
Wegführung: Quarb (9.10) – Süßwandgrat – Hohe Mandling (967m, 11.40-12.20) – Vordere Mandling (925m, 14.10) – Peisching (15.30)
Höhenmeter: 900 | Strecke: 12.3km | Reine Gehzeit: ca. 5 Stunden
Viecher: 2 Fichtenkreuzschnäbel
Nach den wiederholten Berichten im Gipfeltreffen-Forum wollten Günter und ich den Süßwandgrat auch einmal kennnenlernen. Dafür schnappten wir uns einen ortskundigen Führer und Norbert sollte uns daher den Aufstieg zeigen. Das Wetter hätte ein wenig freundlicher sein können, aber für die steileren Passagen zu Beginn waren die einstelligen Werte genau richtig.
Wir parkten in Peisching nahe dem Gemeindeamt, weil Günter und ich die Vordere Mandling am Rückweg mitnehmen wollten. Norbert fuhr uns weiter bis nach Quarb am Beginn in das enge „Durchbruchstal“ der Piesting zwischen Hohe Mandling und Großem Kitzberg. Der Flurname Quarb ist keltischen Ursprungs (von gwar = Aussicht), vermutlich befand sich hier ein Wachtposten. In dem Gebiet wurde eine Scheibenfibel aus dem 2. Jahrhundert nach Christus gefunden.
Dort ein paar Meter auf der Straße (bzw. daneben) und beim Haus mit dem Hundegebell rechts einen Forstweg hinauf. Bald standen wir am Beginn des Süßwandgrats oberhalb der „Roten Schale“.






Der erste Felsaufschwung wird rechts umgangen. Günter versucht die direkte Überschreitung (I+). Das sah zwar kraftraubender aus, war in gewisser Weise wohl einfacher als in der lockeren, bröseltrockenen Steilerde aufzusteigen.



Viele Kletterabschnitte am Grat sind optional, fast alles kann rechts umgangen werden.


Die zweite Schlüsselstelle – wieder rechts umgehbar.


Das Panorama war aber auch so schön:








Nach knapp zweieinhalb Stunden „seniorengerechter“ Gehzeit erreichten wir die Knödelwiese mit dem neuen Gipfelkreuz:



Norbert zeigte uns außerdem Fundamentreste eines möglichen Vorgängerbaus der Berndorferhütte etwas weiter nordöstlich am Gipfelkamm. Im zeitweiligen Sonnenschein rasteten wir eine halbe Stunde. Es ließ sich eigentlich gut aushalten, nur der Südostwind lebte manchmal böig auf und war unangenehm kalt. Norbert stieg auf mehr oder weniger direktem Weg zum Auto ab, während Günter und ich die Überschreitung angingen.

Zu diesem Zeitpunkt wunderte sich Norbert vielleicht schon, oder auch nicht, weshalb wir für die Vordere Mandling die Knödelwiese weitergingen, und nicht am markierten Weg zuerst nach Süden. Ich sagte zu Günter noch, dass ich hier schon länger nicht mehr gegangen bin, kam mir der Weg doch überhaupt nicht bekannt vor. Dann machte der Forstweg eine markante Rechtskurve, was uns doch veranlasste, einmal auf die Karte zu schauen. Ui. Völlig falsch. Der Weg kam uns nicht bekannt vor, weil wir hier noch nie gegangen waren. Also gingen wir den Forstweg aus, bis wir wieder am markierten Kammweg waren.
Immerhin brachte der Verhauer völlig neue Perspektiven hervor:


Für allfällige Touren bei sommerlichen Temperaturen wird im Anstieg (oder Abstieg) von Osten künftig das schützende Blätterdach der Buchen fehlen:


Etwas unterhalb vom Gipfel der Vorderen Mandling finden wir einen Aussichtsfelsen, in diesem Fall mit besten Blick auf zwei bunte Vögel:



Der Abstieg ging zügig und ohne Probleme, vorbei an einem komfortablen Niedersitz mit Solaranlage und Biertischgarnitur zum Ausklappen.

Der frisch geschlägerte Forstweg trägt den Namen „Fritz-Lackner-Promenade“. Also promenierten wir den Weg zunächst flach, dann immer steiler werdend nach Peisching hinab, wo wir weniger als hundert Meter entfernt wieder zum Parkplatz stießen. Schön war’s!