
Wegführung: Helenental Cholerakapelle (11.20) – Steiniger Weg – Hoher Lindkogel (834m, 12.50-13.15) – Hinterer Lindkogel (702m, 13.50) – Sooßer Lindkogel (713m, 14.05) – Jubiläumskreuz (14.35) – Pecherhütte – Harzbergturm (466m, 15.35) – Bad Vöslau Bf (16.26) | 800hm, 16.8km, ca. 4 Std. 15 Minuten reine Gehzeit
Eine Winterwanderung mit Anlaufschwierigkeiten. Mangels vernünftiger Alternativen und unnötiger langer Wartezeiten in der Eiseskälte habe ich es dann doch durchgezogen und erstmals ein Taxi für die Anfahrt benutzt.
+++ Beginn Öffisudern +++
Die ÖBB und ich werden keine Freunde mehr…. Erst freute ich mich noch, dass ich den Bus zum Praterstern ausnahmsweise mal erwischt hatte. Dann stand der Zug Richtung Payerbach-Reichenau schon am Bahnsteig. In der Früh hatte ich noch von Weichenstörung nach Liesing und Schienenersatzverkehr gelesen. Mit dem späteren Zug um 9.48 hatte ich nur 6 Minuten Umstiegszeit zum Bus ins Helenental, das war beim letzten Mal knapp geworden. Also um 9.42 schon los, dann hätte ich 16 Minuten Umstiegszeit gehabt. Der Zug fährt pünktlich los und kommt noch im Bahnhof wieder zum Stillstand, die Anzeigen springen gleich auf 10 Minuten Verspätung. Ich und andere wollen wieder aussteigen, denn der 9.48-Zug rollt gerade ein. Aber die Türen sind gesperrt, weil erste Waggon aus dem Bahnhof ragt. Ein Fahrgast kontaktiert den Zugführer, aber bis der die Türen aufsperrt, fährt der 9.48-Zug vor der Nase davon. Ich bleibe mangels Alternativen erst sitzen. Der Zug müsse neugestartet werden. Ich steige dann doch um und fand mich insgesamt damit ab, dass das nichts mehr würde. Erstmal nach Liesing, zur Not halt wieder Föhrenberge. Während ich in der S2 sitze, fährt der 9.42-Zug überraschend doch los. Was ich nicht berücksichtigt hatte, dass er in Meidling Aufenthalt hatte, und der jetzt lediglich verkürzt war. Ich hätte den Bus also noch knapp erreicht, wäre ich sitzengeblieben.
Kurz vor Liesing entscheide ich, Hinterbrühl anzusteuern und den Anninger zu überschreiten. In Liesing suche ich vergebens den SEV-Bus, der nicht direkt vor dem Bahnhof steht, sondern sich bei einem der Bussteigen hinter einem anderen Bus versteckt. Woher zum Teufel soll man das wissen?! Ich gehe zum Bus, steige ein, aber er fährt nicht los. Die 1min Fahrtzeit, die Scotty von Liesing nach Perchtoldsdorf zeigt, waren zudem ein Vollholler. Damit würde der Bus nach Hinterbrühl auch nichts werden. Die Busse nach Gießhübl und Kaltenleutgeben wären erst eine halbe Stunde später gefahren. Mir ist zu kalt zum Warten. Also wieder zurück zum Bahnhof und mit dem 44-Zug nach Baden. Erst wollte ich auf den Bus ins Helenental warten, doch der um 11.32 wäre nur bis Abzw. Siegenfeld gefahren, nicht zur Cholerakapelle. Ich überlege also das Helenental bis Cholerakapelle zu hatschen, weil die Route umzudrehen, hätte mangels Busverbindungen im Helenental keinen Sinn gemacht. Kurz vorm Josefplatz seh ich ein Taxi. Ich fackel nicht lange und frag die Taxifahrerin, wie viel die Fahrt bis Cholerakapelle kosten würde. Maximal 26 Euro. Es waren dann 20,50 Euro. Das war verschmerzbar.
+++ Ende Öffisudern +++
So startete ich rund 30 Minuten später als der reguläre Bus, den ich ursprünglich erwischen wollte, und hatte im Abstieg alle Möglichkeiten, nach Baden oder Bad Vöslau abzusteigen.





Ich hätte die Tour auch auf den Folgetag verschieben können, dann aber mit geschlossener Hütte. Im Nachhinein hätte es keinen Unterschied gemacht. Das Schutzhaus war bei meiner Ankunft bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Familien, die die präparierte Rodelstrecke nutzen würden. Es war ziemlich laut und bei der Theke gab es eine Schlange. Ich hätte mich ja gerne auf einen der Barhocker gesetzt, aber das ging laut Hüttenwirt nicht wegen der Kaffeemaschine dort. Also nahm ich ein Bier (wollte eigentlich einen Tee trinken und eine Suppe essen) und stellte mich kurz raus, wo es nicht wirklich windgeschützt war, und ging dann wieder herein, in der Hoffnung, dass etwas frei würde. Die Gäste klebten leider auf ihren Sesseln und von draußen strömten ständig neue Gäste nach. Bei dieser Lautstärke wäre ich auch nicht glücklich geworden, also trank ich schnell aus und verzehrte draußen meine Wurstsemmel vom Bäcker. Sonntags kann man es hier leider vergessen.

Am Weiterweg hatte ich schnell meine Ruhe und begegnete nur noch einzelnen Wanderern, darunter einem Schneeschuhgeher, der von der Vöslauer Hütte kommend aufstieg.

Vom Wind her war es übrigens gut auszuhalten, auch dank Sonnenschein und trockener Kaltluft. Da habe ich schon heftigere Bedingungen erlebt, etwa im Jänner 2017 im Mariazellerland bei -15°C, Schneefall und Sturmböen.





Auffallend zudem die zarten Föhnfische (Altocumulus lenticularis), entstanden durch die kräftige Nordwestströmung über den Alpenostrand hinweg.
Dieses Mal ging ich nicht bei der Vöslauer Hütte vorbei, sondern folgte aus Neugier dem Steiglein vom Jubiläumskreuz nach Osten. Dieses verläuft immer am Rücken, bis man bei der Pecherhütte ins Gradental kam. Eine lohnenswerte Alternative zum faden Forstweg.

Unweit der Pecherhütte zweigten Wegspuren nach rechts ab, ein weiteres Steiglein Richtung Harzbergturm, das war perfekt.



Am Harzburgturm wenigstens eine positive Überraschung: Die Tür wirkte zwar geschlossen, aber ich sah, wie sie Wanderer öffneten. Oben wehte zwar ein eisiger Wind, aber das störte mich naturgemäß nicht, um ein paar Minuten oben zu verweilen.





Über den Kurpark stieg ich ab, wo glückliche Kinder jeden Hügel zum Rodeln nutzten, auch beim Kirchenhügel wurde jeder Zentimeter Schnee ausgenutzt. Erst da legte ich meine Ketten wieder ab, die ich am Beginn des Steinigen Wegs angelegt hatte (ok, abgesehen vom kurzen Hüttenaufenthalt). Dieses Mal hatte ich Glück und kam zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges in Bad Vöslau am Bahnhof an. Zurück brauchte ich dank günstiger Umstiegszeiten nur eine Stunde.