
Wegführung: Mürzzuschlag (9.55) – Beeralplkogel (1481m) – Große Scheibe (1473m, 12.20-13.20) und Scheibenhütte – Mürzzuschlag (14.45)
Höhenmeter: 880 | Strecke: 11.5km | reine Gehzeit: 4 Stunden
Viecher: 1 Eichkatzl, 1 Katzl
Tour mit Günter am wahrscheinlich mildesten Tag der Woche (in Mürzzuschlag plus 7 Grad, auf 1500m rund +2 Grad). Eigentlich hatte ich die Region ausgesucht, weil dort am Chancen auf etwas Sonne bestehen sollten. Dafür hätten wir zum Wechsel oder Fischbacher Alpen wechseln müssen. Der kompakte Altostratus des aufziehenden Mittelmeertiefs ließ die Sonne nie wirklich zum Zug kommen.
In der ersten Stunde war mein Puls recht hoch (Herzfrequenz mit Brustgurt gemessen), aber da wurden auf 1,8km Strecke rund 320hm überwunden, also ein recht steiler Anstieg. In weiterer Folge schwankte der Puls stärker, im Abstieg lag er durchgehend unter 135. Das scheint realistisch, dann passen auch ungefähr die rund 2900 verbrannten kcal. Ich hab erst seit kurzem mit der Messung begonnen und werde das weiter beobachten.
Ich frühstückte ausnahmsweise im Railjet (Kaiserfrühstück) und wir rollten zwei Minuten zu früh in Mürzzuschlag ein.

Im Anstieg im Ortsgebiet ließen sich weder Katzen noch die Sonne blicken.



Vor über 140 Jahren hieß es nicht Beeralpl, sondern Pieralpl. Daraus wurde Biralpel und seit spätestens 1960 heißt Beeralpl.

Am Ende des Schlags gingen wir weglos durch den Wald zum Gipfel.



Die südwestliche Höhenströmung führte im Bereich der Fischbacher Alpen und am Wechsel zu Steigungsquellwolken – ein fast schon frühlingshaftes Bild.

Nach zweieinhalb Stunden Gehzeit erreichten wir unser Tagesziel und stiegen gleich auf den Gipfel oberhalb der Hütte.

Die Aussicht war ganz passabel trotz tiefhängender mittelhoher Bewölkung und ersten Fallstreifen. Im mittleren Mürztal bzw. Richtung Murtal hielt sich feuchter Dunst einer flachen Kaltluftschicht.



Nachdem wir im Aufstieg erst vier Wanderer gesehen hatten, rechneten wir nicht mit einem Ansturm auf die Hütte. Es lag weder genug Schnee fürs Schneeschuhwandern noch für Skitouren oder Langlaufen. Der Hüttenwirt hatte offenbar auch nicht damit gerechnet, denn als ich nach der ausgezeichneten Krensuppe noch ein Paar Frankfurter essen wollte, waren diese bereits ausgegangen. Ich nahm stattdessen Debreziner, was auch ok war. Die Hütte war bummvoll, überwiegend Einheimische, aber als wir ankamen, gingen gerade zwei Grazer weg, die auch mit dem Zug angereist waren.
Aufgrund der Lautstärke freuten wir uns auf die Ruhe draußen und brachen nach einer knappen Stunde wieder auf. Zuvor schauten wir aber nochmal zum Gipfel. Überraschend war die Sicht nochmal besser geworden:




so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.“ (Rainer Maria Rilke, Der Panther 1903)
Im Abstieg stellten wir fest, dass sich der frühere Zug um 15 Uhr noch ausgehen würde, also zogen wir das Tempo an. So hatten wir am Ende noch einen komfortablen Spielraum und die Quotenkatze (bzw. -kater) ging sich auch noch aus.



Als wir am Bahnhof ankamen, hatte sich der Himmel merklich verdustert. Von Südosten schoben sich die hohen und mittelhohen Wolken des Italientiefs heran, während von Nordwesten langsam kältere Luft einsickerte (Aufgleiten).