Beeralplkogel (1481m) und Große Scheibe (1473m), Semmering-Gebiet (14.02.26)

Track auf der Polar Beat App und Verlauf der Herzfrequenz

Wegführung: Mürzzuschlag (9.55) – Beeralplkogel (1481m) – Große Scheibe (1473m, 12.20-13.20) und Scheibenhütte – Mürzzuschlag (14.45)

Höhenmeter: 880 | Strecke: 11.5km | reine Gehzeit: 4 Stunden

Viecher: 1 Eichkatzl, 1 Katzl

Tour mit Günter am wahrscheinlich mildesten Tag der Woche (in Mürzzuschlag plus 7 Grad, auf 1500m rund +2 Grad). Eigentlich hatte ich die Region ausgesucht, weil dort am Chancen auf etwas Sonne bestehen sollten. Dafür hätten wir zum Wechsel oder Fischbacher Alpen wechseln müssen. Der kompakte Altostratus des aufziehenden Mittelmeertiefs ließ die Sonne nie wirklich zum Zug kommen.

In der ersten Stunde war mein Puls recht hoch (Herzfrequenz mit Brustgurt gemessen), aber da wurden auf 1,8km Strecke rund 320hm überwunden, also ein recht steiler Anstieg. In weiterer Folge schwankte der Puls stärker, im Abstieg lag er durchgehend unter 135. Das scheint realistisch, dann passen auch ungefähr die rund 2900 verbrannten kcal. Ich hab erst seit kurzem mit der Messung begonnen und werde das weiter beobachten.

Ich frühstückte ausnahmsweise im Railjet (Kaiserfrühstück) und wir rollten zwei Minuten zu früh in Mürzzuschlag ein.

Selfie-Porträt

Im Anstieg im Ortsgebiet ließen sich weder Katzen noch die Sonne blicken.

Im unteren Bereich bot sich mehr Aussicht als im September 2024 durch frische Waldarbeiten
Nach dieser Passage legten wir die Spikes an
Beeralplstall (verfallen) auf knapp 1400m Höhe – für Schneeschuhe hätte es ab hier gereicht, aber nur abschnittsweise

Vor über 140 Jahren hieß es nicht Beeralpl, sondern Pieralpl. Daraus wurde Biralpel und seit spätestens 1960 heißt Beeralpl.

Knöchelhohes Stapfen im Schnee, rechts zweigt der markierte Steig ab.

Am Ende des Schlags gingen wir weglos durch den Wald zum Gipfel.

Unspektakulärer Beeralplkogel (1481m)
Tiefschneefeeling im Abstieg nach Westen
Bild von Günter: Das letzte Stück zur Hütte, die hier im Hintergrund schon sichtbar war

Die südwestliche Höhenströmung führte im Bereich der Fischbacher Alpen und am Wechsel zu Steigungsquellwolken – ein fast schon frühlingshaftes Bild.

Pretulalpe (1656m) mit Peter-Bergner-Werte

Nach zweieinhalb Stunden Gehzeit erreichten wir unser Tagesziel und stiegen gleich auf den Gipfel oberhalb der Hütte.

Gipfelkreuz mit kompaktem Altostratus, grünes Mürztal

Die Aussicht war ganz passabel trotz tiefhängender mittelhoher Bewölkung und ersten Fallstreifen. Im mittleren Mürztal bzw. Richtung Murtal hielt sich feuchter Dunst einer flachen Kaltluftschicht.

Rennfeld links, weite Teile der Gleinalpe, zentral am Horizont Seetaler Alpen in Wolken, rechts Seckauer Tauern ebenfalls in Wolken
Großer Sonnleitstein (1639m) und Grabnergupf (1553m)
Schwarzkogel (1448m) und Rennfeld (1629m), am Horizont St. Leonharder Alm (1923m, 92km), Packalpe – dort lag deutlich mehr Schnee

Nachdem wir im Aufstieg erst vier Wanderer gesehen hatten, rechneten wir nicht mit einem Ansturm auf die Hütte. Es lag weder genug Schnee fürs Schneeschuhwandern noch für Skitouren oder Langlaufen. Der Hüttenwirt hatte offenbar auch nicht damit gerechnet, denn als ich nach der ausgezeichneten Krensuppe noch ein Paar Frankfurter essen wollte, waren diese bereits ausgegangen. Ich nahm stattdessen Debreziner, was auch ok war. Die Hütte war bummvoll, überwiegend Einheimische, aber als wir ankamen, gingen gerade zwei Grazer weg, die auch mit dem Zug angereist waren.

Aufgrund der Lautstärke freuten wir uns auf die Ruhe draußen und brachen nach einer knappen Stunde wieder auf. Zuvor schauten wir aber nochmal zum Gipfel. Überraschend war die Sicht nochmal besser geworden:

Eisenerzer Reichenstein links (2165m) und Trenchtling (2081m) rechts,
Klosterwappen (2076m) über der östlichen Rax im Sonnenlicht
Blick zur Hohen Veitsch (1981m)
„Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.“ (Rainer Maria Rilke, Der Panther 1903)

Im Abstieg stellten wir fest, dass sich der frühere Zug um 15 Uhr noch ausgehen würde, also zogen wir das Tempo an. So hatten wir am Ende noch einen komfortablen Spielraum und die Quotenkatze (bzw. -kater) ging sich auch noch aus.

Lieblich verspielt
Böse dreinschauen
Noch böser dreinschauen

Als wir am Bahnhof ankamen, hatte sich der Himmel merklich verdustert. Von Südosten schoben sich die hohen und mittelhohen Wolken des Italientiefs heran, während von Nordwesten langsam kältere Luft einsickerte (Aufgleiten).

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