
- Wegführung: Kaiserbrunn (9.35) – Miesleitensteig – Knofelebenhütte (11.15-11.40) – Gipfel (12.30-12.50) – Krummbachsattel (1333m, 13.20) – Haltestelle Baumgartner (13.50-14.40) – Mieseltal – Schneebergdörfl (15.50) – Hinterm Hengst – Puchberg Bf. (16.50)
- Höhenmeter/Strecke: 1230hm, 18.2km
- Reine Gehzeit: ca. 5 Stunden 45 Minuten
- Viecher: Kühe
Nach einigen anspruchsvolleren Touren wollte ich wieder einmal etwas ohne Tracken gehen. Zugegeben hatte ich an diesem Tag mehr tiefe Wolken erwartet und war etwas zu warm angezogen. Es wurde ein sonniger Goldener Oktobertag im Farbenrausch. Die tiefen Wolken beschränkten sich auf die Umgebung und vermiesten nur die Fernsicht. Ich war aber schon oft oben bei perfekten Bedingungen und vermisste sie nicht..
Pünktlicher Start in Kaiserbrunn. Neben mir gingen an diesem Wochentag noch ein jüngeres Pärchen und ein Tourist hinauf. Der junge Mann schwärmte während der Busfahrt von Reichenau an der Rax, es sei für ihn der schönste Ort Österreichs.

Vor Ort gleich einmal zwei Neuheiten: Der ehemalige Gasthof war großräumig abgesperrt mit Bauzaun, den man umgehen musste, und das Eingangstor zum Krumbachgraben hatte einen neuen hohen Metallzaun bekommen, wodurch die Lücke neben dem Tor verschwunden war. Von anderen Wanderern habe ich aber erfahren, dass das Tor weiterhin offen sein soll und somit die Jagdsteige im Krumbachgraben unverändert begehbar.

Den Miesleitensteig bin ich schon oft gegangen. Seit meiner routinierten Trittsicherheit macht mir auch die kurze, versicherte Passage im Mittelteil nichts mehr aus.. sie ist heute allerdings nicht mehr so schottrig wie vor zehn Jahren.

Subjektiv wird der Steig für mich immer kürzer, lediglich der Ausstieg immer länger.


Auf der Knofeleben war ich erst ein paar Minuten alleine und bediente mich aus dem Winterraum mit der letzten Flasche Bier. Auf der Sonnenterrasse war es herrlich auszuhalten, doch wollte ich den Schwung mitnehmen und rastete nur kurz. Derweil kamen auch die anderen Wanderer. Der deutsche Tourist hatte eine sehr grobe Übersichtskarte und fragte mich über leichte Abstiegswege ins Tal. Ich empfahl die Eng. Bodenwiese oder Schlöglmühl waren zu weit weg. Womöglich hätte er sich auf den Forstwegen noch verlaufen.


Ich kam gut voran. Die 5000hm in der Windischgarstenwoche hatten sich bezahlt gemacht.

Nach genau 3 Stunden stand ich zum 21. Mal auf dem Krummbachstein, nach dem Gaisberg (1287m) bei Salzburg mit 68 Besteigungen mein zweithäufigster Gipfel! Außer mir war noch eine Frau mit Hund oben, die still das Panorama und die wärmende Sonne genoss.




Ich wäre noch länger sitzen geblieben, doch mein Magen knurrte schon und ich freute mich auf die nahende Einkehr..

Im Abstieg nahm ich positiv überrascht zur Kenntnis, dass die Absperrbänder Richtung Alpleck verschwunden waren. Offenbar hatte man die massiven Schäden vom September 2024 weit genug aufgearbeitet, um den Weg wieder begehbar zu machen.

Am Hochschneeberg lag noch Altschnee. Die Frau sagte beim Gehen zu ihrem Hund: „Hm, wird frisch oben. Komm, jetzt geht’s in den Schnee!“ Offenbar ging sie noch bis zur Fischerhütte weiter. Ambitioniert, aber sie hatte ein flottes Tempo.


Bei dieser Gelegenheit rief sich mir einmal mehr der Südliche Grafensteig in Erinnerung, der mir immer noch fehlte. Vielleicht verbinde ich beide Grafensteige einmal mit einer Übernachtung auf der Knofelebenhütte.


Genau eine Stunde brauchte ich zur Haltestelle Baumgartner, wo ich mich auf die fast leere Sonnenterrasse setzte. Sonst hab ich dort immer gut gegessen, dieses Mal der erste Fehlgriff: Das Cordon-Bleu gab es nicht mehr, das Schnitzel zum Ersatz hätte samt Panier ein paar Minuten länger backen können, der Erdäpfelsalat war lieblos und sauer. Die Quittung bekam ich im Abstieg und am Folgetag mit Blähungen und Magenschmerzen.

Nach knapp fünfzig Minuten brach ich auf. Zur Abwechslung zum langen Forstweghatscher wollte ich wieder einmal übers Mieseltal absteigen.



Vor dem krönenden Abschluss am Talboden musste ich noch die deutlich verbreiterte und eher unansehnliche Forststraße hinaushatschen. Richtung Nördlicher Grafensteig hörte man weiterhin Forstarbeiter mit schwerem Gerät arbeiten, der Steig selbst soll aber schon länger wieder begehbar sein. Bereits im August sah ich am Beginn dort keine Sperrtafeln mehr.

Im Abstieg sah ich am Beginn des Forstwegs ein Radl stehen. Später überholte mich der Wanderer, der ebenfalls beim Baumgartner einkehrte, mit dem Rad – auch keine schlechte Idee, um sich die 4-5km Asphalthatscher ab Bahnhof zu ersparen.




Der Hauptgrund für meinen frühen Abstieg war der berüchtigte Schneebergschatten. Von früheren Wanderungen im Herbst wusste ich, dass bei tiefstehender Sonne die Schatten im Puchberger Becken schnell länger wurden – wortwörtlich ein Wettlauf mit der Zeit, den ich meist verloren habe und so die knallbunten Laubbäume nicht mehr ablichten konnte. Dieses Mal war ich früh genug unten.











Nach 2 Stunden Gehzeit ab Baumgartner erreichte ich den Bahnhof. Dort zog ich mir noch ein eingeschweißtes Jausenbrettl aus dem Automaten (bzw. zwei, weil ich mich mit der Bankomatkarte patschert anstellte) – Verpflegung für den nächsten Tagdienst dann.