
Wegführung: Kahlenbergerdorf (9.10) – Leopoldsberg (425m, 10.03) – Kahlenberg (484m, 10.42) – Vogelsangberg (516m, 11.30) – Hermannskogel (544m, 12.10) – Hameau (13.30) – Moschingerberg (490m, 14.10) – Schwarzenbergallee – Endhaltestelle Linie 43 (15.30)
Höhenmeter: 690 | Strecke: 16.4km | Reine Gehzeit: ca. 5 Std. 50 Minuten
Viecher: Schwarzspechte, Amseln (nur gehört)
Ausnahmsweise ist ein Adriatief-Ereignis so eingetroffen wie es die Wettermodelle Tage vorher schon angedeutet haben. Der Niederschlagsschwerpunkt lag dabei in der Ost- und Südosthälfte von Österreich und brachte verbreitet das größte Neuschnee-Ereignis seit 13 bzw. 21 Jahren. Im Wiener Becken und Burgenland fielen 15-30mm als Schnee, in der südlichen Steiermark 40-60mm. Verbreitet kam es zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume auf Oberleitungen. Der Verkehr brach zusammen. In Wien fielen im Stadtgebiet 15-20cm, am Hermannskogel waren es rund 30cm, mit Verwehungen 50cm.

Der Grund für den späten Schneereigen war dieses formschöne Adriatief mit ausgeprägter Dry Intrusion über Kroatien, Saharastaub-Cirrus über Thüringen, Sachsen, Südpolen und teilweise Ungarn. Der Okklusionspunkt lag über Ostösterreich. Insgesamt intensive Hebung durch Aufgleiten der milden Mittelmeerluft auf einströmende Kaltluft aus Norden, zugleich Staueffekte.
Am Vortag und selbst in der Früh überlegte ich noch, ob ich es wagen sollte, nach Gumpoldskirchen (Anninger) oder ins Helenental (Hoher Lindkogel) zu fahren, entschied mich wegen der vielen Zugausfälle dann aber dagegen. Angesichts der Neuschneemengen konnte ich es wagen, mit kurzer Anfahrt direkt in Döbling zu starten. Damit war diese Tour für mich eine Premiere: Erstmals auf Wiener Boden mit Schneeschuhen unterwegs! Im Verlauf der Wanderung stieg die Lufttemperatur auch in den höheren Wienerwaldlagen knapp ins Plus. Die diffuse Strahlung bewirkte ein Anfeuchten und Setzen der Schneedecke.
Schon beim Beginn vom Nasenweg legte ich die Schneeschuhe an. Gleichzeitig hörte es auf zu schneien und die Bewölkung schichtete allmählich aus (das heißt, steigende Wolkenuntergrenzen und abnehmende vertikale Mächtigkeit der Bewölkung).


Im Aufstieg kamen mir Trailrunner entgegen bzw. ein MTB-Fahrer mit fetten Reifen. Ich musste ordentlich schnaufen, da ich alles selbst spurte.



Der Aufstieg zur Plattform war mit tiefen Schneewechten zugeweht. Dort pfeifte der kalte Wind durch.



Vom Busparkplatz kam eine alte Frau entgegen, die einen Lachanfall bekam, als sie mich mit Schneeschuhen sah.

Am tiefsten Punkt standen zwei Wanderer mit Gamaschen. „Schau, da ist jemand noch professioneller unterwegs“ , sagten sie im Vorbeigehen. Ab dem Kahlenberg sah ich die erste Tourenskispur.




Ich stieg über die Wiese neben dem Skitourengeher auf.

In direkter Falllinie stieg ich zum Weg wieder ab. Dabei merkte man durchaus, dass es keine Altschneeunterlage gab – man nahm beim Rutschen den ganzen Schnee mit. Ich querte dann die Jägerwiese und stieg über den Kamm zum Hermannskogel an.

Im Kammbereich sah ich Schneeschuhspuren, gesehen habe ich aber nur Tourengeher mit Alpin- und Langlaufski.




Ich schaute auf die Uhr, es war erst viertel zwei vorbei. So schnell wollte ich noch nicht absteigen. Zugleich waren die Beine schon etwas müde vom vielen Spuren Es gab zwischendrin auch Traktorspuren, aber meist spurte ich zu Trainingszwecken lieber selbst. Deswegen hatte ich sie ja an den Füßen. Also stieg ich nicht wie sonst vom Dreimarkstein nach Obersievering ab, sondern ging am Kamm weiter.



Bis zur Roßkopfwiese wollte ich noch gehen und dann zum Schwarzenbergpark absteigen. Am Fuß der Wiese war es aber doch zu verlockend, noch auf den höchsten Punkt zu gehen.


Bewusst konnte ich mich nicht erinnern, diesen Weg einmal abgestiegen zu sein. Nun denn, also erstmals den Weg am Hang oberhalb des Eckbachgrabens hinab.








Die letzten 1,5km zogen sich nochmal gewaltig, ich war schon etwas neben der Spur 😉
Kurz vor dem (privaten) Schloss Neuwaldegg am Ende der Stiege legte ich die Schneeschuhe ab und war in Windeseile bei der Endhaltestelle des 43ers. Dieses Mal lief es wie geschmiert: Zwei Minuten musste ich nur warten, bis der 43er einfuhr. Am Schottentor eine Minute Wartezeit auf den 71er und am Schottenring zwei Minuten auf den 31er.
Zufrieden konnte ich auf meine zweite Schneeschuhtour in dieser Saison zurückblicken. Zudem ein gelungener Stresstest für das geplante Schneeschuhwanderwochenende in den Nockbergen am folgenden Wochenende.