
Am 07. August nutzte ich die noch regenfreien Vormittag für eine Rad- und Wandertour im Inn- und Halltal, ehe ab den Mittagsstunden eine Gewitterlage vorhergesagt war. Das Timing war zugegebenermaßen etwas knapp, da es in der Schweiz nachts schon gewitterte und über Innsbruck schon die ersten mittelhohen Wolkenfelder auftauchten. Als ich um 7.50 aufs Rad stieg, brauchte ich zunächst keine Sonnenbrille, da der Altocumulus recht dicht war (stratiformis opacus). Trotz der Wolken am Vormittag beschloss ich aber mein Vorhaben durchzusetzen.
Mit dem Rad ging es dann den Inn entlang bis zum Rundgemälde und dann über die Brücke links Richtung Mühlau. Nach einem kurzen Anstieg ist man schnell in Arzl und Rum. Ich bin auf der Landstraße gefahren, was wegen des vielen Verkehrs etwas unangenehm ist. Es gibt die ganze Strecke durch auch Schleichwege, die man als nicht Ortskundiger aber nicht sofort findet, da nicht als Radweg ausgewiesen. Wie dem auch sei. In Thaur bog ich Richtung Ortskern ab, wo es mäßig steil zur Kaponssiedlung geht. Von dort hat man von einer Anhöhe aus einen prächtigen Blick über das Inntal bis ins Wipp- und Stubaital sowie den Gletschern am Talende. Nach einer kurzen Rast nahm ich die alte Landstraße zwischen Thaur und Absam am Waldrand entlang. Hier musste ich wegen einzelnen einheimischen Rasern ziemlich aufpassen, aber das gilt überall im Innsbrucker Land und wohl überall auf der Welt. In Absam angekommen ist das Halltal ausgeschildert (als Mautstraße), bei der man recht steil bis zu einem Parkplatz fahren kann. Mountainbiker mit besserer Übersetzung und leichterem Material können bis zum Talschluss des Halltals (Issangerhütte) durchfahren. Allerdings ist die gesamte Strecke sehr steil, mit 25% im ersten Teil der Strecke und bis 32% im letzten Teil.
Ich ersparte mir die strapaziöse Fahrt und setzte ab dem 1. Parkplatz (800m ü. NN) meinen Weg zu Fuß fort. Dieser verläuft links der Straße mit gut begehbaren Schotter bzw. Wald/Wiesenboden bis zum 2. Parkplatz. Ab dort setzt sich ein ungefährlicher Steig bis zum ehemaligen Kapelle und heutige Alm „St. Magdalena“ auf 1287m fort.
Vom Halltal aus sind zahlreiche Rundwanderrouten als Ausgangspunkt machbar,z.b.
- 1. Vom Halltal über viele Schotterreisen und Latschenfelder zur Bettelwurfhütte (2079m), ein zu überschreitender Felsen ist durch Seile und Trittstifte gesichert. Von dort entlang eines Höhenweges recht parallel und eben zum Hang bis zum Lafatscher Joch (2081m). Dann Abstieg über Issanger und Herrenhäuser ins Halltal, alternativ auch über das etwas wildere Isstal.
- 2. Vom Halltal über Isstal und Issanger Richtung Lafatscher Joch, beim Kohlstatt (1978m) aber links den Wilde-Bande-Steig entlang recht eben zum Stempeljoch (2215m), von dort über das Issjöchl retour.
- 3. Von St. Magdalena über Hochmahdkopf (1738m) und Haller Zunterkopf (1986m) zum Törl, Abstieg über Herrenhäuser ins Halltal
Natürlich gibt es noch anspruchsvollere Touren zum Großen Bettelwurf, Lafatscher Spitze, Speckkarspitze, etc, die aber z.T. mit Klettern verbunden sind und absolute Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Bergerfahrung abverlangen.
Nach einer kleinen Jause auf St.Magdalena (1,90 für kleinen gespritzten Apfelsaft, 3,40 für ein leckeres Käsebrot) kehrte ich wegen Gewittervorboten am Himmel (Altocumulus castellanus) und zunehmenden feuchten Quellungen in den unteren Höhenschichten (Cu fra, Cu med ab Kammniveau), aber auch vermehrter Cirrusbewölkung um und rannte die Mautstraße hinab. Über einen weitläufigen Feldweg gelangte ich von Absam nach Thaur und fuhr dann die Hauptstraße zurück nach Innsbruck.
Insgesamt legte ich 28km mit dem Rad zurück, die reine Fahrtzeit betrug knapp zwei Stunden, dabei wurden mit Wiederanstiegen etwa 350hm zurückgelegt. Vom Halltal bis St. Magdalena waren es etwa 3km und 480hm. Nach fünf Stunden war ich wieder Zuhause, Pause mit Jause insgesamt ca. 45min. Besonders empfehlenswert war das klare und qualitativ äußerst hochwertige Trinkwasser, das aus den diversen Brunnen entlang der Straße emporkommt.
Damalige Kamera: Samsung DigiMax V4 (sehr gutes Makro, Rest zum Schmeißen)


im Inntal Innsbruck, links das Hoadl (2340m) bei der Axamer Lizum, hinten der kegelförmige Berg der Roßkogel (2646m), dahinter das Sellraintal, rechts die Martinswand.

dahinter das südöstliche Mittelgebirge mit Aldrans (760m) und direkt über dem mittigen Hochhaus Schloß Ambras (654m), zu sehen sind weiters Patscherkofel (2246m), Serles (2717m) und Habicht (3277m) im Stubaital.

links Serles, dahinter Habicht und Stubaier Gletscher, rechts Spitzmanndl (2241m) und Nockspitze (2404m), dahinter Hoadl. Auf dem Mittelgebirgsplateau ist Igls (879m) zu sehen.















