Hohe Mandling (967m) über Süßwandgrat, Gutensteiner A. (22.03.26)

Track auf der Coros Pace 4 (Open Topo Map)

Wegführung: Quarb (9.10) – Süßwandgrat – Hohe Mandling (967m, 11.40-12.20) – Vordere Mandling (925m, 14.10) – Peisching (15.30)

Höhenmeter: 900 | Strecke: 12.3km | Reine Gehzeit: ca. 5 Stunden

Viecher: 2 Fichtenkreuzschnäbel

Nach den wiederholten Berichten im Gipfeltreffen-Forum wollten Günter und ich den Süßwandgrat auch einmal kennnenlernen. Dafür schnappten wir uns einen ortskundigen Führer und Norbert sollte uns daher den Aufstieg zeigen. Das Wetter hätte ein wenig freundlicher sein können, aber für die steileren Passagen zu Beginn waren die einstelligen Werte genau richtig.

Wir parkten in Peisching nahe dem Gemeindeamt, weil Günter und ich die Vordere Mandling am Rückweg mitnehmen wollten. Norbert fuhr uns weiter bis nach Quarb am Beginn in das enge „Durchbruchstal“ der Piesting zwischen Hohe Mandling und Großem Kitzberg. Der Flurname Quarb ist keltischen Ursprungs (von gwar = Aussicht), vermutlich befand sich hier ein Wachtposten. In dem Gebiet wurde eine Scheibenfibel aus dem 2. Jahrhundert nach Christus gefunden.

Dort ein paar Meter auf der Straße (bzw. daneben) und beim Haus mit dem Hundegebell rechts einen Forstweg hinauf. Bald standen wir am Beginn des Süßwandgrats oberhalb der „Roten Schale“.

Beginn des Süßwandgrates als gutmütiger Wiesenkamm
Rückblick
Dirndlstrauch vor Traflberg
Erste Hindernisse wurden rechts umgangen (Schrofengelände)
Norbert kennt den Weg schon
Es wird steiler

Der erste Felsaufschwung wird rechts umgangen. Günter versucht die direkte Überschreitung (I+). Das sah zwar kraftraubender aus, war in gewisser Weise wohl einfacher als in der lockeren, bröseltrockenen Steilerde aufzusteigen.

Beim ersten Steilaufschwung lassen wir Günter den Vortritt
Hier ging’s nicht weiter
Rechts herum über die Rinne hinauf

Viele Kletterabschnitte am Grat sind optional, fast alles kann rechts umgangen werden.

Gehgelände am schärfer werdenden Grat
Brüchiger Grat – zwei Felsblöcke nur durch die Bäume darunter gehalten

Die zweite Schlüsselstelle – wieder rechts umgehbar.

Schlüsselstelle (II)
Günter versucht es – dieses Mal vergebens (rote Punkte sichtbar)

Das Panorama war aber auch so schön:

Geländ (1023m) und Hutberg (971m) von der Rückseite
Süßwände hier am beeindruckendsten, links ein namenloser Kalk-Gupf (858m)
Großer Kitzberg (773m) gegenüber, rechts Pernitz
Kuhschellen haben ihre Nische gefunden
Einfache Klettereien folgen noch
Göller (1766m) dick verschneit im Dunst (39km entfernt), links Preineckkogel (1449m), davor Streimling (1050m)
Anspruchsvoller als der Süßwandgrat war das knöchelhohe Laub mit rutschigen Wurzeln und Steinen darunter
Sturm/Starkregen-Schaden vom September 2024 – auffallend rötliches Gestein

Nach knapp zweieinhalb Stunden „seniorengerechter“ Gehzeit erreichten wir die Knödelwiese mit dem neuen Gipfelkreuz:

Das relativ neuere Gipfelkreuz kannte ich noch nicht
Die drei Süßwand-Begeher
Erinnerung an die Berndorfer Hütte (1920 eröffnet, 2007 abgebrannt)

Norbert zeigte uns außerdem Fundamentreste eines möglichen Vorgängerbaus der Berndorferhütte etwas weiter nordöstlich am Gipfelkamm. Im zeitweiligen Sonnenschein rasteten wir eine halbe Stunde. Es ließ sich eigentlich gut aushalten, nur der Südostwind lebte manchmal böig auf und war unangenehm kalt. Norbert stieg auf mehr oder weniger direktem Weg zum Auto ab, während Günter und ich die Überschreitung angingen.

Rückblick auf die Knödelwiese

Zu diesem Zeitpunkt wunderte sich Norbert vielleicht schon, oder auch nicht, weshalb wir für die Vordere Mandling die Knödelwiese weitergingen, und nicht am markierten Weg zuerst nach Süden. Ich sagte zu Günter noch, dass ich hier schon länger nicht mehr gegangen bin, kam mir der Weg doch überhaupt nicht bekannt vor. Dann machte der Forstweg eine markante Rechtskurve, was uns doch veranlasste, einmal auf die Karte zu schauen. Ui. Völlig falsch. Der Weg kam uns nicht bekannt vor, weil wir hier noch nie gegangen waren. Also gingen wir den Forstweg aus, bis wir wieder am markierten Kammweg waren.

Immerhin brachte der Verhauer völlig neue Perspektiven hervor:

Hoher Lindkogel links, rechts Hammerl (788m), Großer Rosenkogel (842m), Lindkogel (872m)
Berndorf, rechts Guglzipf (Aussichtsturm), Steinbrüche Hauerberg (links) und Harzberg (rechts)

Für allfällige Touren bei sommerlichen Temperaturen wird im Anstieg (oder Abstieg) von Osten künftig das schützende Blätterdach der Buchen fehlen:

Am Kamm wurde vor kurzem erst reichlich Buchenholz geschlägert
Seidelbast

Etwas unterhalb vom Gipfel der Vorderen Mandling finden wir einen Aussichtsfelsen, in diesem Fall mit besten Blick auf zwei bunte Vögel:

Herr Fichtenkreuzschnabel
Frau Fichtenkreuzschnabel
Herr und Frau Fichtenkreuzschnabel

Der Abstieg ging zügig und ohne Probleme, vorbei an einem komfortablen Niedersitz mit Solaranlage und Biertischgarnitur zum Ausklappen.

Möglicherweise eine Eibe

Der frisch geschlägerte Forstweg trägt den Namen „Fritz-Lackner-Promenade“. Also promenierten wir den Weg zunächst flach, dann immer steiler werdend nach Peisching hinab, wo wir weniger als hundert Meter entfernt wieder zum Parkplatz stießen. Schön war’s!

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