
Route: Kaltleutgeben Ellinggraben (11.15) – Sulzer Höhe – Sulzberg – Höllensteinfelsen – Höllensteinhaus (12.40-13.15) – Gaisberg – Großer Sattelberg – Mugl-Höhe – Hinterer Föhrenberg – Parapluieberg – Rodaun (15.45)
Höhenmeter | Strecke | Reine Gehzeit: 520hm | 15,6km | ca. 4 Stunden
Nach dem sonnig-warmen Tag auf der Schneealpe zwei Tage davor wollte ich wenigstens einmal wieder im Nebel selbst wandern. Ich rechnete gar nicht damit, über den Nebel zu kommen. Das wäre sich auch an diesem Tag nicht ausgegangen. Die Nebelobergrenze lag genau beim Hohen Lindkogel (834m), die Untergrenze bei rund 400m, also rund 1300ft dick.

Im Wetterballonaufstieg um die Mittagszeit sieht man die mächtige Stratus-Schicht (Nebel) in den untersten 800m Höhe, darüber wird es gleich einmal von +4 auf +12°C wärmer (Inversion). Der Wind dreht von bodennah schwach Nordost auf Südost (Warmluftzufuhr). Zwischen 2 und 4km Höhe befindet sich eine beinahe klassische „elevated mixed layer“, die man eher aus den Sommermonaten kennt, wenn afrikanische Heißluft über schwüle Bodenluft geschoben wird. Ab 4km Höhe ändert sich das Windregime erneut: Hier herrschen lebhafte Südwestwinde und eine teils gesättigte mittlere/obere Atmosphäre mit dichten hohen/mittelhohen Wolken.
Den feuchten Ellinggraben ersparte ich mir dieses Mal und stieg gleich über einen Forstweg zur Sulzer Höhe an. Erstmals hatte ich die Hoka Speedgoat 6 (ohne Goratex) an. Mein Fazit: Bei feuchtem Untergrund besser mit Goratex, sonst bekommt man nasse Füße. Der Grip war allerdings ausgezeichnet und die Dämpfung besser als bei herkömmlichen Trailrunningschuhen.







Das Höllensteinhaus war angesichts des trüben Wetters unerwartet voll und von der Lautstärke grenzwertig. Ich gönnte mir ein Hainfelder Bier und ein Salamibrot. Dabei saß ich neben einer alten Landkarte von 1872 und stellte fest, dass der benachbarte Einödenberg (609m) früher Einbettenberg hieß, auch durch ältere geologische Publikationen belegt.

Bei der Spitzwiese, wo der markierte Weg Richtung Hochstand und Biermeierwiese hinabging, wurde gearbeitet. Ich sah schemenhaft eine Sperrtafel und hörte die Arbeiter, sah sie aber nicht.




Beim Hinteren Föhrenberg die Enttäuschung: Die Josefswarte war immer noch abgesperrt „auf unbestimmte Zeit“. Hinweise darauf, wie lange die Sperre dauern würde, gab es nicht. Ich hab diesbezüglich auch die Gemeinde Perchtoldsdorf angeschrieben, aber noch keine Antwort erhalten. Jetzt werde ich nach 43 Besteigungen der Josefswarte also eine separate Statistik ohne Warte anlegen müssen, aber eigentlich ist für mich damit der Hauptgrund meiner vielen Besuche weggefallen. Denn von keinem Ort am gesamten Höhenzug hat man so eine gute Rundumsicht.




Ab Parapluieberg fing zunächst leichtes Nebelnässen an, das ab Franz-Ferdinand-Haus sukzessive stärker wurde. Bei der Heide wurde daraus starker Nieselregen – richtig grauslich. Gleichzeitig staunte ich über die Menschenmassen, die noch weiter aufstiegen, darunter viele Familien mit kleinen Kindern.

Entsprechend froh war ich, als ich bei der Endhaltestelle der Linie 60 in Rodaun ankam und mich gleich in die Straßenbahn setzen konnte. Den Bewährungstest hatten die neuen Schuhe bestanden, vielleicht noch etwas dünnere Socken beim nächsten Mal. Die nächste Wanderung wird dann bei winterlichen Bedingungen stattfinden, aber wahrscheinlich ohne Nebel.