Krummbachstein (1602m), Gahns (14.10.25)

Nr.21 für mich
  • Wegführung: Kaiserbrunn (9.35) – Miesleitensteig – Knofelebenhütte (11.15-11.40) – Gipfel (12.30-12.50) – Krummbachsattel (1333m, 13.20) – Haltestelle Baumgartner (13.50-14.40) – Mieseltal – Schneebergdörfl (15.50) – Hinterm Hengst – Puchberg Bf. (16.50)
  • Höhenmeter/Strecke: 1230hm, 18.2km
  • Reine Gehzeit: ca. 5 Stunden 45 Minuten
  • Viecher: Kühe

Nach einigen anspruchsvolleren Touren wollte ich wieder einmal etwas ohne Tracken gehen. Zugegeben hatte ich an diesem Tag mehr tiefe Wolken erwartet und war etwas zu warm angezogen. Es wurde ein sonniger Goldener Oktobertag im Farbenrausch. Die tiefen Wolken beschränkten sich auf die Umgebung und vermiesten nur die Fernsicht. Ich war aber schon oft oben bei perfekten Bedingungen und vermisste sie nicht..

Pünktlicher Start in Kaiserbrunn. Neben mir gingen an diesem Wochentag noch ein jüngeres Pärchen und ein Tourist hinauf. Der junge Mann schwärmte während der Busfahrt von Reichenau an der Rax, es sei für ihn der schönste Ort Österreichs.

Kaiserbrunn im Goldenen Herbst angekommen

Vor Ort gleich einmal zwei Neuheiten: Der ehemalige Gasthof war großräumig abgesperrt mit Bauzaun, den man umgehen musste, und das Eingangstor zum Krumbachgraben hatte einen neuen hohen Metallzaun bekommen, wodurch die Lücke neben dem Tor verschwunden war. Von anderen Wanderern habe ich aber erfahren, dass das Tor weiterhin offen sein soll und somit die Jagdsteige im Krumbachgraben unverändert begehbar.

Die Sonne schafft es um die Jahreszeit nicht mehr in den Talboden des Krumbachgrabens

Den Miesleitensteig bin ich schon oft gegangen. Seit meiner routinierten Trittsicherheit macht mir auch die kurze, versicherte Passage im Mittelteil nichts mehr aus.. sie ist heute allerdings nicht mehr so schottrig wie vor zehn Jahren.

Hochschneeberg mit Schneeresten

Subjektiv wird der Steig für mich immer kürzer, lediglich der Ausstieg immer länger.

Ausstieg vom Miesleitensteig
Verwaiste Knofeleben vor mir

Auf der Knofeleben war ich erst ein paar Minuten alleine und bediente mich aus dem Winterraum mit der letzten Flasche Bier. Auf der Sonnenterrasse war es herrlich auszuhalten, doch wollte ich den Schwung mitnehmen und rastete nur kurz. Derweil kamen auch die anderen Wanderer. Der deutsche Tourist hatte eine sehr grobe Übersichtskarte und fragte mich über leichte Abstiegswege ins Tal. Ich empfahl die Eng.  Bodenwiese oder Schlöglmühl waren zu weit weg. Womöglich hätte er sich auf den Forstwegen noch verlaufen.

Gefranster Enzian
Blick in den Krumbachgraben und ins Höllental

Ich kam gut voran. Die 5000hm in der Windischgarstenwoche hatten sich bezahlt gemacht.

Vom Gipfel zur Haltestelle Baumgartner

Nach genau 3 Stunden stand ich zum 21. Mal auf dem Krummbachstein, nach dem Gaisberg (1287m) bei Salzburg mit 68 Besteigungen mein zweithäufigster Gipfel! Außer mir war noch eine Frau mit Hund oben, die still das Panorama und die wärmende Sonne genoss.

Mein 21. Gipfelerfolg heroben
Gipfelhund
Westkamm
Rückblick zum Gipfel

Ich wäre noch länger sitzen geblieben, doch mein Magen knurrte schon und ich freute mich auf die nahende Einkehr..

Offenbar wieder begehbar: Der Abstieg übers Alpleck

Im Abstieg nahm ich positiv überrascht zur Kenntnis, dass die Absperrbänder Richtung Alpleck verschwunden waren. Offenbar hatte man die massiven Schäden vom September 2024 weit genug aufgearbeitet, um den Weg wieder begehbar zu machen.

Fischerhütte am Kaiserstein

Am Hochschneeberg lag noch Altschnee. Die Frau sagte beim Gehen zu ihrem Hund: „Hm, wird frisch oben. Komm, jetzt geht’s in den Schnee!“ Offenbar ging sie noch bis zur Fischerhütte weiter. Ambitioniert, aber sie hatte ein flottes Tempo.

Krummbachsattel mit dem großen Windwurf
Anstieg zum ehemaligen Baumgartnerhaus

Bei dieser Gelegenheit rief sich mir einmal mehr der Südliche Grafensteig in Erinnerung, der mir immer noch fehlte. Vielleicht verbinde ich beide Grafensteige einmal mit einer Übernachtung auf der Knofelebenhütte.

Bergahorn in den Fokus gerückt.
Stimmungsheller

Genau eine Stunde brauchte ich zur Haltestelle Baumgartner, wo ich mich auf die fast leere Sonnenterrasse setzte. Sonst hab ich dort immer gut gegessen, dieses Mal der erste Fehlgriff: Das Cordon-Bleu gab es nicht mehr, das Schnitzel zum Ersatz hätte samt Panier ein paar Minuten länger backen können, der Erdäpfelsalat war lieblos und sauer. Die Quittung bekam ich im Abstieg und am Folgetag mit Blähungen und Magenschmerzen.

Rast mit Salamanderbahn

Nach knapp fünfzig Minuten brach ich auf. Zur Abwechslung zum langen Forstweghatscher wollte ich wieder einmal übers Mieseltal absteigen.

Gstösslwand oberhalb des Mieseltals
Auch am Kaltwassersattel war alles bunt
Auf halbem Weg

Vor dem krönenden Abschluss am Talboden musste ich noch die deutlich verbreiterte und eher unansehnliche Forststraße hinaushatschen. Richtung Nördlicher Grafensteig hörte man weiterhin Forstarbeiter mit schwerem Gerät arbeiten, der Steig selbst soll aber schon länger wieder begehbar sein. Bereits im August sah ich am Beginn dort keine Sperrtafeln mehr.

Hässlich verbreiterter Forstweg

Im Abstieg sah ich am Beginn des Forstwegs ein Radl stehen. Später überholte mich der Wanderer, der ebenfalls beim Baumgartner einkehrte, mit dem Rad – auch keine schlechte Idee, um sich die 4-5km Asphalthatscher ab Bahnhof zu ersparen.

Mächtiger Stier
Die Kühe samt Nachwuchs genossen den Nachmittag
Auch ein hübscher Rücken kann entzücken
Niedliche Kälber lagen entspannt auf der Wiese

Der Hauptgrund für meinen frühen Abstieg war der berüchtigte Schneebergschatten. Von früheren Wanderungen im Herbst wusste ich, dass bei tiefstehender Sonne die Schatten im Puchberger Becken schnell länger wurden – wortwörtlich ein Wettlauf mit der Zeit, den ich meist verloren habe und so die knallbunten Laubbäume nicht mehr ablichten konnte. Dieses Mal war ich früh genug unten.

Prachtrot
andere Perspektive
Rückblick ins Mieseltal
Dieses Mal holte mich der Schatten vom Schneeberg nicht ein
Ohne Worte I
Ohne Worte II
Ohne Worte III
Ohne Worte IV
Granatzbühel (621m)
Haltberg (1114m)
Kurteich

Nach 2 Stunden Gehzeit ab Baumgartner erreichte ich den Bahnhof. Dort zog ich mir noch ein eingeschweißtes Jausenbrettl aus dem Automaten (bzw. zwei, weil ich mich mit der Bankomatkarte patschert anstellte) – Verpflegung für den nächsten Tagdienst dann.

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