Heuberg (748m) und Steinkopf (640m), Rosaliengebirge (18.02.26)

Track mit der ApeMap App

Wegführung: Forchtenstein Parkplatz (10.00) – Wulkatal – Heuberg (748m, 11.05-11.35) – Steinkopf Aussichtsturm (740m, 12.40-13.30) – Hochbergbachgraben – Parkplatz (15.40)

Höhenmeter: 520 | Strecke: 14,2km | Reine Gehzeit: ca. 4 Stunden

Viecher: Schwarzspechte, Hunde

Vor dem Wintereinbruch schafften es Wolfgang und ich noch ins Rosaliengebirge. Für mich der zweite Besuch nach über fünfzehn Jahren. Damals war ich nur am Heuberg. Dieses Mal wollten wir uns den ganzjährig begehbaren Aussichtsturm Wiesen-Lanzenkirchen am Steinkogel (ältere Karten: Steinkopf) anschauen. Es war ein windiger, aber trockener Übergangstag. Am Nachmittag drehte der Wind auf Südost zurück und schlief dabei ein.

Wir parkten oberhalb der Burg, wo sich unsere Runde schließen sollte. Forchtenstein wurde urkundlich erstmals im Jahr 1343 als Ferchiton genannt. Bis zum Anschluss an Österreich 1921 hieß der Ort Fraknó.

Burg Forchtenstein – ältere Festungsanlage mit barockem Umbau

Der markierte Weg führt erst entlang der Häuserzeile am steilen Hang oberhalb der Wulka und dann im Wald entlang. Durchaus schön zu gehen.

Im idyllischen Graben der Wulka
Sonnenhund

Beim Gipfelhang entfaltete sich das Panorama vom Wienerwald über Leithagebirge und Kleine Karpaten bis Neusiedler See und Günser Gebirge.

Gipfelhang mit Rastplatz und Automat mit Snacks und Getränken
Burg vom Gipfel gesehen.

Die klare Luft erlaubte, weite Bereiche des Neusiedler Sees zu überblicken.

Forchtenstein, Mattersburg und Neusiedler See
Panorama Hoher Lindkogel und Wiener Becken bis Leithagebüsch
Rosalienkapelle aus dem 17. Jahrhundert

Die Sicht nach Südosten war leider etwas eingeschränkt, aber ein paar Hügel im Bakonygebirge gingen sich trotzdem aus:

Rendeki-hegy (374m, 108km) zentral, ganz links Haláp (358m, 122km) und Csobánc (128km), rechts Sümegi-várhegy (270m, 108km)
Tátika (413m, 113km) zentral, links Kö-orra (406m, 120km), rechts flach Köves-tetö (445km,124km)
Krummbachstein und Schneeberg mit letztem Nordweststau
Rax mit tief verschneiter Heukuppe – so viel lag dort den ganzen Winter noch nicht.
alter Grenzstein
Die erst 2019 errichtete Aussichtswarte am Steinkopf (640m), eine auffällige Erhebung aus Kalkstein im sonst aus Gneis bestehenden Rosaliengebirge
Panorama Pannonisches Becken
Im Hintergrund Krummbachstein (und Alpl) und Schneeberg, im Vordergrund links Kienberg (1240m), ganz vorne Gösing (898m) und Absandberg (896m)
Panorama Alpenostrand
Windrad Lichtenegg mit Aussichtsplattform (derzeit leider nicht zugänglich), Bucklige Welt

Überraschungsdurchgucker: Hochschwab und Veitsch hinterm Preiner Gscheid!

Links Kampl (1990m,81km), am Kamm Sitzbichl (1212m), mittig Sperrkogel (1716m), rechts Hohe Veitsch (1981m)

Am Nachmittag stabilisierte die Atmosphäre unter Zwischenhocheinfluss. Dadurch waren hochreichende Gebirgswellen begünstigt, was sich hier in den länglichen Föhnwolken gezeigt hat:

Flache Cumuli in der thermisch aktiven Kaltluft

Richtung Neusiedler See wurde die Luft nun immer klarer:

Goldberg (224m) im Ruster Hügelland und Oslip davor.
Kogel (224m), davor St. Margarethen – Rust liegt hinterm Kogel

Neben der Burg Forchtenstein der zweite markante Kalkberg im sonst aus Gneis und Glimmerschiefer bestehendem Rosaliengebirge.

Kalkfelsen im Buchenwald
Gutensteiner Feeling

Der ursprünglich markierte Weg weist zwar noch ein paar verblichene Markierungen auf, ist aber zugewachsen mit dichtem Gestrüpp. Daher wichen wir auf die parallel verlaufende Pipeline-Schneise aus – die Pipeline verbindet auf 420km Länge Wien mit der Adria.

Pipeline in nur einen Meter Tiefe
Hochreichende Leewelle (mountain wave) hinter dem Heuberg
Eichen sollst du weichen, Buchen musst du hier nicht suchen

Der tief eingeschnittene Hochbergbachgraben brachte uns dann letztendlich samt Gegenanstieg auf die 500hm Gesamtanstieg.

Nicht aufgeräumte Schäden, es geht rechts weiter
Idyllische Engstelle, etwas oberhalb liegt die Hochberggrabenhöhle
über 100 Jahre alte Wohnhäuser
Pfarrkirche Mattersburg, im 14. Jahrhundert erbaut, mit Volutengiebel

Zahlreiche ältere Gemäuer oberhalb der Schreinermühle deuten auf jahrhundertelange Steinbruchtätigkeit hin, belegt ist er hier seit dem Jahr 1749.

Alte Gemäuer neben einem aufgelassenen Steinbruch
Der Herbst ist eigentlich vorbei
Reste eines Wohnhauses

Die Josephinische Landesaufnahme von Ungarn zeigt in der Nähe des ehemaligen Steinbruchs das „Schloss Neustift“ (mehr zu Neustift).

Josephinische Landesaufnahme

Mehr hab ich dazu leider nicht gefunden. Es ist zumindest von einem historischen Kalkbrennofen die Rede.

Er wollte nicht nur spielen!
Schönes Tier aus der Distanz betrachtet

Zwei Tage vorher haben meine Kollegen noch vom Flugsicherungstower die Burg Forchtenstein gesehen, sie wurde von der Sonne angestrahlt. Hier der Blick in die Gegenrichtung:

Flugsicherungstower, dahinter Matzner Wald im Weinviertel (ca. 80km entfernt),
Laaerberg links, rechts Kaisermühlen, am Horizont Glockenberg (370m, 80km)

Beim Parkplatz beendeten wir die auch aus kulturgeschichtlicher Hinsicht interessante Runde.

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