Primula veris). Insbesondere Pestwurz blüht gerne kurz nach einer abtauenden Schneedecke.

Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) unterhalb vom Buchberg
Gipfelwiese Buchberg mit Dirndlstrauch und wenigen verstreuten Kuhschellen, im Hintergrund Dunkelsteinerwald

Mein dritter Besuch am Buchberg insgesamt! Irgendwann schaff ich das mal im Frühsommer, wenn die Vegetation fortgeschrittener ist. Immerhin ist der Trockenrasenstandort für seinen Arten- und Orchideenreichtum bekannt!

Vom Aussichtsplatzerl unterhalb des Gipfels schaut man in die zentrale Wachau, im Hintergrund setzt sich deutlich der Klausberg (571m) im Dunkelsteinerwald ab. Im Hintergrund dunstig mit verschneiten Voralpen.

Trübe Aussichten
Weiße Pestwurz (Petasites albus)
Huthof, früher Hutbauer genannt

Ich kürzte das Eck durch einen Forstweg ab, geriet dabei in Unmengen an Wildschweinspuren und sah mutmaßlich auch ein Wildschwein von rechts nach links flüchten.

Unklare Bedeutung der Mauerreste
Umgefallener Flachwurzler im September 2024

Beim weglosen Durchqueren zweier Gräben scheuchte ich den Osterhasen auf, der verängstigt davonhoppelte. Sorry!

In meiner veralteten Kartenversion ist der Weg noch nicht markiert eingezeichnet, tatsächlich führt er aber rot markiert über den Eichberg nahe am höchsten Punkt (Dornensträucher) vorbei nach Süden.

Rückblick über die sogenannte Hauswiesen

Durch die großen Wiesen ein durchaus weitläufiger, schöner Platz, sehr idyllisch gelegen. Aussicht gab es vom Gipfelpunkt direkt keine, aber etwas unterhalb.

Nordöstliche Ausläufer des Jauerlings im Vordergrund
Links das Naturparkhaus am Jauerling auf 915m

Den selben Weg zurück und dann über zwei markante Forstwegkehren hinauf zur Bärenwand (ca. 732m), einem ausgeprägten Granitfelsen mit einer winzigen Jagdhütte, vor der ein Holzbankerl steht.

Bärenwand-Kassette, Felsen und Blick nach Mühldorf
Trandorf mit Ottenzahn (670m) dahinter, im Hintergrund rechts blickt der Große Peilstein (1061m), höchste Erhebung des Ostrongs drüber.

Über einen Forstweg stieg ich eher unspektakulär steil in den Graben vom Spitzerbach ab.

Burg Oberranna, vor 1070 erbaut, mit sehenswerter romanischer Wehrkirche, leider inzwischen privat
Die Kühe auf der gegenüberliegenden Seite entpuppten sich bei genauerer Betrachtung als Hochlandrinder – offenbar am liebsten im Gatsch zuhause
Trenning (628m), am Fúße im Graben liegt Elsarn am Jauerling.

Der erste Teil des Weinbergwegs zwischen Mühldorf und Spitz verläuft radtauglich auf Forstwegen und asphaltierten Straßen, ab dem mittleren Teil folgen kurze scharfe Gegenanstiege und teils schmale Steige.

Tausendeimerberg alias Burgberg rechts, mein letzter Gipfel des Tages

Bei dem Standort gab es eine nette Unterstandshütte mit Bänken im Freien und leider noch leerem Tiefkühlkasten.

Mandelblüte ebenda
Leberblümchen
Buschwindröschen
Traubenhyazinthen

Unabsichtlich folgte ich bei der zweiten Kehre am Zornberg dem oberen Steig, der sich bei einem Rücken mit Trockenrasenansatz etwas verlor, bzw. waren die gelben Schilder teilweise abgebrochen. Ich brauchte zwei Anläufe und den Detailblick in die OTM, um festzustellen, dass meine Karte hier veraltet war. Es ging tatsächlich steil hinab in einen Graben, hier definitiv nicht mehr radtauglich.

So mag ich als Allergiker die Birken ja am Liebsten
Eines von mehreren Trockenrasengebieten in der Region (mehr Infos)
Unzählige Kuhschellen mit Fruchtstand am Trockenrasenstandort Setzberg (392m), im Hintergrund rechts Hoher Stein (712m)

Zugegeben hatte ich diese Trockenrasenstandorte bisher nicht auf meiner Rechnung, was allgemeine Orchideensuche betrifft – gut zu wissen für die Zukunft.

Der Burgberg näherte sich nun deutlich.
Spätgotisches Hauerhaus
Vermutlich Pflaumenbaum
Marillenbäume mit Ruine Hinterhaus beim Anstieg zum Burgberg

Aufstieg über den „Südwestgrat“, den wir an Ostern 2022 abgestiegen sind.

Aufstieg durch die Felsen
Kuhschellen-Fruchtstand mit Donautal

Beim Unterstand neben dem Gipfelkreuz war der Weinkühlschrank gut gefüllt, aber eine Flasche war mir dann doch zu viel.

Marillen auf der gegenüberliegenden Donauseite
Grünlich gelbe Laubbäume am steilen Osthang des Elferkogels (570m) oberhalb der Ruine

Dieses Mal machte ich auch den Abstecher zum Burgbergturm:

Der Wachturm wurde im 17. Jahrhundert erbaut und schaut genau auf den Hauptplatz mit der Pfarrkirche unterhalb, im Hintergrund Atzberg (612m) und Michaelerberg (540m)

Die Funktion ist bis heute unklar, aber man kann vermuten, dass man vom Wachtturm eine bessere Sicht in beide Flussrichtungen hatte als von der etwas rückwärtig hinter dem Berg gelegenen Kirche.

Marillenplantage mit St. Johann im Mauerthale dahinter

Die Kirche lohnt einen (weiteren) Besuch, denn diesen Infos zufolge stammen große Teile des gotischen Turms und der Südwand des romanischen Langhauses aus der Spätantike.

Forsythienstrauch
Hoher Stein, über einen B-Klettersteig erreichbar
Mein Tagesmotto

Bereits bei den letzten Besuchen war mir dieser Bau aufgefallen, mit polygonalem Abschluss und damit an eine ehemalige Kirche erinnernd. Damals hatte ich Zeitdruck zum nächsten Bus, dieses Mal hatte ich diesen nicht.

Spannender Bau in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wachaubahn und zum Alten Rathaus
Gotisches Spitzbogenportal
Nordwand von der Oberen Gasse, weiter vorne Reste eines Freskos von 1523

Von Süden ist der Gesamtbau ebenfalls interessant – mit turmartigem Bau mit dreizinnigem Erker und steinernen gotischen Fensterstock. Rechts die ehemalige Kapelle zu den Vierzehn Nothelfern. Das genaue Alter des Gebäudes ist nach wie vor unklar, geht aber wahrscheinlich bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1419 wurde es erstmals urkundlich als Bürgerspital erwähnt. Der polygonale Abschluss erinnert nicht zu Unrecht an einen kirchlichen Chor, die Kapelle existierte bis zum Jahr 1789 – weitere Infos in dieser Diplomarbeit der TU Wien (Bernarda Ehrenhöfer 2024).

Südansicht

Der Bau der Wachaubahn zerstörte dann den idyllischen Innenhof zwischen Bürgerspital und Rathaus.

Der teils romanische Westturm, auf römischen Mauern erbaut, in Hofarnsdorf erstrahlte im Sonnenlicht. Daneben das Schloss Hofarnsdorf.

Die Saalweide verdeckt das Langhaus der spätgotischen Staffelkirche

Beim Donauufer neben der Fähre ließ ich den Tag ausklingen. Die knappe dreiviertel Stunde Wartezeit auf den nächsten Bus störte mich überhaupt nicht. Bei wärmeren Bedingungen hätte sich eines der zahlreichen Lokale angeboten zum Draußen sitzen – speziell vor Beginn der Sommersaison, weil danach sinken die Chancen, einen Platz zu bekommen.

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